9. Mai
Sophie Scholl
* 9. Mai 1921, Forchtenberg (Deutsches Reich)
† 22. Februar 1943, München (NS-Deutschland)
Sophie Scholl war eine deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.
Gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und vier weiteren Personen gehörte sie zur Widerstandsgruppe Weiße Rose in München. Die Gruppe verfasste und verteilte Flugblätter, in denen sie die Verbrechen des NS-Regimes kritisierten und die Menschen zum Nachdenken und Widerstand aufrief. Damit widersetzte sie sich offen dem Regime, obwohl sie wusste, dass ihr dafür Gefängnis oder der Tod drohten.
Obwohl sie erst 21 Jahre alt war, blieb sie auch nach ihrer Verhaftung standhaft und verteidigte ihre Überzeugungen vor Gericht. Das Photo entstand nach ihrer Verhaftung durch die Gestapo. Zwei Tage später wurden Sophie und Hans Scholl vor dem NS-Gericht zu Tode verurteilt und am selben Tag hingerichtet.
8. Mai
Henry Dunant
* 8. Mai 1828, Genf (Schweiz)
† 30. Oktober 1910, Heiden (Schweiz)
Der Schweizer Henry Dunant war besonders, weil er die Idee einer neutralen humanitären Hilfe für Kriegsopfer entwickelte und damit das moderne humanitäre Völkerrecht mitprägte.
Der entscheidende Auslöser seines Lebenswerks war die Schlacht von Solferino, die er 1859 miterlebte. Er war erschüttert von den tausenden verwundeten Soldaten, die ohne Versorgung auf dem Schlachtfeld lagen. Daraufhin organisierte er spontan Hilfe für Verwundete – unabhängig davon, auf welcher Seite sie gekämpft hatten.
Sein Buch Eine Erinnerung an Solferino führte schließlich zur Gründung des Internationales Komitee vom Roten Kreuz und später zu den Genfer Konventionen.
Für sein Engagement erhielt Dunant 1901 gemeinsam mit Frédéric Passy den zum allerersten mal vergebenen Friedensnobelpreis.
7. Mai
Olympe de Gouges
* 7. Mai 1748, Montauban (Königreich Frankreich)
† 3. November 1793, Paris (Französische Republik)
De Gouges stellte die Grenzen der Französischen Revolution – insbesondere deren Versäumnis, Frauen Rechte einzuräumen – infrage. Mit hohem Risiko vertrat sie ihre Ideen, was sie zu einer der ersten modernen Verfechterinnen der Frauenrechte und der Gleichberechtigung machte.
1791 verfasste sie die bahnbrechende „Erklärung der Rechte der Frau und der Bürgerin“ und reagierte damit direkt auf die offizielle Revolutionserklärung, die Frauen ausschloss. Darin argumentierte sie, dass Frauen die gleichen rechtlichen, politischen und sozialen Rechte wie Männer haben sollten, darunter das Wahlrecht, das Recht auf Eigentum und das Recht auf politische Teilhabe – Ideen, die ihrer Zeit weit voraus waren.
Sie engagierte sich auch vehement als einer der Ersten gegen Sklaverei und soziale Ungerechtigkeit im Allgemeinen und nutzte ihre Theaterstücke und Pamphlete, um Reformen voranzutreiben.
Ihr mutiger Aktivismus brachte ihr jedoch Feinde ein: In der radikalen Phase der Revolution wurde sie verhaftet und 1793 mit der Guillotine hingerichtet.
5. Mai
Søren Kierkegaard
* 5. Mai 1813, Kopenhagen (Dänemark-Norwegen)
† 11. November 1855, Kopenhagen (Dänemark)
Kierkegaard gilt als der Wegbereiter des Existenzialismus, da ein Großteil seines philosophischen Werks sich damit befasste, wie man als einzelnes Individuum richtig lebt, und er stets die Bedeutung von Authentizität, persönlicher Entscheidungsfreiheit sowie der Pflicht zur Liebe hervorhob. Zu seinen Lebzeiten wurde er kaum gewürdigt, doch später hatten seine 7000-seitigen Tagebuchaufzeichnungen und Werke wie Entweder – Oder (1843) sowie Furcht und Zittern (1843) großen Einfluss auf Philosophie, Theologie und Psychologie.
Für ihn hatte die tatsächliche menschliche Realität den Vorrang vor abstraktem Denken, da er argumentierte, dass Wahrheit nicht nur etwas Objektives „da draußen“ ist, sondern etwas, das man persönlich erleben und dem man sich verpflichten muss. Er erforschte Konzepte wie Angst, Verzweiflung und die Notwendigkeit, sinnvolle Entscheidungen ohne Gewissheit zu treffen. Sein berühmter Begriff des „Glaubenssprungs“ beschreibt, wie religiöser Glaube nicht rein rational ist, sondern eine persönliche, subjektive Hingabe erfordert.
Kierkegaard wurde streng religiös erzogen, zugleich war er ein scharfer Kritiker der etablierten Religion, insbesondere der dänischen Staatskirche. Er argumentierte, dass wahres Christentum eine persönliche, leidenschaftliche Hingabe erfordert und nicht bloß gesellschaftliche Konformität.
Er starb an den Folgen von Tuberkulose durch ein Schlaganfall bei einem Spaziergang in Kopenhagen im Alter von 42 Jahren.
4. Mai
Bartolomeo Cristofori
* 4. Mai 1655, Padua (Republik Venedig)
† 27. Januar 1731, Florenz (Großherzogtum Toskana)
Das Leben von Mozart, Bach und Beethoven hätte ohne diesen Mann, der von der einflussreichen Familie Medici als Instrumentenbauer engagiert wurde, wohl etwas anders ausgesehen. Denn Cristofori erfand nichts Geringeres als das Klavier. Wann genau ist nicht bekannt, aber es soll um 1700 gewesen sein. Cristofori nannte das Instrument un cimbalo di cipresso di piano e forte ("eine Tastatur aus Zypresse mit leisen und lauten Tönen"), im Laufe der Zeit abgekürzt zu pianoforte, fortepiano und später nur noch piano.
Frühere Tasteninstrumente wie das Cembalo zupften Saiten, sodass sich die Lautstärke nicht durch den Anschlag veränderte. Cristofori hingegen entwickelte einen Mechanismus, bei dem Hämmer die Saiten anschlagen, und – ganz entscheidend – fügte eine Auslösevorrichtung hinzu. Dadurch konnte der Hammer die Saite treffen und sofort zurückschnellen, sodass die Saite frei schwingen konnte, anstatt gedämpft zu werden.
Er integrierte außerdem eine Rückholvorrichtung, die den Hammer nach dem Anschlag auffing und so unerwünschte Rückpralle verhinderte, sowie ein System, das eine effektivere Wiederholung von Tönen als frühere Konstruktionen ermöglichte.
Zusammengenommen bedeuteten diese Innovationen, dass ein Spieler Lautstärke und Ausdruck durch Berührung steuern konnte – das charakteristische Merkmal des Klaviers und der Grund, warum es schließlich frühere Tasteninstrumente verdrängte.
Die Gesamtzahl der von Cristofori gebauten Klaviere ist unbekannt. Nur drei sind heute noch erhalten, alle aus den 1720er Jahren.
1. Mai
Santiago Ramón y Cajal
* 1. Mai 1852, Petilla de Aragón (ESP)
† 17. Oktober 1934, Madrid (ESP)
Cajal wird oft als „Vater der modernen Neurowissenschaften“ bezeichnet, denn seine Arbeit ermöglichte spätere Entdeckungen über Hirnfunktionen und Krankheiten. Nahezu die gesamte moderne Neurowissenschaft baut auf seinen Erkenntnissen auf.
Während viele Wissenschaftler damals glaubten, das Nervensystem sei ein zusammenhängendes Netzwerk, zeigte Cajal, dass es aus einzelnen Zellen – den Neuronen – besteht. Dies wurde als Neuronentheorie bekannt – eine grundlegende Idee der Neurowissenschaften.
Mithilfe einer verbesserten Färbemethode erstellte Cajal detaillierte Zeichnungen von Neuronen und Hirngewebe, die zeigten, wie Neuronen organisiert sind und miteinander kommunizieren.
Er entdeckte zudem, dass Nervensignale nur in eine Richtung verlaufen – von den Dendriten über den Zellkörper zum Axon. Dieses Gesetz der dynamischen Polarisation ist wesentlich für das Verständnis der Informationsverarbeitung im Gehirn.
1906 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.