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Geburtstage heute


Ein Hund uns ein beleibter Mann sitzen im Garten

Eine handverlesene Auswahl...


WER HEUTE GEBOREN WURDE

Geburtstage historischer Persönlichkeiten

Welchen historischen Geburtstag gibt's denn heute? Hier ist eine unvollständige Liste besonderer Menschen aus Wissenschaft, Kunst, Politik, Philosophie und Gesellschaft, die genau an diesem Tag geboren wurden. Von visionären Erfindern über mutige Bürgerrechtler bis hin zu großen Denkern und Künstlern – hier stehen jene Menschen im Mittelpunkt, deren Ideen, Werke und Taten unsere Zivilisation geprägt und weiterentwickelt haben.

So konsequent wie möglich, versuchen wir täglich neue Biografien zu entdecken und die Geschichten hinter den Namen kennenzulernen. Jeder Artikel beleuchtet Leben, Herausforderungen und Errungenschaften außergewöhnlicher Persönlichkeiten und zeigt, wie ihr Wirken bis heute nachhallt. So entsteht ein täglicher Blick auf die Menschen, die Fortschritt möglich gemacht und die Welt nachhaltig verändert haben.

8. Juli bis 20. August

21. August

Stephen Hillenburg
Photo von Stephen Hillenburg

Hillenburg war Animator, Meeresbiologe und vor allem der Schöpfer der weltweit geliebten Zeichentrickserie SpongeBob Schwammkopf. Schon als Kind wuchs in ihm eine Leidenschaft für das Meer und das Zeichnen. Nach seinem Studium der Meeresbiologie arbeitete er zunächst als Lehrer und brachte Kindern die faszinierende Welt der Meere näher.

Parallel dazu wandte sich Hillenburg der Animation zu und studierte am California Institute of the Arts. Sein profundes Wissen über das Meer verband er später mit seiner kreativen Arbeit

Er entwarf ursprünglich – während seiner Tätigkeit als Meerespädagoge – einen pädagogischen Comic mit dem Titel The Intertidal Zone, in dem anthropomorphe Meeresbewohner auftraten. Dies bildete schließlich die kreative Grundlage für SpongeBob, Patrick, Thaddäus, Plankton usw.

Die Serie startete 1999 bei Nickelodeon und wurde zu einem weltweiten Erfolg, der bis heute andauert (339 Episoden insgesamt). Hillenburg war maßgeblich an der Gestaltung der Figuren, Geschichten und des besonderen Humors der Serie beteiligt.

2017 wurde bei Hillenburg ALS diagnostiziert. Er arbeitete trotz seiner Erkrankung noch an seinen Projekten weiter und starb im Alter von 57 Jahren.

[Photo-Quelle: Carlos Cazurro Burgos, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons]

Rudolf von Österreich-UngarnLili BoulangerCount BasieWilt ChamberlainKenny RogersSergey BrinUsain BoltHayden Panettiere

20. August

Jöns Jakob Berzelius
Photo von Erwin Schrödinger

Berzelius war ein schwedischer Chemiker, der an der Weiterentwicklung der Chemie und insbesondere für das spätere Verständnis des Periodensystems maßgeblichen Anteil hatte. Sein Vermächtnis besteht vor allem darin, dass er die Chemie von einer teilweise spekulativen Naturwissenschaft zu einer quantitativen und systematisch arbeitenden Disziplin mitentwickelte.

Während er Medizin an der Universität Uppsala studierte, entwickelte er ein starkes Interesse an der Chemie und widmete sich anschließend intensiv der naturwissenschaftlichen Forschung. 1807 wurde er Professor für Chemie und Pharmazie am Karolinska-Institut in Stockholm.

Berzelius entdeckte bzw. isolierte mehrere chemische Elemente, darunter Cer, Selen, Silizium, Zirkonium und Thorium, und er konnte die Atomgewichte zahlreicher Elemente mit für seine Zeit außergewöhnlicher Genauigkeit bestimmen. Auch die bis heute verwendeten Buchstabensymbole für chemische Elemente (z.B. O für Sauerstoff, Fe für Eisen und Ag für Silber) gehen auf seine Kappe.

Er unterschied außerdem zwischen organischen und anorganischen Stoffen und leistete wichtige Beiträge zur Elektrochemie. Seine Untersuchungen zur chemischen Zusammensetzung von Verbindungen halfen dabei, die damals noch jungen Vorstellungen über Atome und chemische Reaktionen zu präzisieren.

Jacopo PeriElisabeth von MattBenjamin HarrisonRosa ManusHP LovecraftDavid WalliamsAmy AdamsJudd Trump

12. August

Erwin Schrödinger
Photo von Erwin Schrödinger

Schrödinger war einer der Begründer der modernen Quantenmechanik. Seine wichtigste Leistung war die Entwicklung der Schrödinger-Gleichung, mit der sich der quantenmechanische Zustand von atomaren Teilchen mathematisch beschreiben lässt. Sie wurde zu einem grundlegenden Werkzeug der Quantenphysik und ermöglicht unter anderem die Erklärung der Struktur von Atomen und Molekülen.

Er förderte auch die Farbenlehre, und bemühte sich um die Fortentwicklung der allgemeinen Relativitätstheorie. In seinem Buch Was ist Leben? (1944) stellte er Überlegungen darüber an, wie physikalische Prinzipien zur Erklärung der Vererbung und biologischer Strukturen beitragen könnten. Seine Ideen beeinflussten später auch die Entwicklung der Molekularbiologie und die Erforschung der Struktur und Funktion der DNA.

Schrödinger entwickelte außerdem das berühmte Gedankenexperiment der „Schrödinger-Katze“, mit dem er die ungewöhnlichen Konsequenzen der Quantenmechanik und insbesondere das Konzept der Überlagerung veranschaulichte. Obwohl es nicht als reales Experiment gedacht war, wurde es zu einem der bekanntesten Beispiele für die grundlegenden Fragen und Interpretationsprobleme der Quantenphysik.

Für seine grundlegenden Beiträge zur Quantenmechanik erhielt Erwin Schrödinger 1933 gemeinsam mit Paul Dirac den Nobelpreis für Physik.

Christoph Wilhelm HufelandFrederick Richard SimmsGeorge SorosPeter WeckIris BerbenPete SamprasTyson Fury

8. August

Emiliano Zapata
Photo von Emiliano Zapata

Zapata war einer der wichtigsten Anführer der Mexikanischen Revolution und wurde vor allem für seinen Kampf für Landreformen und die Rechte der ländlichen Bevölkerung bekannt.

Als Anführer der Zapatisten setzte er sich dafür ein, dass enteignetes Gemeindeland an Bauern zurückgegeben und die Konzentration großer Landbesitze eingeschränkt wurde. Sein berühmter Wahlspruch Tierra y Libertad („Land und Freiheit“) wurde zum Symbol seines politischen Kampfes.

Sein Kampf war nicht nur militärischer, sondern auch gesellschaftspolitischer Natur: Zapata wollte die Selbstbestimmung ländlicher Gemeinden stärken und die traditionelle gemeinschaftliche Landnutzung schützen. Mit dem Plan de Ayala von 1911 formulierte er konkrete Forderungen nach einer umfassenden Landreform und der Rückgabe von Land an bäuerliche Gemeinden.

Obwohl er 1919 durch einen Hinterhalt getötet wurde und viele seiner unmittelbaren politischen Ziele zu Lebzeiten nicht vollständig umgesetzt wurden, beeinflusste seine Bewegung die spätere mexikanische Agrarreform und die Verfassung von 1917.

Paul DiracDustin HoffmanNigel MansellHerbert ProhaskaThe EdgeRoger FedererAlysa Liu

7. August

Elizabeth Gurley Flynn
Photo von Elizabeth Gurley Flynn

Flynn war eine amerikanische Gewerkschafterin, Bürgerrechtsaktivistin und Frauenrechtlerin, die sich zeitlebens für die Rechte von Arbeitnehmern und sozial benachteiligten Menschen einsetzte.

Bereits in jungen Jahren engagierte sie sich in der Arbeiterbewegung und wurde zu einer der bekanntesten Organisatorinnen der Industrial Workers of the World. Sie unterstützte zahlreiche Streiks und setzte sich für bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und das Recht auf gewerkschaftliche Organisation ein.

Neben ihrem Einsatz für Arbeitnehmerrechte engagierte sich Flynn entschieden für die Meinungsfreiheit und die Verteidigung bürgerlicher Freiheiten. Sie gehörte zu den Mitbegründerinnen der American Civil Liberties Union, die sich bis heute für den Schutz der Grundrechte und der freien Meinungsäußerung einsetzt.

Flynn aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei der USA politisch umstritten und wurde während der antikommunistischen Verfolgungen in den Vereinigten Staaten strafrechtlich verfolgt.

Sie starb während eines Besuchs in Moskau, wo ihr ein Staatsbegräbnis mit Prozessionen auf dem Roten Platz gewährt wurde, an denen mehr als 25.000 Menschen teilnahmen.

Ibn al-ʿArabīCarl RitterMata HariJimmy WalesCharlize TheronSidney CrosbyFlorian Grillitsch

6. August

Sir Alexander Fleming
Portrait von Alexander Fleming

Fleming war ein schottischer Bakteriologe, dessen Entdeckung des Penicillins zu den bedeutendsten medizinischen Durchbrüchen des 20. Jahrhunderts zählt.

Im Jahr 1928 beobachtete er, dass ein Schimmelpilz der Gattung Penicillium das Wachstum von Bakterien hemmte. Diese Entdeckung legte den Grundstein für die Entwicklung der ersten wirksamen Antibiotika, das bereits während des Zweiten Weltkriegs unzähligen verwundeten Soldaten das Leben rettete.

Obwohl Fleming das Penicillin nicht selbst zur einsatzfähigen Medizin weiterentwickelte, erkannte er früh dessen enormes Potenzial zur Behandlung bakterieller Infektionen. Später gelang es anderen Forschern, das Antibiotikum in großen Mengen herzustellen und für die medizinische Anwendung nutzbar zu machen.

Neben seiner Entdeckung warnte er bereits früh vor den Gefahren eines unsachgemäßen Antibiotikaeinsatzes. Er wies darauf hin, dass eine falsche oder unvollständige Anwendung zur Entstehung resistenter Bakterien führen könne – eine Warnung, die bis heute von großer Bedeutung ist und die moderne Medizin weiterhin beschäftigt.

Für seine bahnbrechenden Leistungen erhielt Fleming im Jahr 1945 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Auch in Wien wurde Fleming honoriert, und 1955 die Wohnhausanlage am Josef-Weinheber-Platz in Wien-Ottakring "Fleminghof" benannt, bei der auch ein keramisches Mosaik zu seinen Ehren an der Fassade angebracht wurde.

Daniel O'ConnellHans MoserScott NearingAndy WarholLuc AlphandRenate Götschl

5. August

Mary Ritter Beard
Portrait von Mary Ritter Beard

Beard war eine amerikanische Historikerin, Autorin und Frauenrechtlerin, die sich dafür einsetzte, die Rolle von Frauen in der Geschichte sichtbar zu machen.

Zu einer Zeit, in der historische Darstellungen überwiegend die Leistungen von Männern hervorhoben, argumentierte sie, dass Frauen seit jeher einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung von Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur geleistet haben.

Ihr bekanntestes Werk, Woman as Force in History, stellte die damals verbreitete Vorstellung infrage, Frauen seien in der Geschichte lediglich passive Beobachterinnen gewesen.

Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit engagierte sich Beard aktiv für die Frauenbewegung und unterstützte den Kampf für das Frauenwahlrecht. Sie wirkte außerdem am Aufbau von Archiven und Sammlungen mit, die historische Dokumente über das Leben und die Leistungen von Frauen bewahrten. Dadurch trug sie dazu bei, dass diese Quellen für zukünftige Generationen erhalten blieben.

Joseph ScaligerGuy de MaupassantVitus BeringNeil ArmstrongRosi MittermaierMarine Le PenHelene Fischer

3. August

Étienne Dolet
Portrait von Étienne Dolet

Dolet war ein französischer Humanist, Schriftsteller, Übersetzer und Buchdrucker der Renaissance. Schon in jungen Jahren begeisterte er sich für die klassischen Sprachen und studierte unter anderem in Paris und Padua. Seine außergewöhnlichen Sprachkenntnisse machten ihn zu einem angesehenen Gelehrten.

Dolet setzte sich leidenschaftlich für die Verbreitung von Wissen und den freien Austausch von Ideen ein. Er veröffentlichte zahlreiche Werke antiker und zeitgenössischer Autoren und entwickelte Grundsätze für das Übersetzen, die bis heute als Meilenstein der Übersetzungswissenschaft gelten.

Nach seiner Auffassung sollte eine Übersetzung nicht nur Wort für Wort erfolgen, sondern den Sinn, den Stil und die Absicht des ursprünglichen Textes möglichst genau wiedergeben. Damit prägte er nachhaltig das Verständnis guter Übersetzungsarbeit.

Seine unabhängige Denkweise brachte ihn jedoch immer wieder in Konflikt mit den religiösen und politischen Autoritäten seiner Zeit. In einer Epoche, in der abweichende Meinungen oft als Bedrohung galten, wurden einige seiner Veröffentlichungen als ketzerisch angesehen.

Trotz mehrfacher Verhaftungen blieb Dolet seinen Überzeugungen treu und setzte seine Arbeit fort. Im Jahr 1546 wurde er schließlich in Paris wegen Ketzerei verurteilt und auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.

Hamilton FishDolores del RíoHugo SimonJames HetfieldTom BradyDarya Domracheva

20. Juli

Gregor Mendel
Portrait von Gregor Mendel

Mendel war ein Augustinermönch, Naturforscher und Lehrer, der heute als Begründer der modernen Genetik gilt. Mit 21 Jahren trat er in das Augustinerkloster St. Thomas in Brünn ein, wo er ideale Bedingungen für seine wissenschaftlichen Arbeiten fand. Nebenbei studierte er auch Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Wien, was seine spätere Forschung entscheidend prägte.

Zwischen 1856 und 1863 führte Mendel umfangreiche Kreuzungsversuche mit Erbsenpflanzen durch. Er untersuchte Merkmale wie Blütenfarbe, Samenform und Pflanzenhöhe und wertete die Ergebnisse mit außergewöhnlicher Sorgfalt und mathematischen Methoden aus. Dabei erkannte er, dass bestimmte Merkmale nach festen Regeln von einer Generation zur nächsten vererbt werden. Diese Experimente bildeten die Grundlage für die später als Mendelsche Vererbungsregeln bekannten Gesetzmäßigkeiten.

Im Jahr 1866 veröffentlichte Mendel seine Forschungsergebnisse, doch sie fanden zunächst kaum Beachtung. Erst um 1900, rund 16 Jahre nach seinem Tod, wurden seine Arbeiten von mehreren Wissenschaftlern unabhängig voneinander wiederentdeckt und als bahnbrechend erkannt. Damit begann die Entwicklung der Genetik als eigenständige wissenschaftliche Disziplin.

Obwohl Mendel die Existenz von Genen noch nicht kannte, legte er mit seinen präzisen Experimenten und seiner systematischen Arbeitsweise den Grundstein für die moderne Vererbungslehre.

 Weitere:Francesco PetrarcaSir William BowmanAlberto Santos-DumontCarlos SantanaChris CornellPeter Forsberg

13. Juli

Theophil von Hansen
Portrait von Theophil von Hansen

Zusammen mit Otto Wagner, der ebenfalls am 13. Juli geboren wurde, prägte Hansen das Stadtbild Wiens maßgeblich und machte Wien im 19. Jahrhundert zu einer der führenden Architekturmetropolen Europas.

Nach einer Ausbildung in der Königlichen Bauakademie in Kopenhagen ging er 1838 mit einem dänischen Reisestipendium für acht Jahre nach Athen, wo er den griechischen Baustil und die byzantinischen Kunstformen studierte. Danach ging er nach Wien, wo er zunächst Assistent des Architekten Ludwig Förster war, ehe er 1852 sein eigenes Büro eröffnete. Sein erstes großes Projekt war der Bau des Arsenals.

Zu seinen wichtigsten Errungenschaften zählen der Entwurf des österreichischen Parlamentsgebäudes an der Ringstraße, des Musikvereins mit dem berühmten Goldenen Saal sowie der Wiener Börse.

Das Parlamentsgebäude, das im Stil eines antiken griechischen Tempels gestaltet wurde, ist wohl sein Meisterwerk. Doch auch mit dem Musikverein schuf Hansen einen Konzertsaal, der wegen seiner außergewöhnlich guten Akustik international berühmt ist. Hier musste Hansen sich auf seine Intuition verlassen, da wissenschaftliche Studien über Raumakustik erst viele Jahre später durchgeführt wurden.

Als Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien bildete er zahlreiche Architekten aus und hatte so großen Einfluss auf die Entwicklung der österreichischen Architektur.

10. Juli

Nikola Tesla
Portrait von Nikola Tesla

Geboren wurde der serbischstämmige Tesla im heutigen Kroatien. Er wanderte 1884 in die Vereinigten Staaten aus und entwickelte dort zahlreiche Erfindungen und Patente, die die Nutzung elektrischer Energie grundlegend veränderten.

Seinen größten Beitrag leistete Tesla mit der Entwicklung des Wechselstromsystems (AC), das eine effiziente Übertragung elektrischer Energie über große Entfernungen ermöglicht. Seine Arbeiten an Wechselstrommotoren, Transformatoren und Hochspannungsanlagen bildeten die Grundlage für den weltweiten Ausbau moderner Stromnetze.

Teslas Erfindungen beschleunigten die Elektrifizierung von Städten, Industrie und Haushalten und trugen wesentlich zum wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt des 20. Jahrhunderts bei. Elektrisches Licht, leistungsfähige Maschinen und eine zuverlässige Energieversorgung wurden dadurch ermöglicht.

9. Juli

Elias Howe
Portrait von Elias Howe

Howe war ein US-amerikanischer Erfinder, der mit der Entwicklung einer praxistauglichen Nähmaschine die Textilindustrie nachhaltig veränderte. Seine 1846 patentierte Konstruktion mit einer Nadel, deren Öhr sich an der Spitze befand, und dem sogenannten Doppelsteppstich bildete die Grundlage moderner Nähmaschinen und erleichterte die Versorgung der Bevölkerung mit erschwinglicher Kleidung.

Anfangs hatte Howe große Schwierigkeiten, seine Erfindung wirtschaftlich durchzusetzen. Erst nach erfolgreichen Patentprozessen gegen Nachahmer erhielt er die Anerkennung und die finanziellen Mittel, die ihm zustanden. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs produzierte seine Firma Nähmaschinen und Ausrüstung für die Armee, wodurch sich die neue Technik weiter verbreitete.

Die Nähmaschine verkürzte die Herstellungszeit von Kleidung erheblich, und machte damit Textilien günstiger was maßgeblich zur Industrialisierung der Bekleidungsbranche beitrug. Gleichzeitig veränderte sie die Arbeitswelt, indem sie neue Arbeitsplätze schuf und die Massenproduktion von Kleidung ermöglichte.

8. Juli

May Picqueray
Portrait von May Picqueray

Picqueray war eine französische Anarchistin, Pazifistin und Gewerkschafterin, die zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der libertären Bewegung des 20. Jahrhunderts zählt. Ihr Leben war ein lebenslanger Aufstand gegen Ungerechtigkeit.

Internationale Bekanntheit erlangte sie Anfang der 1920er-Jahre durch ihren entschiedenen Protest gegen das Todesurteil gegen die Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti.

Während des Spanischen Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs unterstützte Picqueray Menschen auf der Flucht, organisierte Hilfsnetzwerke und half Verfolgten mit großem persönlichem Risiko. Gleichzeitig kritisierte sie nicht nur Faschismus und Nationalsozialismus, sondern auch den autoritären Kommunismus in der Sowjetunion.

Nach dem Krieg setzte sie ihr Engagement als Journalistin und Herausgeberin der pazifistischen Zeitschrift Le Réfractaire fort. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1983 engagierte sie sich für Friedenspolitik, Antimilitarismus und soziale Bewegungen.

ARCHIV



28. Juni

Jean-Jacques Rousseau
Portrait von Jean-Jacques Rousseau

Rousseau war zeit seines Lebens dafür bekannt, die politischen und gesellschaftlichen Annahmen seiner Zeit in Frage zu stellen. Er argumentierte, dass legitime politische Autorität vom Volk und nicht von Königen oder ererbten Privilegien ausgeht.

Sein berühmtestes politisches Werk, „Der Gesellschaftsvertrag“, führte die Idee ein, dass Regierungen ihre Autorität von der Zustimmung der Regierten ableiten sollten. Rousseau glaubte, dass Bürger an der Gestaltung der Gesetze, unter denen sie leben, beteiligt sein sollten und dass politische Macht dem Gemeinwohl dienen sollte. Diese Ideen prägten das intellektuelle Klima, das zur Französischen Revolution beitrug und spätere demokratische Bewegungen weltweit beeinflusste.

Mit seinem Buch „Emile“ schrieb er auch eine umfassende Erziehungslehre. Darin beschwört er die freie Entfaltung des Kindes, und argumentierte, dass Kinder am besten lernen, wenn die Bildung ihrer natürlichen Entwicklung folgt und nicht auf strenger Disziplin und Auswendiglernen beruht. Viele moderne pädagogische Ansätze, die Neugier, Erfahrung und die Bedürfnisse des Kindes betonen, lassen sich intellektuell auf Rousseaus Ideen zurückführen.

Paradoxerweise wollte er mit den eigenen 5 Kindern nie was zu tun haben und brachte sie gleich nach der Geburt in ein Waisenhaus.

27. Juni

Helen Keller
Portrait von Hellen Keller

Keller war eine amerikanische Autorin, Pädagogin und Aktivistin, die zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Behindertenrechtsbewegung wurde.

Obwohl sie als Baby durch eine Krankheit taub und blind geworden war, schloss sie 1904 ihr Studium am Radcliffe College ab und war damit die erste taubblinde Person, die einen Bachelor of Arts erwarb. Dieser Erfolg widerlegte weit verbreitete Vorurteile über die intellektuellen Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen und inspirierte Bestrebungen, Bildungschancen und Barrierefreiheit weltweit zu verbessern.

Als Autorin verfasste Keller zahlreiche Bücher und Artikel, darunter ihre Autobiografie „The Story of my Life“. Durch ihre Schriften und öffentlichen Vorträge teilte sie ihre Erfahrungen und setzte sich für ein besseres Verständnis von Behinderung ein. Ihre Geschichte erreichte Millionen von Lesern und trug zu einem inklusiveren Bild von Menschen mit Behinderungen bei, indem sie deren Potenzial statt ihrer Einschränkungen betonte.

Keller war zudem eine engagierte Sozialaktivistin. Sie setzte sich für bessere Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen ein, unterstützte Arbeitnehmerrechte, kämpfte für das Frauenwahlrecht und engagierte sich für soziale Gerechtigkeit.

26. Juni

Pearl S. Buck
Portrait von Pearl S. Buck

Buck war Schriftstellerin und Sozialaktivistin, deren Leben und Werk dazu beitrugen, die kulturellen Gräben zwischen Ost und West zu überbrücken.

Aufgewachsen in China als Tochter von Missionaren, entwickelte sie ein tiefes Verständnis der chinesischen Gesellschaft zu einer Zeit, als viele westliche Leser kaum Berührungspunkte damit hatten.

In ihrem Roman „The Good Earth“ schildert Buck das Leben chinesischer Bauernfamilien in einer Zeit des sozialen und wirtschaftlichen Wandels. Es wurde ein Bestseller, gewann 1932 den Pulitzer-Preis für Belletristik und eröffnete Millionen von Lesern ein menschlicheres und differenzierteres Bild der chinesischen Kultur.

1938 wurde Buck als erste Amerikanerin mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Das Nobelkomitee würdigte sie für ihre einfühlsamen und detailreichen Darstellungen des Lebens in China sowie für ihren Beitrag zum interkulturellen Verständnis.

Neben ihrer literarischen Tätigkeit engagierte sich Buck unermüdlich für soziale Gerechtigkeit. Sie sprach sich gegen Rassendiskriminierung aus, unterstützte Frauenrechte und setzte sich für Gleichberechtigung ein. Sie nutzte ihre öffentliche Bekanntheit, um die Akzeptanz von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu fördern.

16. Juni

Mohammad Mossadegh
Portrait von Mohammad Mossadegh

Mossadegh war ein iranischer Politiker und Premierminister, der zum Symbol sowohl der Demokratie als auch der nationalen Unabhängigkeit im Iran wurde. Im Jahr 1951 leitete er die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie und beendete damit die britische Kontrolle über eine Ressource, von der viele Iraner glaubten, sie sei jahrzehntelang ausgebeutet worden.

Mossadegh war wichtig für die iranische Demokratisierung und Unabhängigkeit, weil er die Rolle des iranischen Parlaments stärkte und versuchte, die Macht des Schahs einzuschränken, indem er eine repräsentativere und verfassungsmäßigere Regierungsform förderte. Zudem bestand er darauf, dass der Iran und nicht ausländische Mächte seine eigenen natürlichen Ressourcen und seine politische Zukunft kontrollieren sollten.

Im Jahr 1953 wurde seine Regierung durch einen von den USA und England unterstützten Putsch gestürzt, nachdem es zu Konflikten um die Verstaatlichung von Erdöl und die Politik des Kalten Krieges gekommen war. Viele Historiker sehen in seiner Absetzung einen großen Rückschlag für die iranische Demokratie und einen Wendepunkt, der die spätere Geschichte Irans prägte.

15. Juni

Paul Rusesabagina
Portrait von Paul Rusesabagina

Rusesabagina ist vor allem für seine Rolle während des Völkermords in Ruanda 1994 bekannt. Damals war er Manager des Hôtel des Mille Collines in Kigali.

Berichten zufolge half er, Zivilisten – hauptsächlich Tutsi und einige gemäßigte Hutu – zu schützen, die im Hotel Zuflucht suchten, als sich die Massaker in der Stadt ausbreiteten. Das Hotel wurde für über 1.000 Menschen zum sicheren Hafen.

Seine Geschichte inspirierte den Film „Hotel Ruanda“ aus dem Jahr 2004, in dem er von Don Cheadle verkörpert wurde. Der Film porträtierte ihn als mutigen Mann, der seine Position, seine Kontakte und sein Verhandlungsgeschick nutzte, um Flüchtlinge zu schützen.

Später engagierte er sich in oppositionellen politischen Gruppen die gegen die ruandische Regierung auftraten. 2020 wurde er verhaftet und nach Ruanda überführt, wo er wegen Terrorismusvorwürfen im Zusammenhang mit einer regierungsfeindlichen bewaffneten Gruppe verurteilt wurde. Der Fall rief Kritik von Menschenrechtsorganisationen hervor. 2023 wurde er nach einer Begnadigung durch den Präsidenten aus der Haft entlassen.

20. Mai

John Stuart Mill
Portrait von John Stuart Mill

Mill war einer der einflussreichsten Denker des 19. Jahrhunderts. Er entwickelte den Utilitarismus weiter – die Idee, dass moralisches Handeln das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl fördern soll. Anders als frühere Vertreter dieser Lehre unterschied er jedoch zwischen „höheren“ und „niederen“ Formen des Glücks und betonte die Bedeutung von Bildung, Kultur und individueller Entfaltung.

Besonders bekannt wurde Mill durch sein Werk On Liberty. Darin verteidigte er die individuelle Freiheit gegenüber staatlicher und gesellschaftlicher Bevormundung. Sein berühmtes „Schadensprinzip“ besagt, dass die Freiheit eines Menschen nur dann eingeschränkt werden darf, wenn dadurch Schaden für andere verhindert wird. Diese Ideen hatten großen Einfluss auf moderne liberale Demokratien, Menschenrechte und Vorstellungen von Meinungsfreiheit.

Mill setzte sich außerdem früh für die Gleichberechtigung der Frauen ein. In seinem Werk The Subjection of Women argumentierte er gegen die rechtliche und gesellschaftliche Unterordnung von Frauen und forderte gleiche Bildungs- und politische Rechte. Damit gehörte er zu den wichtigen frühen Stimmen des modernen Feminismus.

Auch in der Volkswirtschaftslehre hinterließ Mill bedeutende Spuren. Er verband klassische ökonomische Ideen mit sozialpolitischen Überlegungen und diskutierte Fragen von sozialer Gerechtigkeit, Eigentum und Arbeitsbedingungen. Sein Einfluss reicht bis heute in Philosophie, Politikwissenschaft, Ökonomie und liberale Gesellschaftstheorien hinein.

19. Mai

Mustafa Kemal Atatürk
Portrait von Mustafa Kemal Atatürk

Atatürk gilt als der Begründer der modernen Türkei. Nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches führte er den Türkischen Befreiungskrieg an und gründete 1923 die Republik Türkei. Damit beendete er die jahrhundertelange Herrschaft des Sultanats und schuf einen modernen Nationalstaat.

Zu seinen wichtigsten Errungenschaften zählen umfassende Reformen zur Modernisierung und Säkularisierung des Landes. Atatürk trennte Religion und Staat, schaffte das Kalifat ab und führte ein weltliches Rechtssystem nach europäischem Vorbild ein. Außerdem reformierte er das Bildungswesen, stärkte staatliche Schulen und förderte Wissenschaft und moderne Bildung.

Ein besonders bedeutender Schritt war die Einführung des lateinischen Alphabets im Jahr 1928 anstelle der osmanisch-arabischen Schrift. Dadurch sollte die Alphabetisierung erleichtert und die Bevölkerung stärker an die moderne Welt angebunden werden. Gleichzeitig reformierte er Sprache und Verwaltung, um eine gemeinsame nationale Identität zu fördern.

Auch die Rechte der Frauen wurden unter Atatürk deutlich erweitert. Frauen erhielten Zugang zu Bildung und Berufen sowie das Wahlrecht auf kommunaler und nationaler Ebene. Darüber hinaus setzte seine Regierung auf wirtschaftliche Modernisierung, Industrialisierung und den Ausbau der Infrastruktur.

11. Mai

Jiddu Krishnamurti
Portrait von Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti war ein spiritueller Lehrer, Schriftsteller und Redner. Als Kind wurde er von Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft adoptiert, die glaubten, er werde ein „Weltenlehrer“, der die spirituelle Entwicklung der Menschheit leiten sollte.

1929 lehnte Krishnamurti diese Rolle ab, verließ die Theosophische Bewegung und löste den um ihn gegründeten Order of the Star in the East auf. Er verbrachte den Rest seines Lebens damit, weltweit über psychische Freiheit, Selbsterkenntnis und innere Transformation zu reisen und zu sprechen.

Ein zentraler Gedanke seiner Lehren war, dass „die Wahrheit ein pfadloses Land ist“. Er riet den Menschen davon ab, Gurus, Religionen, Doktrinen oder irgendeiner Autorität, einschließlich seiner selbst, zu folgen. Stattdessen betonte er die direkte Beobachtung des Geistes durch „wahlloses Gewahrsein“, eine Form tiefer, passiver Aufmerksamkeit, die er als Wesen wahrer Meditation betrachtete.

Krishnamurti erlangte nach der Veröffentlichung von „The First and Last Freedom“ und späteren Werken weite Bekanntheit. Heute bewahren Stiftungen in Indien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten seine Lehren und sein pädagogisches Werk.

9. Mai

Sophie Scholl
Portrait von Sophie Scholl

Sophie Scholl war eine deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und vier weiteren Personen gehörte sie zur Widerstandsgruppe Weiße Rose in München. Die Gruppe verfasste und verteilte Flugblätter, in denen sie die Verbrechen des NS-Regimes kritisierten und die Menschen zum Nachdenken und Widerstand aufrief. Damit widersetzte sie sich offen dem Regime, obwohl sie wusste, dass ihr dafür Gefängnis oder der Tod drohten.

Obwohl sie erst 21 Jahre alt war, blieb sie auch nach ihrer Verhaftung standhaft und verteidigte ihre Überzeugungen vor Gericht. Das Photo entstand nach ihrer Verhaftung durch die Gestapo. Zwei Tage später wurden Sophie und Hans Scholl vor dem NS-Gericht zu Tode verurteilt und am selben Tag hingerichtet.

8. Mai

Henry Dunant
Portrait von Henry Dunant

Der Schweizer Henry Dunant war besonders, weil er die Idee einer neutralen humanitären Hilfe für Kriegsopfer entwickelte und damit das moderne humanitäre Völkerrecht mitprägte.

Der entscheidende Auslöser seines Lebenswerks war die Schlacht von Solferino, die er 1859 miterlebte. Er war erschüttert von den tausenden verwundeten Soldaten, die ohne Versorgung auf dem Schlachtfeld lagen. Daraufhin organisierte er spontan Hilfe für Verwundete – unabhängig davon, auf welcher Seite sie gekämpft hatten.

Sein Buch Eine Erinnerung an Solferino führte schließlich zur Gründung des Internationales Komitee vom Roten Kreuz und später zu den Genfer Konventionen.

Für sein Engagement erhielt Dunant 1901 gemeinsam mit Frédéric Passy den zum allerersten mal vergebenen Friedensnobelpreis.

7. Mai

Olympe de Gouges
Portrait von Olympe de Gouges

De Gouges stellte die Grenzen der Französischen Revolution – insbesondere deren Versäumnis, Frauen Rechte einzuräumen – infrage. Mit hohem Risiko vertrat sie ihre Ideen, was sie zu einer der ersten modernen Verfechterinnen der Frauenrechte und der Gleichberechtigung machte.

1791 verfasste sie die bahnbrechende „Erklärung der Rechte der Frau und der Bürgerin“ und reagierte damit direkt auf die offizielle Revolutionserklärung, die Frauen ausschloss. Darin argumentierte sie, dass Frauen die gleichen rechtlichen, politischen und sozialen Rechte wie Männer haben sollten, darunter das Wahlrecht, das Recht auf Eigentum und das Recht auf politische Teilhabe – Ideen, die ihrer Zeit weit voraus waren.

Sie engagierte sich auch vehement als einer der Ersten gegen Sklaverei und soziale Ungerechtigkeit im Allgemeinen und nutzte ihre Theaterstücke und Pamphlete, um Reformen voranzutreiben.

Ihr mutiger Aktivismus brachte ihr jedoch Feinde ein: In der radikalen Phase der Revolution wurde sie verhaftet und 1793 mit der Guillotine hingerichtet.

5. Mai

Søren Kierkegaard
Portrait von Søren Kierkegaard

Kierkegaard gilt als der Wegbereiter des Existenzialismus, da ein Großteil seines philosophischen Werks sich damit befasste, wie man als einzelnes Individuum richtig lebt, und er stets die Bedeutung von Authentizität, persönlicher Entscheidungsfreiheit sowie der Pflicht zur Liebe hervorhob. Zu seinen Lebzeiten wurde er kaum gewürdigt, doch später hatten seine 7000-seitigen Tagebuchaufzeichnungen und Werke wie Entweder – Oder (1843) sowie Furcht und Zittern (1843) großen Einfluss auf Philosophie, Theologie und Psychologie.

Für ihn hatte die tatsächliche menschliche Realität den Vorrang vor abstraktem Denken, da er argumentierte, dass Wahrheit nicht nur etwas Objektives „da draußen“ ist, sondern etwas, das man persönlich erleben und dem man sich verpflichten muss. Er erforschte Konzepte wie Angst, Verzweiflung und die Notwendigkeit, sinnvolle Entscheidungen ohne Gewissheit zu treffen. Sein berühmter Begriff des „Glaubenssprungs“ beschreibt, wie religiöser Glaube nicht rein rational ist, sondern eine persönliche, subjektive Hingabe erfordert.

Kierkegaard wurde streng religiös erzogen, zugleich war er ein scharfer Kritiker der etablierten Religion, insbesondere der dänischen Staatskirche. Er argumentierte, dass wahres Christentum eine persönliche, leidenschaftliche Hingabe erfordert und nicht bloß gesellschaftliche Konformität.

Er starb an den Folgen von Tuberkulose durch ein Schlaganfall bei einem Spaziergang in Kopenhagen im Alter von 42 Jahren.

4. Mai

Bartolomeo Cristofori
Portrait of the inventor of the piano, B. Cristofori

Das Leben von Mozart, Bach und Beethoven hätte ohne diesen Mann, der von der einflussreichen Familie Medici als Instrumentenbauer engagiert wurde, wohl etwas anders ausgesehen. Denn Cristofori erfand nichts Geringeres als das Klavier. Wann genau ist nicht bekannt, aber es soll um 1700 gewesen sein. Cristofori nannte das Instrument un cimbalo di cipresso di piano e forte ("eine Tastatur aus Zypresse mit leisen und lauten Tönen"), im Laufe der Zeit abgekürzt zu pianoforte, fortepiano und später nur noch piano.

Frühere Tasteninstrumente wie das Cembalo zupften Saiten, sodass sich die Lautstärke nicht durch den Anschlag veränderte. Cristofori hingegen entwickelte einen Mechanismus, bei dem Hämmer die Saiten anschlagen, und – ganz entscheidend – fügte eine Auslösevorrichtung hinzu. Dadurch konnte der Hammer die Saite treffen und sofort zurückschnellen, sodass die Saite frei schwingen konnte, anstatt gedämpft zu werden. Er integrierte außerdem eine Rückholvorrichtung, die den Hammer nach dem Anschlag auffing und so unerwünschte Rückpralle verhinderte, sowie ein System, das eine effektivere Wiederholung von Tönen als frühere Konstruktionen ermöglichte.

Zusammengenommen bedeuteten diese Innovationen, dass ein Spieler Lautstärke und Ausdruck durch Berührung steuern konnte – das charakteristische Merkmal des Klaviers und der Grund, warum es schließlich frühere Tasteninstrumente verdrängte.

Die Gesamtzahl der von Cristofori gebauten Klaviere ist unbekannt. Nur drei sind heute noch erhalten, alle aus den 1720er Jahren.

1. Mai

Santiago Ramón y Cajal
Selbstportrait von Drawing of man listening to ASMR and going to sleep

Cajal wird oft als „Vater der modernen Neurowissenschaften“ bezeichnet, denn seine Arbeit ermöglichte spätere Entdeckungen über Hirnfunktionen und Krankheiten. Nahezu die gesamte moderne Neurowissenschaft baut auf seinen Erkenntnissen auf.

Während viele Wissenschaftler damals glaubten, das Nervensystem sei ein zusammenhängendes Netzwerk, zeigte Cajal, dass es aus einzelnen Zellen – den Neuronen – besteht. Dies wurde als Neuronentheorie bekannt – eine grundlegende Idee der Neurowissenschaften.

Mithilfe einer verbesserten Färbemethode erstellte Cajal detaillierte Zeichnungen von Neuronen und Hirngewebe, die zeigten, wie Neuronen organisiert sind und miteinander kommunizieren.

Er entdeckte zudem, dass Nervensignale nur in eine Richtung verlaufen – von den Dendriten über den Zellkörper zum Axon. Dieses Gesetz der dynamischen Polarisation ist wesentlich für das Verständnis der Informationsverarbeitung im Gehirn.

1906 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.