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Geburtstage heute


Ein Hund uns ein beleibter Mann sitzen im Garten

Eine handverlesene Auswahl...


WER HEUTE GEBOREN WURDE

Geburtstage historischer Persönlichkeiten

Welchen historischen Geburtstag gibt's denn heute? Hier ist eine unvollständige Liste besonderer Menschen aus Wissenschaft, Kunst, Politik, Philosophie und Gesellschaft, die genau an diesem Tag geboren wurden. Von visionären Erfindern über mutige Bürgerrechtler bis hin zu großen Denkern und Künstlern – hier stehen jene Menschen im Mittelpunkt, deren Ideen, Werke und Taten unsere Zivilisation geprägt und weiterentwickelt haben.

So konsequent wie möglich, versuchen wir täglich neue Biografien zu entdecken und die Geschichten hinter den Namen kennenzulernen. Jeder Artikel beleuchtet Leben, Herausforderungen und Errungenschaften außergewöhnlicher Persönlichkeiten und zeigt, wie ihr Wirken bis heute nachhallt. So entsteht ein täglicher Blick auf die Menschen, die Fortschritt möglich gemacht und die Welt nachhaltig verändert haben.

8. bis 30. Juli

9. Juli

Elias Howe
Portrait von Elias Howe

Howe war ein US-amerikanischer Erfinder, der mit der Entwicklung einer praxistauglichen Nähmaschine die Textilindustrie nachhaltig veränderte. Seine 1846 patentierte Konstruktion mit einer Nadel, deren Öhr sich an der Spitze befand, und dem sogenannten Doppelsteppstich bildete die Grundlage moderner Nähmaschinen und erleichterte die Versorgung der Bevölkerung mit erschwinglicher Kleidung.

Anfangs hatte Howe große Schwierigkeiten, seine Erfindung wirtschaftlich durchzusetzen. Erst nach erfolgreichen Patentprozessen gegen Nachahmer erhielt er die Anerkennung und die finanziellen Mittel, die ihm zustanden. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs produzierte seine Firma Nähmaschinen und Ausrüstung für die Armee, wodurch sich die neue Technik weiter verbreitete.

Die Nähmaschine verkürzte die Herstellungszeit von Kleidung erheblich, und machte damit Textilien günstiger was maßgeblich zur Industrialisierung der Bekleidungsbranche beitrug. Gleichzeitig veränderte sie die Arbeitswelt, indem sie neue Arbeitsplätze schuf und die Massenproduktion von Kleidung ermöglichte.

8. Juli

May Picqueray
Portrait von May Picqueray

Picqueray war eine französische Anarchistin, Pazifistin und Gewerkschafterin, die zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der libertären Bewegung des 20. Jahrhunderts zählt. Ihr Leben war ein lebenslanger Aufstand gegen Ungerechtigkeit.

Internationale Bekanntheit erlangte sie Anfang der 1920er-Jahre durch ihren entschiedenen Protest gegen das Todesurteil gegen die Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti.

Während des Spanischen Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs unterstützte Picqueray Menschen auf der Flucht, organisierte Hilfsnetzwerke und half Verfolgten mit großem persönlichem Risiko. Gleichzeitig kritisierte sie nicht nur Faschismus und Nationalsozialismus, sondern auch den autoritären Kommunismus in der Sowjetunion.

Nach dem Krieg setzte sie ihr Engagement als Journalistin und Herausgeberin der pazifistischen Zeitschrift Le Réfractaire fort. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1983 engagierte sie sich für Friedenspolitik, Antimilitarismus und soziale Bewegungen.

ARCHIV



28. Juni

Jean-Jacques Rousseau
Portrait von Jean-Jacques Rousseau

Rousseau war zeit seines Lebens dafür bekannt, die politischen und gesellschaftlichen Annahmen seiner Zeit in Frage zu stellen. Er argumentierte, dass legitime politische Autorität vom Volk und nicht von Königen oder ererbten Privilegien ausgeht.

Sein berühmtestes politisches Werk, „Der Gesellschaftsvertrag“, führte die Idee ein, dass Regierungen ihre Autorität von der Zustimmung der Regierten ableiten sollten. Rousseau glaubte, dass Bürger an der Gestaltung der Gesetze, unter denen sie leben, beteiligt sein sollten und dass politische Macht dem Gemeinwohl dienen sollte. Diese Ideen prägten das intellektuelle Klima, das zur Französischen Revolution beitrug und spätere demokratische Bewegungen weltweit beeinflusste.

Mit seinem Buch „Emile“ schrieb er auch eine umfassende Erziehungslehre. Darin beschwört er die freie Entfaltung des Kindes, und argumentierte, dass Kinder am besten lernen, wenn die Bildung ihrer natürlichen Entwicklung folgt und nicht auf strenger Disziplin und Auswendiglernen beruht. Viele moderne pädagogische Ansätze, die Neugier, Erfahrung und die Bedürfnisse des Kindes betonen, lassen sich intellektuell auf Rousseaus Ideen zurückführen.

Paradoxerweise wollte er mit den eigenen 5 Kindern nie was zu tun haben und brachte sie gleich nach der Geburt in ein Waisenhaus.

27. Juni

Helen Keller
Portrait von Hellen Keller

Keller war eine amerikanische Autorin, Pädagogin und Aktivistin, die zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Behindertenrechtsbewegung wurde.

Obwohl sie als Baby durch eine Krankheit taub und blind geworden war, schloss sie 1904 ihr Studium am Radcliffe College ab und war damit die erste taubblinde Person, die einen Bachelor of Arts erwarb. Dieser Erfolg widerlegte weit verbreitete Vorurteile über die intellektuellen Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen und inspirierte Bestrebungen, Bildungschancen und Barrierefreiheit weltweit zu verbessern.

Als Autorin verfasste Keller zahlreiche Bücher und Artikel, darunter ihre Autobiografie „The Story of my Life“. Durch ihre Schriften und öffentlichen Vorträge teilte sie ihre Erfahrungen und setzte sich für ein besseres Verständnis von Behinderung ein. Ihre Geschichte erreichte Millionen von Lesern und trug zu einem inklusiveren Bild von Menschen mit Behinderungen bei, indem sie deren Potenzial statt ihrer Einschränkungen betonte.

Keller war zudem eine engagierte Sozialaktivistin. Sie setzte sich für bessere Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen ein, unterstützte Arbeitnehmerrechte, kämpfte für das Frauenwahlrecht und engagierte sich für soziale Gerechtigkeit.

26. Juni

Pearl S. Buck
Portrait von Pearl S. Buck

Buck war Schriftstellerin und Sozialaktivistin, deren Leben und Werk dazu beitrugen, die kulturellen Gräben zwischen Ost und West zu überbrücken.

Aufgewachsen in China als Tochter von Missionaren, entwickelte sie ein tiefes Verständnis der chinesischen Gesellschaft zu einer Zeit, als viele westliche Leser kaum Berührungspunkte damit hatten.

In ihrem Roman „The Good Earth“ schildert Buck das Leben chinesischer Bauernfamilien in einer Zeit des sozialen und wirtschaftlichen Wandels. Es wurde ein Bestseller, gewann 1932 den Pulitzer-Preis für Belletristik und eröffnete Millionen von Lesern ein menschlicheres und differenzierteres Bild der chinesischen Kultur.

1938 wurde Buck als erste Amerikanerin mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Das Nobelkomitee würdigte sie für ihre einfühlsamen und detailreichen Darstellungen des Lebens in China sowie für ihren Beitrag zum interkulturellen Verständnis.

Neben ihrer literarischen Tätigkeit engagierte sich Buck unermüdlich für soziale Gerechtigkeit. Sie sprach sich gegen Rassendiskriminierung aus, unterstützte Frauenrechte und setzte sich für Gleichberechtigung ein. Sie nutzte ihre öffentliche Bekanntheit, um die Akzeptanz von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu fördern.

16. Juni

Mohammad Mossadegh
Portrait von Mohammad Mossadegh

Mossadegh war ein iranischer Politiker und Premierminister, der zum Symbol sowohl der Demokratie als auch der nationalen Unabhängigkeit im Iran wurde. Im Jahr 1951 leitete er die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie und beendete damit die britische Kontrolle über eine Ressource, von der viele Iraner glaubten, sie sei jahrzehntelang ausgebeutet worden.

Mossadegh war wichtig für die iranische Demokratisierung und Unabhängigkeit, weil er die Rolle des iranischen Parlaments stärkte und versuchte, die Macht des Schahs einzuschränken, indem er eine repräsentativere und verfassungsmäßigere Regierungsform förderte. Zudem bestand er darauf, dass der Iran und nicht ausländische Mächte seine eigenen natürlichen Ressourcen und seine politische Zukunft kontrollieren sollten.

Im Jahr 1953 wurde seine Regierung durch einen von den USA und England unterstützten Putsch gestürzt, nachdem es zu Konflikten um die Verstaatlichung von Erdöl und die Politik des Kalten Krieges gekommen war. Viele Historiker sehen in seiner Absetzung einen großen Rückschlag für die iranische Demokratie und einen Wendepunkt, der die spätere Geschichte Irans prägte.

15. Juni

Paul Rusesabagina
Portrait von Paul Rusesabagina

Rusesabagina ist vor allem für seine Rolle während des Völkermords in Ruanda 1994 bekannt. Damals war er Manager des Hôtel des Mille Collines in Kigali.

Berichten zufolge half er, Zivilisten – hauptsächlich Tutsi und einige gemäßigte Hutu – zu schützen, die im Hotel Zuflucht suchten, als sich die Massaker in der Stadt ausbreiteten. Das Hotel wurde für über 1.000 Menschen zum sicheren Hafen.

Seine Geschichte inspirierte den Film „Hotel Ruanda“ aus dem Jahr 2004, in dem er von Don Cheadle verkörpert wurde. Der Film porträtierte ihn als mutigen Mann, der seine Position, seine Kontakte und sein Verhandlungsgeschick nutzte, um Flüchtlinge zu schützen.

Später engagierte er sich in oppositionellen politischen Gruppen die gegen die ruandische Regierung auftraten. 2020 wurde er verhaftet und nach Ruanda überführt, wo er wegen Terrorismusvorwürfen im Zusammenhang mit einer regierungsfeindlichen bewaffneten Gruppe verurteilt wurde. Der Fall rief Kritik von Menschenrechtsorganisationen hervor. 2023 wurde er nach einer Begnadigung durch den Präsidenten aus der Haft entlassen.

20. Mai

John Stuart Mill
Portrait von John Stuart Mill

Mill war einer der einflussreichsten Denker des 19. Jahrhunderts. Er entwickelte den Utilitarismus weiter – die Idee, dass moralisches Handeln das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl fördern soll. Anders als frühere Vertreter dieser Lehre unterschied er jedoch zwischen „höheren“ und „niederen“ Formen des Glücks und betonte die Bedeutung von Bildung, Kultur und individueller Entfaltung.

Besonders bekannt wurde Mill durch sein Werk On Liberty. Darin verteidigte er die individuelle Freiheit gegenüber staatlicher und gesellschaftlicher Bevormundung. Sein berühmtes „Schadensprinzip“ besagt, dass die Freiheit eines Menschen nur dann eingeschränkt werden darf, wenn dadurch Schaden für andere verhindert wird. Diese Ideen hatten großen Einfluss auf moderne liberale Demokratien, Menschenrechte und Vorstellungen von Meinungsfreiheit.

Mill setzte sich außerdem früh für die Gleichberechtigung der Frauen ein. In seinem Werk The Subjection of Women argumentierte er gegen die rechtliche und gesellschaftliche Unterordnung von Frauen und forderte gleiche Bildungs- und politische Rechte. Damit gehörte er zu den wichtigen frühen Stimmen des modernen Feminismus.

Auch in der Volkswirtschaftslehre hinterließ Mill bedeutende Spuren. Er verband klassische ökonomische Ideen mit sozialpolitischen Überlegungen und diskutierte Fragen von sozialer Gerechtigkeit, Eigentum und Arbeitsbedingungen. Sein Einfluss reicht bis heute in Philosophie, Politikwissenschaft, Ökonomie und liberale Gesellschaftstheorien hinein.

19. Mai

Mustafa Kemal Atatürk
Portrait von Mustafa Kemal Atatürk

Atatürk gilt als der Begründer der modernen Türkei. Nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches führte er den Türkischen Befreiungskrieg an und gründete 1923 die Republik Türkei. Damit beendete er die jahrhundertelange Herrschaft des Sultanats und schuf einen modernen Nationalstaat.

Zu seinen wichtigsten Errungenschaften zählen umfassende Reformen zur Modernisierung und Säkularisierung des Landes. Atatürk trennte Religion und Staat, schaffte das Kalifat ab und führte ein weltliches Rechtssystem nach europäischem Vorbild ein. Außerdem reformierte er das Bildungswesen, stärkte staatliche Schulen und förderte Wissenschaft und moderne Bildung.

Ein besonders bedeutender Schritt war die Einführung des lateinischen Alphabets im Jahr 1928 anstelle der osmanisch-arabischen Schrift. Dadurch sollte die Alphabetisierung erleichtert und die Bevölkerung stärker an die moderne Welt angebunden werden. Gleichzeitig reformierte er Sprache und Verwaltung, um eine gemeinsame nationale Identität zu fördern.

Auch die Rechte der Frauen wurden unter Atatürk deutlich erweitert. Frauen erhielten Zugang zu Bildung und Berufen sowie das Wahlrecht auf kommunaler und nationaler Ebene. Darüber hinaus setzte seine Regierung auf wirtschaftliche Modernisierung, Industrialisierung und den Ausbau der Infrastruktur.

11. Mai

Jiddu Krishnamurti
Portrait von Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti war ein spiritueller Lehrer, Schriftsteller und Redner. Als Kind wurde er von Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft adoptiert, die glaubten, er werde ein „Weltenlehrer“, der die spirituelle Entwicklung der Menschheit leiten sollte.

1929 lehnte Krishnamurti diese Rolle ab, verließ die Theosophische Bewegung und löste den um ihn gegründeten Order of the Star in the East auf. Er verbrachte den Rest seines Lebens damit, weltweit über psychische Freiheit, Selbsterkenntnis und innere Transformation zu reisen und zu sprechen.

Ein zentraler Gedanke seiner Lehren war, dass „die Wahrheit ein pfadloses Land ist“. Er riet den Menschen davon ab, Gurus, Religionen, Doktrinen oder irgendeiner Autorität, einschließlich seiner selbst, zu folgen. Stattdessen betonte er die direkte Beobachtung des Geistes durch „wahlloses Gewahrsein“, eine Form tiefer, passiver Aufmerksamkeit, die er als Wesen wahrer Meditation betrachtete.

Krishnamurti erlangte nach der Veröffentlichung von „The First and Last Freedom“ und späteren Werken weite Bekanntheit. Heute bewahren Stiftungen in Indien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten seine Lehren und sein pädagogisches Werk.

9. Mai

Sophie Scholl
Portrait von Sophie Scholl

Sophie Scholl war eine deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und vier weiteren Personen gehörte sie zur Widerstandsgruppe Weiße Rose in München. Die Gruppe verfasste und verteilte Flugblätter, in denen sie die Verbrechen des NS-Regimes kritisierten und die Menschen zum Nachdenken und Widerstand aufrief. Damit widersetzte sie sich offen dem Regime, obwohl sie wusste, dass ihr dafür Gefängnis oder der Tod drohten.

Obwohl sie erst 21 Jahre alt war, blieb sie auch nach ihrer Verhaftung standhaft und verteidigte ihre Überzeugungen vor Gericht. Das Photo entstand nach ihrer Verhaftung durch die Gestapo. Zwei Tage später wurden Sophie und Hans Scholl vor dem NS-Gericht zu Tode verurteilt und am selben Tag hingerichtet.

8. Mai

Henry Dunant
Portrait von Henry Dunant

Der Schweizer Henry Dunant war besonders, weil er die Idee einer neutralen humanitären Hilfe für Kriegsopfer entwickelte und damit das moderne humanitäre Völkerrecht mitprägte.

Der entscheidende Auslöser seines Lebenswerks war die Schlacht von Solferino, die er 1859 miterlebte. Er war erschüttert von den tausenden verwundeten Soldaten, die ohne Versorgung auf dem Schlachtfeld lagen. Daraufhin organisierte er spontan Hilfe für Verwundete – unabhängig davon, auf welcher Seite sie gekämpft hatten.

Sein Buch Eine Erinnerung an Solferino führte schließlich zur Gründung des Internationales Komitee vom Roten Kreuz und später zu den Genfer Konventionen.

Für sein Engagement erhielt Dunant 1901 gemeinsam mit Frédéric Passy den zum allerersten mal vergebenen Friedensnobelpreis.

7. Mai

Olympe de Gouges
Portrait von Olympe de Gouges

De Gouges stellte die Grenzen der Französischen Revolution – insbesondere deren Versäumnis, Frauen Rechte einzuräumen – infrage. Mit hohem Risiko vertrat sie ihre Ideen, was sie zu einer der ersten modernen Verfechterinnen der Frauenrechte und der Gleichberechtigung machte.

1791 verfasste sie die bahnbrechende „Erklärung der Rechte der Frau und der Bürgerin“ und reagierte damit direkt auf die offizielle Revolutionserklärung, die Frauen ausschloss. Darin argumentierte sie, dass Frauen die gleichen rechtlichen, politischen und sozialen Rechte wie Männer haben sollten, darunter das Wahlrecht, das Recht auf Eigentum und das Recht auf politische Teilhabe – Ideen, die ihrer Zeit weit voraus waren.

Sie engagierte sich auch vehement als einer der Ersten gegen Sklaverei und soziale Ungerechtigkeit im Allgemeinen und nutzte ihre Theaterstücke und Pamphlete, um Reformen voranzutreiben.

Ihr mutiger Aktivismus brachte ihr jedoch Feinde ein: In der radikalen Phase der Revolution wurde sie verhaftet und 1793 mit der Guillotine hingerichtet.

5. Mai

Søren Kierkegaard
Portrait von Søren Kierkegaard

Kierkegaard gilt als der Wegbereiter des Existenzialismus, da ein Großteil seines philosophischen Werks sich damit befasste, wie man als einzelnes Individuum richtig lebt, und er stets die Bedeutung von Authentizität, persönlicher Entscheidungsfreiheit sowie der Pflicht zur Liebe hervorhob. Zu seinen Lebzeiten wurde er kaum gewürdigt, doch später hatten seine 7000-seitigen Tagebuchaufzeichnungen und Werke wie Entweder – Oder (1843) sowie Furcht und Zittern (1843) großen Einfluss auf Philosophie, Theologie und Psychologie.

Für ihn hatte die tatsächliche menschliche Realität den Vorrang vor abstraktem Denken, da er argumentierte, dass Wahrheit nicht nur etwas Objektives „da draußen“ ist, sondern etwas, das man persönlich erleben und dem man sich verpflichten muss. Er erforschte Konzepte wie Angst, Verzweiflung und die Notwendigkeit, sinnvolle Entscheidungen ohne Gewissheit zu treffen. Sein berühmter Begriff des „Glaubenssprungs“ beschreibt, wie religiöser Glaube nicht rein rational ist, sondern eine persönliche, subjektive Hingabe erfordert.

Kierkegaard wurde streng religiös erzogen, zugleich war er ein scharfer Kritiker der etablierten Religion, insbesondere der dänischen Staatskirche. Er argumentierte, dass wahres Christentum eine persönliche, leidenschaftliche Hingabe erfordert und nicht bloß gesellschaftliche Konformität.

Er starb an den Folgen von Tuberkulose durch ein Schlaganfall bei einem Spaziergang in Kopenhagen im Alter von 42 Jahren.

4. Mai

Bartolomeo Cristofori
Portrait of the inventor of the piano, B. Cristofori

Das Leben von Mozart, Bach und Beethoven hätte ohne diesen Mann, der von der einflussreichen Familie Medici als Instrumentenbauer engagiert wurde, wohl etwas anders ausgesehen. Denn Cristofori erfand nichts Geringeres als das Klavier. Wann genau ist nicht bekannt, aber es soll um 1700 gewesen sein. Cristofori nannte das Instrument un cimbalo di cipresso di piano e forte ("eine Tastatur aus Zypresse mit leisen und lauten Tönen"), im Laufe der Zeit abgekürzt zu pianoforte, fortepiano und später nur noch piano.

Frühere Tasteninstrumente wie das Cembalo zupften Saiten, sodass sich die Lautstärke nicht durch den Anschlag veränderte. Cristofori hingegen entwickelte einen Mechanismus, bei dem Hämmer die Saiten anschlagen, und – ganz entscheidend – fügte eine Auslösevorrichtung hinzu. Dadurch konnte der Hammer die Saite treffen und sofort zurückschnellen, sodass die Saite frei schwingen konnte, anstatt gedämpft zu werden. Er integrierte außerdem eine Rückholvorrichtung, die den Hammer nach dem Anschlag auffing und so unerwünschte Rückpralle verhinderte, sowie ein System, das eine effektivere Wiederholung von Tönen als frühere Konstruktionen ermöglichte.

Zusammengenommen bedeuteten diese Innovationen, dass ein Spieler Lautstärke und Ausdruck durch Berührung steuern konnte – das charakteristische Merkmal des Klaviers und der Grund, warum es schließlich frühere Tasteninstrumente verdrängte.

Die Gesamtzahl der von Cristofori gebauten Klaviere ist unbekannt. Nur drei sind heute noch erhalten, alle aus den 1720er Jahren.

1. Mai

Santiago Ramón y Cajal
Selbstportrait von Drawing of man listening to ASMR and going to sleep

Cajal wird oft als „Vater der modernen Neurowissenschaften“ bezeichnet, denn seine Arbeit ermöglichte spätere Entdeckungen über Hirnfunktionen und Krankheiten. Nahezu die gesamte moderne Neurowissenschaft baut auf seinen Erkenntnissen auf.

Während viele Wissenschaftler damals glaubten, das Nervensystem sei ein zusammenhängendes Netzwerk, zeigte Cajal, dass es aus einzelnen Zellen – den Neuronen – besteht. Dies wurde als Neuronentheorie bekannt – eine grundlegende Idee der Neurowissenschaften.

Mithilfe einer verbesserten Färbemethode erstellte Cajal detaillierte Zeichnungen von Neuronen und Hirngewebe, die zeigten, wie Neuronen organisiert sind und miteinander kommunizieren.

Er entdeckte zudem, dass Nervensignale nur in eine Richtung verlaufen – von den Dendriten über den Zellkörper zum Axon. Dieses Gesetz der dynamischen Polarisation ist wesentlich für das Verständnis der Informationsverarbeitung im Gehirn.

1906 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.