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Hier findet ihr eine Auswahl an unseren Lieblingsartikeln aus dem Online-Standard. Dabei liegt unser Fokus auf Ereignissen, Entwicklungen oder Errungenschaften, die bedeutsame Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und Umwelt haben, und die dringlichsten Probleme der Welt behandeln. Es sind Meldungen aus den Ressorts Wissenschaft, Wirtschaft, IT, Politik usw., die abseits der tagtäglichen Hauptnachrichten mehr Aufmerksamkeit verdienen.

Wir verzichten großteils auf die üblichen Doomsday-Nachrichten und Kriegsschauplätze und legen unseren Hauptschwerpunkt auf Akteure, dessen Handlungen sich positiv auf die Gesellschaft oder Umwelt auswirken.

7. BIS 30. JULI

8. Juli

ATLANTIKZIRKULATION

Grönlands Eisschmelze schwächt Golfstrom stärker, ohne Kipppunkt zu erreichen


Klaus Taschwer
8. Juli 2026, 07:00



Die Atlantische Umwälzströmung (AMOC), zu der auch der Golfstrom gehört, spielt eine zentrale Rolle für das globale Klima. Neue Studien zeigen, dass sie durch den Klimawandel zwar geschwächt wird – unter anderem durch das Schmelzwasser aus Grönland –, ein abrupter Kollaps jedoch selbst unter extremen Emissionsszenarien bis 2300 unwahrscheinlich erscheint.

Statt eines Kipppunkts verläuft die Abschwächung schrittweise, und die Strömung könnte sich bei sinkenden CO₂-Emissionen langfristig wieder erholen. Die Ergebnisse, die jedoch nur auf ein einziges Klimamodell beruhen, deuten jedenfalls darauf hin, dass die AMOC widerstandsfähiger ist als bislang befürchtet.

7. Juli

DIGITALE SOUVERÄNITÄT?

Karte zeigt: So abhängig sind Österreichs Gemeinden von US-IT-Diensten


APA
7. Juli 2026, 12:28



Ein Team an der Linzer Digital-Uni IT:U hat eine interaktive Karte erstellt, die zeigt, wie stark Europas Gemeinden von ausländischen Anbietern digitaler Infrastruktur abhängig sind. Österreich liegt dabei im Mittelfeld, weist jedoch insbesondere bei E-Mail-Diensten eine hohe Abhängigkeit auf: Rund 87 % der Gemeinden nutzen auch außereuropäische Anbieter, häufig Microsoft.

Beim Hosting von Websites setzen österreichische Gemeinden hingegen häufiger auf europäische oder lokale Lösungen (60 %). Im Artikel werden einem auch die deutlichen Unterschiede zwischen den Ländern klar und wie weit wir von einer digitalen Unabhängigkeit von den USA noch entfernt sind.

ARCHIV



25. Juni



Vizekanzler und Wohnminister Andreas Babler möchte den Einbau von Klimaanlagen für Mieter und Vermieter erleichtern, und lässt deswegen jetzt eine Gesetzesänderung prüfen. Konkret geht es um das Mietrechtgesetz und das Wohnungseigentumsgesetz, das trotz immer häufig werdender Hitzetage nur unter besonderen Voraussetzungen eine Split-Klimaanlage genehmigt.

Gasse mit vielen Klimaanlagen Innen hui, außen pfui | kallerna, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Laut Gesetz dürfen Mieter eine Klimaanlage nicht eigenmächtig installieren. Weil der Einbau als bauliche Maßnahme gilt, ist vorab eine schriftliche Zustimmung des Vermieters erforderlich. Wird diese nicht erteilt, besteht zwar die Möglichkeit, eine gerichtliche Entscheidung einzuholen, jedoch kann auch das Gericht den Antrag ablehnen.

Auch Vermieter bzw. Wohnungseigentümer sind beim Einbau einer Klimaanlage an bestimmte Vorgaben gebunden. Vor der Installation müssen sie das Einverständnis der übrigen Eigentümer einholen. Bleibt diese Zustimmung aus, kann der Rechtsweg beschritten werden. Zusätzlich kann in bestimmten Fällen eine baubehördliche Bewilligung erforderlich sein.

Noch ist unklar, wie genau Babler eben diese Gesetze verändern will, aber das Ziel ist, dass Mieter und Wohnungseigentümer Hitzeschutzmaßnahmen leichter durchsetzen können.

15. Juni



Südkalifornien ist seit dem Erdbeben 1857, der eine Stärke von 7,9 und massive Verschiebungen entlang des San Andreas Fault verursachte, von einem ähnlich starken Beben verschont geblieben, obwohl kleinere Erschütterungen regelmäßig auftreten.

Das 1906 San Francisco Beben im Norden zerstörte große Teile von San Francisco und kostete über 3000 Menschen das Leben. Experten warnen, dass ein ähnlich starkes Erdbeben künftig auch Südkalifornien treffen könnte, da dort die Spannungen im Untergrund sehr hoch sind.

Picture of San Andreas Fault Unentspannt | USGS, Wikimedia Commons

Eine Studie unter Leitung von Liliane Burkhard von der Uni Bern zeigt, dass die Spannungen entlang der San Andreas Fault und der San Jacinto Fault heute höher sind als in den vergangenen Jahrhunderten. Da sich die tektonischen Platten dort verhaken und die Energie über lange Zeit aufstaut, wächst das Risiko eines starken Erdbebens. Die beiden Verwerfungen nehmen rund 90 Prozent der Plattenbewegung in Südkalifornien auf und gelten daher als besonders kritisch.

Burkhard betont aber, dass die Studie weder den Zeitpunkt noch das Eintreten eines Erdbebens vorhersagen kann. Sie zeigt jedoch, dass das Verwerfungssystem in Südkalifornien derzeit stark belastet ist und sich dort mehr Energie angesammelt hat als in den vergangenen 1.000 Jahren.

14. Juni

4,2 PROZENT INFLATION

Hohe Teuerung bringt US-Notenbank Fed vor Zinssitzung unter Druck


Alexander Hahn
14. Juni 2026, 14:36



In den USA lagen die Verbraucherpreise im Mai um 4,2 Prozent über dem Vorjahresniveau und auch die Spritkosten sind aufgrund Des Iran-Kriegs auf ungewöhnlich hohem Niveau.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung sieht man ganz gut an der Konsumstimmung der US-Haushalte, die von der Uni Michigan seit 1952 erhoben wird. Diese war im Mai 2026 nämlich auf einem historischen Tiefpunkt.

Bild von einem hundert Dollar Schein aus dem Jahre 1862 Schein und Sein | Confederate States of America., Wikimedia Commons

Die US-Notenbank Fed steht vor einer schwierigen Zinsentscheidung unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Während Präsident Trump niedrige Zinsen fordert, muss die Fed ihre beiden Kernziele im Blick behalten: Vollbeschäftigung, die mit einer Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent weitgehend erreicht ist, und Preisstabilität. Da die Inflation über dem angestrebten Niveau liegt, sprechen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundsätzlich eher für höhere Zinsen.

Für viele US-Haushalte hat das Zinsniveau große Bedeutung, da Konsum häufig über Kredite finanziert wird. Die Kreditkartenschulden haben mit 1,25 Billionen Dollar einen Rekordwert erreicht, gleichzeitig ist die Sparquote auf nur noch 2,6 Prozent des Einkommens gefallen. Viele Kreditnehmer haben bereits Schwierigkeiten, ihre Schulden pünktlich zurückzuzahlen.

4. Juni

ENERGIEPOLITIK

Meloni-Regierung sucht Wege für Atomenergie-Comeback in Italien


Dominik Straub
4. Juni 2026, 17:39



Um die Abhängigkeit Italiens von Energieimporten und die Stromkosten für Haushalte und Unternehmen zu reduzieren, will Italiens Regierung Atomreaktoren bauen. Dies war das erklärte Ziel der Meloni-Regierung nach ihrem Wahlsieg 2022. Das Parlament in Rom stimmte nun für ein Rahmengesetz, das den Bau kleiner, aber moderner AKWs ermöglichen soll.

Diese Initiative hat durchaus ihren berechtigten Grund, da Italien stark von Erdgasimporten abhängig ist und etwa die Hälfte des Stroms von Gaskraftwerken erzeugt wird. Diese Abhängigkeit macht das Land besonders anfällig für internationale Krisen und Lieferengpässe.

Bild von einem Atomkraftwerk in der Schweiz AK-Werkli in Leibstadt/CH | Verpacker, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Planung und Umsetzung neuer AKWs wird jedoch viele Jahre dauern. Nach Einschätzung von Umweltminister Fratin könnten die ersten Genehmigungen erst gegen Ende des Jahrzehnts erteilt werden, während die ersten Reaktoren frühestens ab 2035 Strom liefern würden

Auch der Weg zurück zur Atomenergie ist politisch umstritten. Nach dem Super-GAU von Tschernobyl zeigte eine Volksabstimmung von 1987, dass 90% der Wähler den Atomausstieg befürworteten, wonach Italien seine damals vier Atomkraftwerke vom Netz nahm. Um die Stromlücke zu schließen, importiert Italien seitdem elektrische Energie aus Slowenien, Frankreich & Schweiz. Diese Länder produzieren jedoch selber Kernenergie, weswegen Italien dennoch Atomstrom konsumiert.

2010 plante die Regierung Berlusconi den Bau von zehn neuen Kernkraftwerken, doch nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima lehnte die Bevölkerung diese Pläne in einem Referendum 2011 deutlich ab. Auch heute dürfte ein Wiedereinstieg nur mit Zustimmung der Bevölkerung möglich sein.

Zusätzlich verweist die Opposition auf ungelöste Probleme der früheren Atomnutzung. Der Rückbau der stillgelegten Reaktoren ist fast 40 Jahre nach dem Atomausstieg erst zu etwa 30 Prozent abgeschlossen, und für die Lagerung des radioaktiven Abfalls wurde bislang noch kein Endlager gefunden. Diese offenen Fragen erschweren die Umsetzung neuer Atomprojekte erheblich.

18. Mai

GRÜNES PROTEIN

Fünf Gründe, warum man öfter Erbsen essen sollte


Pia Kruckenhauser
18. Mai 2026, 15:00



Erbsen sind ein nährstoffreiches und vielseitiges Lebensmittel, das häufiger auf dem Speiseplan stehen sollte. Ob sie nun zu den Hülsenfrüchten zugehören, oder in die Kategorie Gemüse fallen, steht zwar zur Debatte, aber Erbsen enthalten alle 9 essenziellen Aminosäuren, die der Körper für Muskeln, Wachstum und das Immunsystem benötigt.

Obwohl sie in Sachen Proteingehalt nicht ganz mit Linsen oder Kichererbsen mithalten können, sind sie eine gut verwertbare und leicht verdauliche Proteinquelle.

Bild von Erbsenblüte Flavo Flav | Wikimedia Commons

Außerdem sind Erbsen reich an Ballaststoffen. Diese unterstützen die Verdauung, fördern eine gesunde Darmflora und helfen dabei, Blutzucker- sowie Cholesterinspiegel zu regulieren. Gleichzeitig enthalten sie wichtige Mikronährstoffe wie Eisen sowie Flavonoide (antioxidative Pflanzenstoffe), die entzündungshemmend wirken und mit einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit in Verbindung gebracht werden.

Neben den gesundheitlichen Vorteilen überzeugen Erbsen auch im Alltag: Sie sind günstig, lange haltbar und unkompliziert zuzubereiten. Ob frisch, tiefgekühlt oder aus der Dose – sie lassen sich vielseitig einsetzen und verursachen kaum Lebensmittelabfall. Besonders Tiefkühlerbsen gelten als praktisch, da ihre Nährstoffe durch das schnelle Einfrieren gut erhalten bleiben.

10. Mai

SÜDATLANTISCHE ANOMALIE

Rätselhafte Schwäche des Erdmagnetfelds dürfte regelmäßig wiederkehren


Klaus Taschwer
10. Mai 2026, 11:55



Das Magnetfeld der Erde schützt den Planeten vor kosmischer Strahlung und entsteht durch Strömungen aus geschmolzenem Eisen im äußeren Erdkern. Ohne diesen unsichtbaren Schutzschild wären Satelliten, technische Systeme und auch das Leben auf der Erde deutlich stärker gefährdet.

Magnetisches Feld der Erde Mag net im Süden | https://www.ncei.noaa.gov/

Seit etwa 200 Jahren schwächt sich das Magnetfeld jedoch messbar ab. Besonders auffällig ist die sogenannte Südatlantische Anomalie über Teilen Südamerikas und des südlichen Atlantiks, die bereits 1830 von Alexander von Humboldt beschrieben wurde. Dort sank die magnetische Feldstärke zuletzt auf weniger als die Hälfte des mitteleuropäischen Werts.

Forschende wollten deshalb herausfinden, ob diese Schwächung ein einmaliges Ereignis oder Teil eines wiederkehrenden Musters ist. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Miriam Gómez-Paccard analysierte dafür sogenannte Paläointensitätsdaten aus gebranntem Ton und vulkanischem Gestein. Diese Materialien speichern Informationen über frühere Magnetfelder.

Die Studie konzentrierte sich auf Zentral- und Südamerika, wo bisher nur wenige Daten vorlagen. Mithilfe neuer Messungen über einen Zeitraum von rund 2000 Jahren zeigte sich, dass Regionen mit schwacher magnetischer Intensität in der Südhalbkugel mehrfach und über lange Zeiträume auftraten.

Außerdem stellten die Forschenden fest, dass sich solche Schwächezonen geografisch verlagern können. Frühere Anomalien bewegten sich offenbar vom Indischen Ozean über Afrika bis nach Südamerika – ähnlich wie die heutige Südatlantische Anomalie.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Veränderungen des Erdmagnetfelds Teil eines natürlichen und wiederkehrenden Prozesses im Erdinneren sind. Dennoch bleibt die Entwicklung wichtig, da ein schwächeres Magnetfeld Auswirkungen auf Satelliten, Raumfahrt und technische Infrastruktur haben kann.

8. Mai

TEURE ENERGIE

Wie Europas Staaten den jüngsten Energiepreisschock zu dämpfen versuchen


Günther Strobl
8. Mai 2026, 16:20



Der Angriffskrieg auf den Iran hat auch die europäischen Energiemärkte hart getroffen – der Dieselpreis stieg um 26 %, der von Benzin um 12 %. Der Gaspreis verdoppelte sich sogar für eine kurze Periode.

Foto einer Tankstelle in Indonesien Energiemarkt | Michael Day, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Man könnte meinen, dass Europa die gleichen Lehren aus dem Ukraine-Krieg gezogen hat, um die Auswirkungen auf die Bevölkerung und Wirtschaft zu minimieren. Jedoch hat sich herausgestellt, dass die Länder eine unterschiedliche Herangehensweise verfolgen.

Auf insgesamt elf Milliarden Euro summieren sich die Hilfspakete der Länder – wobei Deutschland und Spanien zusammen mehr als die Hälfte von dieser Summe ausgeben.

Österreich, Deutschland, Italien und Polen verfolgen die Strategie der Steuersenkung auf Kraftstoffpreise, von der die Ökonomen abraten, weil es nicht dazu führt, dass weniger Kraftstoff in einer Ölkrise verbraucht wird, und die Energiewende antreibt.

Ökonomen befürworten das, was auch die EU-Kommission, EZB und IWF selbst empfehlen: gezielte Hilfen für einkommensschwache Haushalte sowie Investitionen, die Europas Abhängigkeit von Öl und Gas dauerhaft verringern.

Belgien, Niederlande, Schweden und Großbritannien etwa setzen auf gezielte Hilfen für bedürftige Haushalte und Unterstützung bei den Heizkosten sowie die Förderung von Energieeffizienz. Schweden kombiniert Stromkostenzuschüsse mit neuen Fördermitteln für Elektroautos und Energiesparprogrammen in Behörden.

Auf höherer Ebene beschloss die EU-Kommission Ende April einen befristeten Krisenrahmen, um besonders betroffene Branchen zu entlasten. Mitgliedstaaten dürfen energieintensive Unternehmen künftig stärker bei Stromkosten unterstützen, allerdings unabhängig davon, ob diese Energie sparen. Experten des Bruegel Instituts sehen darin nur eine kurzfristige Lösung und fordern eine schnellere Elektrifizierung mit mehr erneuerbaren Energien, Wärmepumpen und Elektromobilität, um Europas Abhängigkeit von fossilen Energien zu verringern.

7. Mai

ÖSTERREICH IM TROCKENEN

Knappes Wasser als heißes Eisen: Wie viel müssen wir über unseren Verbrauch wissen?


Verena Kainrath
7. Mai 2026, 05:00



Der weltweit führende Hochwasser-Hydrologe, Günter Blöschl, warnt angesichts der anhaltenden Trockenheit vor einem schwierigen Jahr für die Wasserversorgung in Österreich. Um die Wasserknappheit zu lindern, wäre laut dem TU-Wien-Experten etwa eine Woche Dauerregen nötig.

Der April brachte nur ein Drittel der üblichen Niederschlagsmenge, die Grundwasserstände liegen deutlich unter dem Normalwert. Auch Skandinavien verzeichnete außergewöhnlich trockene Monate.


Panikmacherbild

Besonders betroffen sind laut Wasserexperten Regionen wie das Wiener Becken und das Burgenland. Die Landwirtschaft benötigt dort viel Wasser, wo gleichzeitig starke Verdunstung und geringe Reserven herrschen.

Bauern berichten bereits von vertrockneten Flächen, versiegenden Quellen und Futtermangel für Tiere. Gemeinden warnen vor Engpässen bei der Trinkwasserversorgung und schränken teilweise das Befüllen privater Pools ein.

Diskutiert wird nun auch der Umgang mit Wasserressourcen. Umweltorganisationen fordern strengere Kontrollen und mehr Transparenz bei der Wasserentnahme durch Landwirtschaft und Industrie.

Experten kritisieren zudem das veraltete Wasserrecht und das Fehlen einer nationalen Wasserstrategie. Gleichzeitig wird über mögliche Kostenmodelle debattiert, wobei viele vor einer Privatisierung der Wasserversorgung warnen.

Fachleute sehen langfristig vor allem Anpassungen an den Klimawandel als notwendig an: mehr Renaturierung, Entsiegelung, Wiedervernässung von Mooren und Investitionen in Brunnen, Speicher und Leitungen.

Zwar verweist Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig auf hunderte genehmigte Infrastrukturprojekte, Experten halten die bisherigen Maßnahmen jedoch für unzureichend.

6. Mai



Foodwatch Österreich hat die in Österreichs Supermärkten angebotenen Lachsprodukte auf ihre Herkunft untersucht. Das Ergebnis: Nur 3 der 84 getesteten Lachsprodukte konnten auf die genaue Fischfarm, auf der sie gezüchtet wurden, zurückverfolgt werden.

Lachs in Alaska | C. Strässler, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Trotz Gütesiegel (ASC, GGN etc.) und Tracking-Codes, die die Herkunft des Fisches laut Hersteller angeben sollen, bestand bei 26 dieser Produkte nicht mal die Möglichkeit, die Herkunft herauszufinden, während bei 55 anderen es nicht eindeutig feststellbar war.

Statt des konkreten Zuchtbetriebs wird nämlich oft nur auf die Händler des Fisches verwiesen. Manchmal ist das eine Liste von Dutzenden Produzenten bei der nicht klar ist, wer denn nun der Züchter ist. Bei den Tracking-Tools verläuft sich durch fehlerhafte oder widersprüchliche Ergebnisse die Spur im Sande.

Foodwatch kritisiert, dass viele in Österreich verkaufte Lachsprodukte aus Aquakulturbetrieben stammen, die mit wiederkehrenden Skandalen in Verbindung gebracht werden. Dort verschleiern mangelnde Transparenz schweres Tierleid und hohe Verlustraten. Die Organisation fordert vollständige Rückverfolgbarkeit, unabhängige Kontrollen und ein Ende der Zertifizierung von Fischfarmen mit dokumentierten Massensterben.

Die drei Lachs-Produkte, die rückverfolgbar waren, wurden in der Studie übrigens nicht genannt.

4. Mai

ALIENS UNTER WASSER

Ist Oktopus-Intelligenz fundamental anders als unsere?


Karin Krichmayr
4. Mai 2026, 05:00



Ihre Augen, die uns vertraut erscheinen, sind trotzdem so anders aufgebaut als die von uns Wirbeltieren, dass selbst Oktopus-Forscher öffentlich eingestehen, dass sie “keine Ahnung haben, wie sie funktionieren”.

Octopus vulgaris | Quelle: Wikimedia Commons

Die Entwicklungslinien von Oktopoden und Wirbeltieren trennten sich vor mehr als 500 Millionen Jahren, als es in der Natur noch keine Gehirne und Augen gab. Ihre Gehirne weisen jedoch überraschende Ähnlichkeiten auf, beispielsweise Formen der synaptischen Verstärkung, die für das Gedächtnis wichtig sind – allerdings durch unterschiedliche molekulare Mechanismen. Dies ist ein Beispiel für konvergente Evolution. Insgesamt zeigen die Forschungsergebnisse eine Mischung aus Gemeinsamkeiten und Unterschieden, und Wissenschaftler arbeiten derzeit an der Kartierung eines vollständigen Konnektoms ihres Nervensystems.

3. Mai

DOKTOR CHATGPT

Gängige Sprach-KI trifft bessere medizinische Entscheidungen als Ärzte


Reinhard Kleindl
3. Mai 2026, 12:02



KI-Chatbots wie Claude, ChatGPT oder Gemini sind bekanntlich "nur" große Sprachmodelle, dessen Algorithmen die Fähigkeit zur Textgenerierung aus einem riesigen Datenbestand haben. Diese KI-Tools werden aber bereits oft von uns, aber auch Ärzten, als Diagnosewerkzeug für medizinische Angelegenheiten benutzt. Fachkundige weisen bereits darauf hin, dass die Gefahr besteht, dass Mediziner genauso wie Laien ein Übervertrauen in den KI-Antworten haben.

Durch das o1-Modell von OpenAI, das im September 2024 in ChatGPT integriert wurde, besitzt dieses Tool aber nun auch eine “Reasoning”-Fähigkeit, und kann nun in Echtzeit logische Schlussfolgerungen ziehen.

Im Fachjournal Science erschien letzten Donnerstag eine Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass dieses KI-Modell im Vergleich mit Medizinern in allgemeinen medizinischen Fragen gut abschneidet.

Brodeur und sein Team von der Tufts University verglichen die OpenAI o1-Serie direkt mit Hunderten von Ärzten und Ärztinnen unterschiedlicher Ausbildungs- und Erfahrungsstufen anhand verschiedener klinischer Fälle. Diese reichten von publizierten Patientenvignetten bis hin zu Untersuchungen von neu aufgenommenen Notfallpatienten und umfassten klinische Aufgaben wie Diagnose und Behandlungsplanung. In unterschiedlichen Szenarien und Anwendungen übertraf das umfangreiche Sprachmodell sowohl menschliche Ärzte als auch ältere Modelle, was sein Potenzial für die klinische Versorgung unterstreicht.

Die Zukunft, dh. Langzeitstudien, werden hoffentlich beweisen, ob KI-Chatbots tatsächlich einen positiven Einfluss auf die Erkennung und Benennung von Krankheiten haben werden. Nichtdestotrotzem können Chatbots als Zweitmeinungs-Werkzeuge nützlich werden, etwa um seltene Diagnosen nicht zu übersehen.

30. April

KOMMENTAR

Lasst die jungen Menschen am Arbeitsmarkt nicht im Stich!


Anika Dang
30. April 2026, 09:00



Junge Menschen haben es derzeit besonders schwer am Arbeitsmarkt: Dutzende Bewerbungen führen zu kaum Rückmeldungen und keinen Zusagen. Einstiegsjobs und Ausbildungsplätze werden in Krisenzeiten am ehesten gestrichen, die Jugendarbeitslosigkeit bleibt hoch.

Während ältere Arbeitskräfte politisch stärker unterstützt werden, fühlen sich Junge oft übersehen und abgewiesen – was auch ihr Selbstwertgefühl belastet. Zwar erwarten Expert:innen künftig mehr Jobs durch Pensionierungen, doch gleichzeitig gab es 2025 20% weniger (beim AMS gemeldete) offene Stellen als 2024.

Kurzfristiges Sparen beim Nachwuchs schadet langfristig auch Unternehmen. Gefordert sind daher Politik und Wirtschaft, jetzt gezielt in junge Menschen zu investieren und ihnen bessere Chancen zu bieten.