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Geburtstage heute


Ein Hund uns ein beleibter Mann sitzen im Garten

Eine handverlesene Auswahl...


WER HEUTE GEBOREN WURDE

Geburtstage historischer Persönlichkeiten

Welchen historisch wichtigen Geburtstag gibt's denn heute? Hier ist eine unvollständige Liste von Menschen aus Wissenschaft, Kunst, Politik, Philosophie und Gesellschaft, die genau an diesem Tag geboren wurden. Von visionären Erfindern über mutige Bürgerrechtler bis hin zu großen Denkern und Künstlern – hier stehen jene Menschen im Mittelpunkt, deren Ideen, Werke und Taten unsere Zivilisation geprägt und weiterentwickelt haben.

So konsequent wie möglich, versuchen wir täglich neue Persönlichkeiten hervorzuheben und ihre Errungenschaften kurz zusammenzufassen. Dazu fügen wir noch ein Zitat dieser Person an, das ihr Wirken und Leben am besten beschreibt.

20. AUGUST BIS HEUTE

15. Oktober

P.G. Wodehouse
Portrait von P.G. Wodehouse

Wodehouse prägte die englischsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts mit seinem unverwechselbaren Humor, seinen geistreichen Wortspielen und seinen kunstvoll konstruierten Verwechslungskomödien.

Besonders berühmt wurde er durch die Figuren Bertie Wooster und seinen außergewöhnlich klugen Kammerdiener Jeeves, die sich gemeinsam aus den absurdesten gesellschaftlichen Verwicklungen befreien müssen.

Sein Einfluss reicht weit über die klassische Unterhaltungsliteratur hinaus: Zahlreiche Schriftsteller, darunter Bertolt Brecht, und Künstler schätzten seine stilistische Meisterschaft, und seine Werke wurden wiederholt für Theater, Film und Fernsehen adaptiert.

14. Oktober

Hannah Arendt
Portrait von Hannah Arendt

Arendt prägte die politische Philosophie des 20. Jahrhunderts mit ihren Analysen totalitärer Herrschaft. In ihrem bedeutenden Werk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft untersuchte sie, wie Nationalsozialismus und Stalinismus entstehen konnten und welche Gefahren Propaganda, Entrechtung und die Zerstörung politischer Freiheit für Gesellschaften darstellen.

Besonders bekannt wurde Arendt durch den Begriff der Banalität des Bösen, den sie in ihrer Berichterstattung über den Prozess gegen Adolf Eichmann entwickelte. Sie stellte die unbequeme Frage, wie Menschen an unfassbaren Verbrechen mitwirken können, wenn sie aufhören, selbstständig zu urteilen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

13. Oktober

Rudolf Virchow
Portrait von jungem Virchow

Virchow gilt als einer der Begründer der modernen Pathologie. Mit seiner Erkenntnis, dass Krankheiten auf Veränderungen in den Zellen zurückzuführen sind, revolutionierte er das medizinische Verständnis des menschlichen Körpers.

Er engagierte sich außerdem für die öffentliche Gesundheit. Er erkannte, dass Krankheiten nicht allein biologische Ursachen haben, sondern auch durch Armut, schlechte Wohnverhältnisse und mangelnde Hygiene begünstigt werden. Als Arzt und Politiker setzte er sich für bessere sanitäre Einrichtungen und eine verbesserte Gesundheitsversorgung ein.

12. Oktober

Elmer Ambrose Sperry
Portrait von Elmer Ambrose Sperry

Sperry wurde vor allem durch seine Arbeiten an Kreisel- und Navigationssystemen bekannt. Sein Kreiselkompass ermöglichte eine zuverlässigere Orientierung auf See, weil er nicht wie der herkömmliche Magnetkompass durch magnetische Störungen beeinflusst wurde.

Darüber hinaus entwickelte Sperry Kreiselstabilisatoren, die Schiffe, Geschütze und später auch Flugzeuge stabilisieren konnten. Seine Erfindungen trugen damit dazu bei, die Navigation und Steuerung moderner Verkehrsmittel präziser und sicherer zu machen.

9. Oktober

John Lennon
Portrait von John Lennon

Lennon war ein britischer Musiker, Komponist und Mitgründer der britischen Rockband The Beatles. Der Oscar- und mehrfacher Grammy-Preisträger schrieb gemeinsam mit Paul McCartney zahlreiche Lieder, die neue Maßstäbe für Songwriting, musikalische Experimentierfreude und gesellschaftliche Themen setzten.

Nach der Auflösung der Beatles entwickelte Lennon seine Solokarriere weiter und verband seine Musik zunehmend mit persönlichen, politischen und humanitären Botschaften.

Er nutzte seine enorme öffentliche Aufmerksamkeit, um sich gegen den Vietnamkrieg und für Frieden einzusetzen, und machte den Gedanken des gewaltfreien Protests einem weltweiten Publikum zugänglich.

8. Oktober

Harriet Taylor Mill
Portrait von Harriet Taylor Mill

Mill argumentierte für politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung von Frauen und schrieb 1851 den einflussreichen Essay Enfranchisement of Women, in dem sie das Frauenwahlrecht forderte.

Sie argumentierte, dass viele Unterschiede zwischen den Geschlechtern vielmehr durch Erziehung, Gesetze und gesellschaftliche Erwartungen entstehen.

Diese Gedanken wurden später zu wichtigen Bestandteilen der modernen Frauenrechtsbewegung und beeinflussten auch das einflussreiche Werk ihres Ehemannes The Subjection of Women von 1869.

7. Oktober

Desmond Tutu
Portrait von Desmond Tutu

Desmond Tutu wurde als anglikanischer Erzbischof zu einer der international bekanntesten Stimmen gegen die Apartheid. 1984 erhielt er den Friedensnobelpreis für seine Rolle als führende Figur des gewaltfreien Kampfes gegen das Apartheid-System.

Tutu forderte gleiche Bürgerrechte, die Abschaffung der rassistischen Passgesetze und ein Ende der erzwungenen Umsiedlungen.

Besonders prägend wurde sein Wirken als Vorsitzender der Truth and Reconciliation Commission, die ab 1995 die Verbrechen der Apartheid untersuchte. Unter Tutus Leitung wurden die Aussagen von mehr als 21.000 Opfern dokumentiert; auch Täter konnten öffentlich über ihre Verbrechen aussagen und unter bestimmten Voraussetzungen Amnestie beantragen.

6. Oktober

George Westinghouse
Portrait von George Westinghouse

Westinghouse war Erfinder und Ingenieur und entwickelte unter anderem die Druckluftbremse für Eisenbahnen, die den Zugverkehr wesentlich sicherer machte. Später wurde er zu einer der entscheidenden Persönlichkeiten bei der Einführung von Wechselstrom (AC) für die großräumige Stromübertragung.

In Partnerschaft mit Nikola Tesla trug Westinghouse dazu bei, dass elektrischer Strom über große Entfernungen wirtschaftlich übertragen werden konnte. Das war eine wesentliche Voraussetzung für die Elektrifizierung moderner Städte und Industrien. Seine Arbeit an den Niagara-Falls-Kraftwerken demonstrierte eindrucksvoll, dass Stromerzeugung und Verbrauch räumlich voneinander getrennt werden konnten.

5. Oktober

Denis Diderot
Portrait von Denis Diderot

Diderot war Philosoph, Schriftsteller und vor allem der führende Herausgeber der Encyclopédie. Gemeinsam mit Jean le Rond d’Alembert und zahlreichen Mitarbeitern versuchte er, das Wissen seiner Zeit systematisch zusammenzutragen und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Die Encyclopédie wurde zu einem der großen geistigen Projekte der europäischen Aufklärung, zu der er selbst als Enzyklopädist etwa 6000 von insgesamt 72.000 Artikeln beitrug. Sie behandelte nicht nur Philosophie und Wissenschaft, sondern auch Handwerk, Technik, Kunst und praktische Kenntnisse – und trug damit zur Idee bei, dass Wissen nicht ausschließlich den Eliten vorbehalten sein sollte.

25. September

Thomas Hunt Morgan
Portrait von Thomas Hunt Morgan

Morgan war ein US-amerikanischer Biologe und Genetiker, der nachwies, dass Gene auf Chromosomen lokalisiert sind und die materielle Grundlage der Vererbung bilden. Diese Entdeckungen bildeten die Basis der modernen Genetik.

Er beschäftigte sich zunächst vor allem mit Embryologie und der Entwicklung von Tieren. Den entscheidenden Wendepunkt brachte seine Arbeit mit der Fruchtfliege Drosophila melanogaster, die sich wegen ihrer kurzen Generationszeit und ihrer zahlreichen Mutationen hervorragend für genetische Experimente eignete.

Ein Exemplar dieser Fliege hatte weiße statt rote Augen. Aus der Untersuchung dieser Mutation entwickelte sich eine Forschungsarbeit, die grundlegende Vorstellungen über die Vererbung veränderte. Morgan und seine Mitarbeiter zeigten, dass bestimmte Erbanlagen mit den Chromosomen verbunden sind und dass Gene dort in einer bestimmten linearen Anordnung liegen.

Sie untersuchten außerdem die sogenannte genetische Kopplung und Rekombination – Prozesse, durch die sich Erbanlagen bei der Fortpflanzung neu kombinieren können. Damit wurde die Chromosomentheorie der Vererbung durch experimentelle Belege entscheidend gestützt.

In der Sowjetunion wurden die Lehren Morgans und damit die moderne Vererbungslehre kategorisch verworfen und bis in die 1960er-Jahre offiziell abgelehnt. Diese wissenschaftspolitische Entscheidung hatte katastrophale Folgen für die Landwirtschaft in der Sowjetunion und wirkte sich auch auf die Volksrepublik China während der Kulturrevolution aus.

Für seine Entdeckungen über die Rolle der Chromosomen bei der Vererbung erhielt Morgan 1933 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Ole RømerWladimir KöppenDmitri SchostakowitschGlenn GouldMichael DouglasPedro AlmodóvarChristopher ReeveKarl-Heinz RummeniggeZuccheroScottie PippenWill SmithCatherine Zeta-Jones

24. September

Frances Harper
Portrait von Frances Harper

Harper war eine der bedeutendsten afroamerikanischen Schriftstellerinnen und Bürgerrechtlerinnen des 19. Jahrhunderts. Sie wuchs als freie Schwarze Frau auf und erhielt eine für ihre Zeit ungewöhnlich gute Bildung.

Im Alter von 13 Jahren begann sie als Näherin und Kindermädchen bei einer weißen Familie zu arbeiten, die eine Buchhandlung besaß. Zwar konnte sie dadurch keine Schule mehr besuchen, doch sie nutzte ihre freie Zeit, um in den Büchern der Buchhandlung zu lesen und eigene Texte zu verfassen.

Schon früh verband sie Literatur mit gesellschaftlichem Engagement und veröffentlichte Gedichte, die sich gegen die Sklaverei richteten. Ab 1854 reiste sie als Rednerin durch die USA und Kanada und hielt Vorträge über Abschaffung der Sklaverei, Bildung und die gesellschaftliche Stellung Schwarzer Menschen.

1859 veröffentlichte sie mit The Two Offers eine Kurzgeschichte, die als erste von einer afroamerikanischen Frau veröffentlichte Kurzgeschichte in den USA gilt. Ihr bekanntestes literarisches Werk wurde später der Roman Iola Leroy (1892), der Rassismus, soziale Ungleichheit, Bildung und die Lebensbedingungen Schwarzer Frauen thematisierte.

Nach dem Ende des Bürgerkriegs weitete sie ihren Einsatz auf Bürgerrechte, Frauenrechte, Bildung und den Kampf gegen Lynchjustiz aus. Besonders bedeutend war ihre Rede We Are All Bound Up Together auf der National Woman’s Rights Convention von 1866. Harper machte darin deutlich, dass eine Frauenrechtsbewegung, die die Erfahrungen Schwarzer Frauen ignoriere, unvollständig sei. Sie setzte sich zugleich für das Wahlrecht Schwarzer Männer ein und arbeitete mit unterschiedlichen Reformbewegungen zusammen.

Gerolamo CardanoWilliam AdamsGeorges ClaudeF. Scott FitzgeraldHoward FloreyAyatollah KhomeiniJim HensonUschi ObermaierJonatan Soriano

23. September

Robert Bosch
Portrait von Robert Bosch

Bosch war einer der bedeutendsten deutschen Unternehmer und zugleich ein Pionier in fairer Unternehmenskultur.

Er gründete 1886 in Stuttgart eine Werkstatt für Feinmechanik und Elektrotechnik, aus der später der weltweit tätige Bosch-Konzern hervorging.

Einen entscheidenden Beitrag leistete Bosch zur Entwicklung der Automobiltechnik: Seine zuverlässige Zündvorrichtung machte den Verbrennungsmotor wesentlich alltagstauglicher und trug damit zum Aufstieg des Automobils, und auch seines Unternehmens, bei.

Bosch gehörte zu den frühen Unternehmern, die erkannten, dass gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung nicht nur soziale Fragen, sondern auch wirtschaftliche Bedeutung hatten. Bereits 1906 führte er den Achtstundentag ein, zu einer Zeit, als in der Industrie deutlich längere Arbeitszeiten üblich waren. 1913 richtete er außerdem eine eigene Lehrlingsabteilung mit Lehrwerkstatt ein und legte damit großen Wert auf die berufliche Ausbildung seiner Mitarbeiter.

Generell verstand Bosch Unternehmertum als gesellschaftliche Verantwortung. Er unterstützte großzügig Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Wissenschaft und förderte unter anderem Hochschulen und Erwachsenenbildung. 1940 wurde in Stuttgart das Robert-Bosch-Krankenhaus eröffnet.

In seinem Testament legte er schließlich fest, dass der wirtschaftliche Erfolg seines Unternehmens dauerhaft mit gemeinnützigem Engagement verbunden bleiben sollte.

EuripidesKublai KhanVictoria WoodhullJohn Boyd OrrJohn ColtraneRay CharlesRomy SchneiderMohammad Reza ShajarianJulio IglesiasBruce SpringsteenJuan Martín del PotroBernhard Raimann

22. September

Michael Faraday
Portrait von Michael Faraday

Michael Faraday ist einer der bedeutendsten Wissenschaftler der Menschheitsgeschichte. Dem britische Physiker und Chemiker gelang die Entdeckung der elektromagnetischen Induktion im Jahr 1831 und legte eine entscheidende Grundlage für Generatoren und die praktische Nutzung elektrischer Energie. Bereits 1821 entwickelte er außerdem das Prinzip des Elektromotors.

Als Chemiker entdeckte Faraday Benzol und Tetrachlorethylen, entwickelte eine frühe Form des Bunsenbrenners sowie das System der Oxidationszahlen und machte Begriffe wie Anode, Kathode, Elektrode und Ion bekannt. Als er jedoch von der Regierung gebeten wurde, zur Herstellung chemischer Waffen für den Einsatz im Krimkrieg zu beraten, lehnte Faraday ab, und führte dabei ethische Bedenken an.

Seine Bedeutung geht noch weiter: Er formulierte wichtige Gesetze der Elektrolyse und entwickelte grundlegende Vorstellungen über elektromagnetische Felder. Selbst Albert Einstein bewahrte an der Wand seines Arbeitszimmers ein Porträt von Faraday auf (neben denen von Isaac Newton und James Clerk Maxwell).

Bemerkenswert ist auch seine Herkunft: Er hatte nur eine begrenzte formale Schulbildung und begann seine berufliche Laufbahn als Buchbinderlehrling.

Hans AlbersCharles Brenton HugginsHans SchollEric BakerRosamunde PilcherWolfgang PetryLilo WandersAndrea BocelliFélix SavónHannes ArchKlaas Heufer-Umlauf

18. September

Greta Garbo
Portrait von Greta Garbo

Garbo (geb. Gustafsson) war eine der prägendsten Schauspielerinnen der frühen Filmgeschichte und eine der ersten internationalen Filmikonen.

Die Schwedin begann ihre Karriere im schwedischen Stummfilm, bevor sie in den 1920er-Jahren nach Hollywood ging. Bei Metro-Goldwyn-Mayer entwickelte sie sich – vor allem nach dem Film Eine schamlose Frau (1928) – zu einem Weltstar mit etlichen Oscar-Nominierungen, dessen Zeremonien sie immer vermied.

Sie verkörperte Figuren, die häufig zugleich selbstbewusst, verletzlich und gesellschaftlich unangepasst waren, wie z.B. Mata Hari und Anna Karenina.

Besonders bedeutend war Garbos Rolle beim Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm. Viele Stars des Stummfilms verloren mit der Einführung des Tons ihre Karriere, doch Garbo gelang der Übergang erfolgreich. Ihr erster Tonfilm Anna Christie (1930) wurde zu einem wichtigen Wendepunkt ihrer Karriere; ihre ungewöhnlich tiefe, zurückhaltende Stimme wurde zu einem wesentlichen Bestandteil ihres neuen Leinwandbildes.

Garbo prägte dabei ein neues Bild weiblicher Filmstars. Ihre Figuren waren häufig eigenständig, geheimnisvoll und sexuell selbstbestimmt, anstatt lediglich als romantische Nebenfiguren zu funktionieren. Mit Camille (1936) und Ninotchka (1939) bewies sie zudem eine bemerkenswerte Bandbreite zwischen Tragödie und Komödie. Ihre Darstellung der sowjetischen Funktionärin in Ninotchka war zudem ungewöhnlich, weil Garbo hier bewusst mit ihrem eigenen glamourösen Image spielte.

Ein wesentlicher Teil ihres Mythos entstand dadurch, dass Garbo ihre Filmkarriere bereits mit 36 Jahren beendete. Nach Two-Faced Woman (1941) zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und führte anschließend ein sehr privates (kinder- und ehepartnerloses) Leben. 1954 verlieh ihr die Academy einen Ehrenoscar für ihre „unvergesslichen Leinwandauftritte“.

Samuel JohnsonLéon FoucaultWolfgang SchäublePeter ShiltonJames GandolfiniChris HedgesLance ArmstrongAnna NetrebkoJason Sudeikis (Ted Lasso)Ronaldo Luís Nazário de Lima

17. September

Marquis de Condorcet
Portrait von Marquis de Condorcet

Condorcet war einer der radikalsten Denker der europäischen Aufklärung. Der französische Mathematiker, Philosoph und Politiker glaubte daran, dass die Menschheit durch Wissen und wissenschaftlichen Fortschritt ihre Lebensbedingungen immer weiter verbessern könne. In seinem berühmten Werk Prospectus entwarf er die Vision eines langfristigen gesellschaftlichen Fortschritts, in dem Unwissenheit, Armut und Unterdrückung zunehmend überwunden werden.

Er war einer der frühesten männlichen Denkern Europas, der sich ausdrücklich für die politische Gleichberechtigung von Frauen einsetzten. Bereits 1790 veröffentlichte Condorcet einen Text, in dem er das politische Wahlrecht für Frauen forderte. Für ihn war es widersinnig, Frauen politische Rechte aufgrund ihres Geschlechts zu verweigern, während man gleichzeitig von universellen Menschenrechten sprach. Er argumentierte außerdem für eine bessere Bildung von Frauen und für ihre gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben.

Condorcets Vorstellungen von Gleichheit gingen noch weiter. Er wandte sich gegen Sklaverei und rassistische Diskriminierung und unterstützte die Abschaffung der Sklaverei in den französischen Kolonien. Ebenso setzte er sich für religiöse Toleranz, Pressefreiheit und eine möglichst umfassende öffentliche Bildung ein. Bildung betrachtete er nicht als Privileg einer Elite, sondern als entscheidendes Mittel, um Menschen unabhängiger zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Entscheidungen auf Grundlage von Wissen und Vernunft zu treffen.

Während der Französischen Revolution engagierte sich Condorcet politisch und arbeitete unter anderem an Entwürfen für eine neue Verfassung und ein modernes Bildungssystem. Als sich die radikale Herrschaft der Jakobiner durchsetzte, wurde er 1793 zum gesuchten Mann. 1794 wurde er verhaftet und starb kurz darauf im Gefängnis – vermutlich durch Suizid, wobei die genauen Umstände seines Todes nicht vollständig geklärt sind.

Stephen HalesLéon FoucaultBernhard RiemannDavid Dunbar BuickStirling MossMaureen ConnollyReinhold MessnerNarendra ModiDamon HillAnastaciaAlex Owetschkin

16. September

Karen Horney
Poster von Hrant Dink

Horney war eine deutsch-amerikanische Psychoanalytikerin, die zu den wichtigsten frühen Kritikerinnen der klassischen Psychoanalyse gehörte. Zu einer Zeit, in der psychologische Theorien stark von männlichen Vorstellungen geprägt waren, stellte sie die Frage, wie sehr gesellschaftliche Erwartungen, Erziehung und Geschlechterrollen die psychische Entwicklung eines Menschen beeinflussen. Sie zweifelte an der Vorstellung, dass psychische Probleme hauptsächlich durch biologische oder sexuelle Faktoren bestimmt werden.

Horney kritisierte z.B. stark das Konzept des Penisneids von Sigmund Freud. Sie argumentierte, dass Gefühle von Minderwertigkeit bei Frauen nicht einfach aus biologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern erklärt werden könnten. Vielmehr könnten gesellschaftliche Benachteiligung, eingeschränkte Möglichkeiten und die Abwertung weiblicher Fähigkeiten solche Gefühle hervorrufen.

Horney unterschied außerdem zwischen dem wahren Selbst und einem unrealistischen Ideal-Selbst. Neurotische Menschen entwickeln ihrer Ansicht nach häufig ein überhöhtes Bild davon, wie sie sein sollten. Sie versuchen dann verzweifelt, diesem Ideal zu entsprechen, und empfinden ihr tatsächliches Selbst als unzulänglich. Daraus können Selbsthass, Perfektionismus und ein permanentes Gefühl des Versagens entstehen. In ihrem Buch Neurosis and Human Growth (1950) beschrieb sie deshalb psychische Gesundheit als einen Prozess, bei dem der Mensch wieder zu seinem realen Selbst findet.

In den USA wurde sie auch zu einer wichtigen Vertreterin der sogenannten kulturellen bzw. interpersonalen Psychoanalyse. Gemeinsam mit Denkern wie Harry Stack Sullivan und Erich Fromm trug sie dazu bei, psychische Gesundheit nicht ausschließlich als etwas Inneres und Individuelles zu betrachten, sondern auch als Ergebnis sozialer Beziehungen und kultureller Bedingungen.

J.C. PenneyW. O. BentleyAlbert Szent-GyörgyiLauren BacallB. B. KingPeter FalkAleksandr MedvedMickey RourkeDavid CopperfieldKirsty Coventry

15. September

Hrant Dink
Poster von Hrant Dink

Dink war ein türkisch-armenischer Journalist und eine der wichtigsten Stimmen für die Verständigung zwischen Türken und Armeniern. 1996 war er Mitbegründer der armenisch-türkische Wochenzeitung Agos. Die Zeitung wurde zu einer wichtigen Plattform für die armenische Minderheit in der Türkei, richtete sich aber bewusst auch an die türkische Mehrheitsgesellschaft.

Dink wollte nicht die Gräben zwischen den Gemeinschaften vertiefen, sondern einen offenen Dialog über eine gemeinsame, schwierige Geschichte ermöglichen.

Besonders mutig war Dinks Einsatz für eine offene Auseinandersetzung mit der Verfolgung und Tötung von Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs. Er forderte sowohl die armenische als auch die türkische Gesellschaft dazu auf, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, ohne dabei Hass zwischen den Bevölkerungsgruppen zu fördern. Für seine Äußerungen wurde er wiederholt angefeindet und nach Artikel 301 des türkischen Strafgesetzbuches wegen „Beleidigung des Türkentums“ angeklagt.

Sein Engagement machte ihn gleichzeitig zu einer wichtigen Stimme gegen Nationalismus, Rassismus und Ausgrenzung. Er setzte sich dafür ein, dass die armenische Minderheit ihre kulturelle Identität frei leben konnte, und plädierte zugleich für eine demokratische Türkei, in der unterschiedliche ethnische und religiöse Gruppen gleichberechtigt zusammenleben können. Er sah dabei die Anerkennung historischen Unrechts nicht als Hindernis für die türkisch-armenische Verständigung, sondern gerade als Voraussetzung dafür, dass eine solche Verständigung überhaupt möglich wird.

Am 19. Januar 2007 wurde Hrant Dink vor dem Redaktionsgebäude von Agos in Istanbul erschossen. Sein Tod löste eine der größten öffentlichen Trauerbekundungen der jüngeren türkischen Geschichte aus: Zehntausende Menschen gingen mit dem Ruf „Wir sind alle Hrant Dink“ auf die Straße.

William Howard TaftEttore BugattiAgatha ChristieHelmut SchönFausto CoppiTommy Lee JonesRóbert FicoThomas StangassingerDejan SavićevićJimmy CarrTom HardyLeonore GewesslerPrince Harry

14. September

Alexander von Humboldt
''Portrait von Alexander von Humboldt (1843)

Humboldt war ein Wegbereiter der modernen Geografie, Ökologie und Klimaforschung. Anders als viele Wissenschaftler seiner Zeit betrachtete er die Natur nicht als Sammlung einzelner Erscheinungen, sondern als ein miteinander verbundenes System.

Zwischen 1799 und 1804 bereiste Humboldt große Teile Lateinamerikas und sammelten Tausende Pflanzen- und Tierproben. Er bestieg den Chimborazo und führte Messungen zu Temperatur, Luftdruck, Höhe und Vegetation durch. Dabei erkannte er beispielsweise den Zusammenhang zwischen Höhenlage, Klima und Pflanzenverbreitung und entwickelte die Idee, dass ähnliche klimatische Bedingungen auch über weit voneinander entfernte Regionen hinweg ähnliche Vegetationszonen hervorbringen.

In seinem mehrbändigen Werk Kosmos versuchte er schließlich, das gesamte Wissen seiner Zeit über die Natur in einem zusammenhängenden Bild darzustellen. Damit wurde er zu einem wichtigen Wegbereiter der interdisziplinären Wissenschaft.

Sicher erwähnenswert war auch seine Haltung gegenüber den Ureinwohnern die ihm in Lateinamerika begegneten. Humboldt kritisierte die Sklaverei und koloniale Ausbeutung deutlich und beschrieb die Folgen der europäischen Herrschaft in Amerika kritisch. Er interessierte sich für die Kulturen und Lebensweisen der indigenen Bevölkerung und widersprach der damals verbreiteten Vorstellung einer einfachen Hierarchie menschlicher Gesellschaften.

Seine Beobachtungen beeinflussten spätere Forschungen in Klimatologie, Ökologie und Geografie und wirkten unter anderem auf Charles Darwin und zahlreiche Naturforscher nach ihm. Viele seiner Grundgedanken – etwa die Vorstellung von globalen Zusammenhängen zwischen Klima, Vegetation und menschlichem Handeln.

Agrippa von NettesheimRobert CecilMargaret SangerWolfgang SchwartzGünter NetzerMichael HäuplLeo XIV.Amy WinehouseMartin Fourcade

10. September

Elsa Schiaparelli
''Portrait von Elsa Schiaparelli (1933)

Elsa Schiaparelli war eine der radikalsten und einflussreichsten Modeschöpferinnen des 20. Jahrhunderts. Die Italienerin machte Paris in den 1920er- und 1930er-Jahren zu ihrem Zentrum und stellte die Vorstellung infrage, dass Mode lediglich elegant und praktisch sein müsse. Für Schiaparelli konnte Kleidung zugleich Kunst, Provokation und Humor sein. Mit ungewöhnlichen Schnitten, Farben, Stoffen und Motiven entwickelte sie einen Stil, der sich bewusst über die Konventionen ihrer Zeit hinwegsetzte.

Besonders revolutionär war ihre enge Verbindung zur Surrealismus-Bewegung. Schiaparelli arbeitete mit Künstlern wie Salvador Dalí, Jean Cocteau und Man Ray zusammen und übertrug deren Fantasie und Sinn für das Absurde direkt auf Kleidung. Daraus entstanden heute legendäre Kreationen wie Dalís Lobster Dress, der berühmte Schuh-Hut oder Kleider mit illusionistischen und surrealistischen Motiven.

Schiaparelli beeinflusste aber auch die alltägliche Entwicklung der Mode. Sie experimentierte mit neuen Materialien, auffälligen Reißverschlüssen, ungewöhnlichen Knöpfen und kräftigen Mustern und machte Elemente wie Schulterpolster und Tiermotive populär. Besonders berühmt wurde ihr leuchtendes Shocking Pink, das sie 1937 mit ihrem gleichnamigen Parfum bekannt machte.

Obwohl ihr Modehaus 1954 schließlich Konkurs anmelden musste und sie sich aus dem aktiven Modegeschäft zurückzog, blieb ihr Einfluss bestehen. Designer wie Yves Saint Laurent, Charles James und Geoffrey Beene wurden von ihr beeinflusst. Auch Hollywood-Stars wie Mae West trugen ihre Entwürfe. Sie machte Mode damit zu einer Form visueller Kommunikation, in der Humor, Erotik, Fantasie und gesellschaftliche Provokation ihren Platz hatten.

Thomas SydenhamFranz WerfelKarl LagerfeldStephen Jay GouldJosé FelicianoGuy RitchieGustavo Kuerten

9. September

Lew Tolstoi
Portrait von Lew Tolstoi

Tolstoi war einer der bedeutendsten Schriftsteller der Geschichte. Mit Romanen wie Krieg und Frieden und Anna Karenina schuf er Werke, die bis heute zu den einflussreichsten der Weltliteratur zählen. Er stammte aus dem russischen Adel und führte lange Zeit ein Leben, das von diesem privilegierten Hintergrund geprägt war.

Im Laufe seines Lebens entwickelte Tolstoi eine immer stärkere Kritik an Gewalt, Krieg, staatlicher Macht und sozialer Ungleichheit. Er wandte sich gegen eine Gesellschaft, in der wenige Menschen über großen Besitz und politische Macht verfügten, während die Mehrheit in Armut lebte. Menschen sollten Gewalt nicht mit Gegengewalt beantworten und sich ungerechten staatlichen oder gesellschaftlichen Strukturen nicht einfach unterordnen. Seine religiös geprägte Philosophie des gewaltlosen Widerstands machte ihn zu einem wichtigen Vorläufer moderner pazifistischer und gewaltfreier Bewegungen.

Tolstois Ideen gingen weit über Russland hinaus. Sein Werk Das Reich Gottes ist in euch beeinflusste zahlreiche Pazifisten und Bürgerrechtler. Besonders bedeutend war sein geistiger Austausch mit Mahatma Gandhi, der Tolstois Gedanken über Gewaltlosigkeit, moralischen Widerstand und ein einfaches Leben aufgriff und weiterentwickelte. Auch Martin Luther King Jr. bezeichnete ihn als eine seiner wichtigsten Inspirationsquellen.

Auch Bewegungen für Kriegsdienstverweigerung, soziale Reformen und gewaltfreien Widerstand wurden von Tolstois Schriften beeinflusst. Damit wirkte ein russischer Schriftsteller indirekt auf einige der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Bewegungen des 20. Jahrhunderts ein

Luigi GalvaniWilliam BlighOtis ReddingDave StewartGeorg HacklHugh GrantMichael BubléLuka Modrić

8. September

Bernie Sanders
Portrait von Bernie Sanders

Sanders gehört zu den einflussreichsten Stimmen der amerikanischen progressiven Politik der vergangenen Jahrzehnte. Er wurde 1981 als unabhängiger Kandidat zum Bürgermeister von Burlington, Vermont, gewählt. Später zog er als Unabhängiger in das US-Repräsentantenhaus und 2006 in den Senat ein. Damit wurde er zum längst dienenden unabhängigen Kongressabgeordneten der amerikanischen Geschichte.

Sanders machte vor allem soziale und wirtschaftliche Ungleichheit zu seinem politischen Kernthema. Er kritisiert die Konzentration von Vermögen und politischem Einfluss bei einer kleinen wohlhabenden Minderheit und setzt sich für höhere Löhne, stärkere Gewerkschaften, einen höheren Mindestlohn und eine stärkere Besteuerung großer Vermögen und Unternehmen ein. Viele seiner Forderungen galten lange als radikal, doch insbesondere seit seinen Präsidentschaftskandidaturen 2016 und 2020 fanden sie bei Millionen Amerikanern großen Anklang und beeinflussten die politische Debatte der Demokratischen Partei nachhaltig.

Besonders prägend war sein Einsatz für allgemeine Gesundheitsversorgung. Sanders machte die Forderung nach „Medicare for All“ – einer staatlich garantierten Krankenversicherung für alle – zu einem zentralen Bestandteil seiner politischen Bewegung. Auch wenn er diese umfassende Reform bisher nicht durchsetzen konnte, trug er entscheidend dazu bei, die Frage, ob Gesundheitsversorgung ein Menschenrecht sein sollte, in den Mittelpunkt der amerikanischen Politik zu rücken.

Sanders bezeichnet sich offen als demokratischen Sozialisten – ein Begriff, der in den USA politisch kontrovers war und ist. Seine Kampagnen mobilisierten insbesondere junge Menschen und machten Themen wie Vermögensungleichheit, Studienkosten, Mindestlohn, Gewerkschaftsrechte und eine allgemeine Gesundheitsversorgung zu zentralen politischen Fragen. Gleichzeitig zeigte er, dass ein Politiker außerhalb des etablierten Parteiensystems eine landesweite Massenbewegung aufbauen kann.

Richard LöwenherzAntonín DvořákIda Henrietta HydeMario AdorfMojtaba KhameneiChrista KummerP!nkAvicii

7. September

Elisabeth I.
Portrait von Ludwig XIV

Elisabeth I. war eine der außergewöhnlichsten Herrscherinnen der europäischen Geschichte. Als sie 1558 den englischen Thron bestieg, war das Land politisch und religiös tief gespalten, und als Frau musste sie sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten. Mit großer politischer Geschicklichkeit gelang es ihr, ihre Macht zu festigen und die Monarchie zu stabilisieren. Sie blieb ihr ganzes Leben unverheiratet und vermittelte das Bild einer Herrscherin, die niemandem außer ihrem Land verpflichtet war.

Eine ihrer wichtigsten Leistungen war die Stabilisierung der religiösen Verhältnisse. Mit dem Elizabethan Religious Settlement schuf sie einen pragmatischen Kompromiss zwischen katholischen und protestantischen Kräften. Gleichzeitig machte Elisabeth England zu einer selbstbewussteren Macht in Europa. Der spektakuläre Sieg über die Spanische Armada 1588 wurde zum Symbol für den Aufstieg Englands und stärkte Elisabeths Ansehen weit über die Landesgrenzen hinaus.

Unter ihrer Herrschaft begann außerdem die Zeit der Englische Seefahrer (wie Francis Drake und Walter Raleigh). Diese erkundeten neue Gebiete und erweiterten Englands Handels- und Einflussmöglichkeiten. Mit der Gründung der East India Company im Jahr 1600 wurde zudem der Grundstein für eine Handelsorganisation gelegt, die in den folgenden Jahrhunderten eine enorme Rolle bei der britischen Expansion in Asien spielen sollte.

Besonders nachhaltig war jedoch Elisabeths kultureller Einfluss. Ihre Regierungszeit wurde zu einer kulturellen Blütezeit, in der Theater, Literatur, Musik und bildende Kunst einen außergewöhnlichen Aufschwung erlebten. Die Epoche brachte unter anderem William Shakespeare hervor und prägte das englische kulturelle Selbstverständnis bis heute.

August KekuléLudwig ArmbrusterJovita IdárElia KazanBuddy HollyGloria GaynorEvan Rachel WoodMartin Hinteregger

5. September

Ludwig XIV
Portrait von Ludwig XIV

Ludwig XIV., auch „Sonnenkönig“ genannt, war von 1643 bis zu seinem Tod König von Frankreich und mit 72 Jahren auf dem Thron einer der am längsten regierenden Monarchen der Geschichte. Er übernahm die Herrschaft bereits als Kind, zunächst unter der Regentschaft seiner Mutter Anna von Österreich und des Ministers Kardinal Mazarin. Nach Mazarins Tod 1661 entschied sich Ludwig XIV., selbst die Regierung zu führen, und baute die königliche Macht systematisch aus.

Eine seiner wichtigsten politischen Leistungen war die Stärkung der absoluten Monarchie. Er konzentrierte die politische Macht beim König und schränkte den Einfluss des Adels ein. Mit dem Ausbau einer zentralisierten Verwaltung und einem Netz königlicher Beamter stärkte er die Kontrolle über die Provinzen.

Ludwig XIV. machte Frankreich außerdem zu einer der führenden europäischen Mächte. Er führte zahlreiche Kriege, um französische Gebiete und seinen politischen Einfluss auszuweiten. Unter seiner Herrschaft wuchs Frankreichs militärische Stärke erheblich, allerdings waren die Kriege äußerst kostspielig und belasteten die Staatsfinanzen. Sein Finanzminister Jean-Baptiste Colbert förderte gleichzeitig Handel, Manufakturen, Infrastruktur und den französischen Außenhandel.

Auch kulturell hinterließ Ludwig XIV. ein enormes Erbe. Er ließ das Schloss Versailles zu einer gewaltigen königlichen Residenz und zum politischen Zentrum Frankreichs ausbauen. Gleichzeitig förderte er Künstler, Architekten, Schriftsteller und Wissenschaftler und unterstützte Institutionen wie die Académie française und die Académie royale des sciences. Die französische Sprache wurde im 17. und 18. Jahrhundert zum Ausdruck von Bildung, Eleganz und gesellschaftlichem Ansehen. Besonders am russischen Hof übernahm der Adel französische Lebensweisen und sprach häufig Französisch anstelle der eigenen Landessprache.

Didi HallervordenClay RegazzoniGeorge LazenbyWerner HerzogFreddie MercuryBenita Ferrero-WaldnerMichael KeatonPaul Breitner

4. September

John McCarthy
Portrait von John McCarthy

McCarthy war ein US-amerikanischer Informatiker und einer der Begründer der künstlichen Intelligenz (KI). Nach seinem Mathematik Studium an der California Institute of Technology und Princetonm beschäftigte er sich schon früh mit der Frage, ob Maschinen in der Lage sein könnten, menschliche Denkprozesse nachzuahmen und eigenständig Probleme zu lösen.

1956 prägte McCarthy gemeinsam mit anderen Forschern den Begriff „Artificial Intelligence“. Bei der berühmten Dartmouth-Konferenz formulierte er die Vision, dass Aspekte menschlicher Intelligenz so genau beschrieben werden könnten, dass Maschinen lernen könnten, sie zu simulieren. Die Konferenz gilt als ein wichtiger Ausgangspunkt der KI als eigenständiges Forschungsgebiet.

Eine seiner wichtigsten technischen Leistungen war die Entwicklung der Programmiersprache LISP im Jahr 1958. Sie wurde speziell für die Verarbeitung symbolischer Informationen entwickelt und spielte über Jahrzehnte eine zentrale Rolle in der KI-Forschung. Viele frühe KI-Systeme wurden mit LISP programmiert, und Konzepte der Sprache beeinflussten später zahlreiche weitere Programmiersprachen und Softwaretechniken.

McCarthy leistete außerdem wichtige Beiträge zur symbolischen KI und zum automatisierten logischen Denken. Er entwickelte unter anderem das Konzept des Advice Taker, eines hypothetischen Computersystems, das Wissen in logischer Form speichern und daraus selbstständig Schlussfolgerungen ziehen sollte. Später arbeitete er an Themen wie Wissensrepräsentation, logischer Planung und der Frage, wie Computer mit allgemeinem Wissen umgehen können.

Al-BiruniAnton BrucknerKarl SeitzMax DelbrückArmin KoglerShinya YamanakaMark RonsonBeyoncé

Photo-Quelle: null0, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

3. September

Prudence Crandall
Portrait von Prudence Crandall von 1834

Crandall war eine US-amerikanische Lehrerin und eine frühe und mutige Kämpferin für Bildung und die Rechte schwarzer Menschen. Sie gründete 1831 in Connecticut eine Privatschule für Mädchen aus wohlhabenden weißen Familien. Ihr Leben nahm jedoch eine entscheidende Wendung, als sie sich entschloss, auch ein schwarzes Mädchen aufzunehmen.

Als Reaktion auf heftigen Widerstand der weißen Bevölkerung wandelte Crandall ihre Schule 1833 in eine Schule ausschließlich für schwarze Mädchen um. Sie wollte damit jungen schwarzen Frauen eine hochwertige Bildung ermöglichen – zu einer Zeit, in der ihnen der Zugang zu vielen Bildungseinrichtungen verwehrt wurde. Schülerinnen kamen auch aus einigen anderen Bundesstaaten zu ihr nach Canterbury, Connecticut.

Die Schule wurde daraufhin zum Ziel einer massiven Kampagne aus Drohungen, Einschüchterungen und sozialem Druck. Eltern wurden aufgefordert, ihre Töchter nicht dorthin zu schicken, Geschäfte verweigerten der Schule Dienstleistungen und die Gemeinde versuchte, den Unterricht zu unterbinden.

Crandall blieb jedoch bei ihrer Entscheidung. 1834 wurde sie schließlich aufgrund des sogenannten Black Law von Connecticut verhaftet und vor Gericht gestellt, weil sie schwarze Schülerinnen aus anderen Bundesstaaten unterrichtete. Nach mehreren Verfahren wurde sie zwar letztlich nicht verurteilt, doch die Schule musste 1834 aufgrund der anhaltenden Verfolgung schließen.

In ihren späteren Jahren erhielt sie zunehmend Anerkennung für ihren Mut und ihren Einsatz. Der US-Bundesstaat Connecticut erklärte sie 1995 offiziell zur State Heroine.

Louis SullivanFerdinand PorscheMario DraghiCharlie SheenShaun WhiteDominic ThiemEileen Gu

1. September

Sergei Winogradski
Sergei Winogradski

Winogradski war ein ukrainisch-russischer Mikrobiologe und gilt als einer der Begründer der modernen Mikrobiologie und der mikrobiellen Ökologie. Er untersuchte, wie Mikroorganismen Energie gewinnen und welche Rolle sie in natürlichen Kreisläufen spielen.

Eine seiner wichtigsten Entdeckungen war das Prinzip der Chemolithotrophie. Winogradski zeigte anhand schwefeloxidierender Bakterien, dass Mikroorganismen Energie gewinnen können, indem sie anorganische Stoffe wie Schwefelwasserstoff oxidieren. Damit wurde deutlich, dass Leben nicht zwingend auf organische Nahrung oder Sonnenlicht angewiesen ist – eine Erkenntnis, die unser Verständnis der Vielfalt des Lebens grundlegend erweiterte.

Besonders bedeutend waren seine Untersuchungen zur Nitrifikation und zum Stickstoffkreislauf. Er zeigte, dass verschiedene Bakterien an der Umwandlung von Ammoniak über Nitrit zu Nitrat beteiligt sind, und erkannte, dass diese Mikroorganismen ihre Zellsubstanz aus Kohlendioxid aufbauen können. Außerdem isolierte er mit Clostridium pasteurianum einen frei lebenden Mikroorganismus, der atmosphärischen Stickstoff binden kann. Seine Arbeiten halfen damit, die Bedeutung von Mikroorganismen für die natürlichen Stoffkreisläufe zu verstehen.

Auch erwähnenswert ist die Winogradski-Säule, ein einfaches Modell eines mikrobiellen Ökosystems, in dem sich unterschiedliche Lebensgemeinschaften entsprechend den vorhandenen Sauerstoff-, Schwefel- und Nährstoffgradienten entwickeln. Die Methode wird bis heute in der mikrobiologischen Forschung und Ausbildung verwendet.

Giacomo TorelliCarl Auer von WelsbachFrancis William AstonRocky MarcianoBarry GibbRuud GullitGaël MonfilsZendaya

Photo-Quelle: Mccloughlin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

31. August

Hermann von Helmholtz
Hermann von Helmholtz in 1848

Helmholtz war ein deutscher Arzt, Physiker und Physiologe und zählt zu den bedeutendsten Naturwissenschaftlern des 19. Jahrhunderts. Seine außergewöhnliche Bedeutung liegt darin, dass er verschiedene Wissenschaftsbereiche miteinander verband – von Medizin und Physiologie über Physik und Mathematik bis hin zu Akustik und Philosophie.

Eine seiner wichtigsten Leistungen war seine grundlegende Arbeit zum Gesetz der Erhaltung der Energie. In seiner Schrift Über die Erhaltung der Kraft von 1847 formulierte er das Prinzip so: Energie kann ihre Erscheinungsform verändern, aber nicht aus dem Nichts entstehen oder verschwinden. Damit trug Helmholtz entscheidend dazu bei, eines der fundamentalen Gesetze der modernen Physik zu etablieren.

Auch für die Medizin und die Erforschung der menschlichen Sinne leistete Helmholtz Pionierarbeit. 1851 erfand er den Augenspiegel (Ophthalmoskop), mit dem erstmals das Innere eines lebenden Auges direkt untersucht werden konnte.

Darüber hinaus bestimmte Helmholtz die Geschwindigkeit von Nervenimpulsen und erforschte detailliert das Sehen, die Farbwahrnehmung und den Aufbau des Auges. Seine Arbeiten zur Farbwahrnehmung bildeten eine wichtige Grundlage für die moderne physiologische Optik und Augenheilkunde.

Maria MontessoriItzhak PerlmanVan MorrisonLuca di MontezemoloRichard GereTed LigetyMohammed bin Salman

29. August

Arndt Pekurinen
Photo von Arndt Pekurinen

Pekurinen war ein finnischer Pazifist und einer der bekanntesten Kriegsdienstverweigerer Europas. In den 1920er-Jahren zog er nach Helsinki, schloss sich der Friedensbewegung an und engagierte sich in der finnischen antimilitaristischen Bewegung.

Als Pekurinen 1929 zum Militärdienst einberufen wurde, verweigerte er nicht nur das Tragen von Waffen, sondern grundsätzlich den Dienst in der Armee. Dafür wurde er mehrfach zu Gefängnisstrafen verurteilt und verbrachte insgesamt mehrere Jahre in Haft.

Sein Fall erregte bald große öffentliche und internationale Aufmerksamkeit. Persönlichkeiten wie Albert Einstein, H. G. Wells und Henri Barbusse setzten sich für ihn ein und forderten die finnische Regierung auf, seine Gewissensentscheidung zu respektieren.

Sein jahrelanger Widerstand trug wesentlich dazu bei, dass Finnland 1931 erstmals eine gesetzliche Möglichkeit für einen zivilen Ersatzdienst aus Gewissensgründen schuf. Das Gesetz wurde als „Lex Pekurinen“ bekannt und machte ihn zu einem wichtigen Wegbereiter der Kriegsdienstverweigerung in Finnland. Allerdings galt die Regelung zunächst nur in Friedenszeiten.

Mit Beginn des Winterkriegs 1939 verlor Pekurinen den Schutz dieser Regelung und wurde erneut zum Militärdienst gezwungen. Er verweigerte weiterhin konsequent den Waffendienst und wurde dafür erneut inhaftiert. Als Finnland 1941 in den Fortsetzungskrieg gegen die Sowjetunion eintrat, wurde Pekurinen schließlich an die Front geschickt. Dort weigerte er sich erneut, eine Waffe zu tragen, woraufhin er am 5. November 1941 auf Befehl eines Offiziers erschossen wurde.

John LockeIngrid BergmanRichard AttenboroughJohn McCainBob BeamonJames HuntMichael JacksonThomas Tuchel

28. August

Wladimir Schuchow
Photo von Wladimir Schuchow

Schuchow war ein russischer Ingenieur, Architekt und Erfinder, dessen außergewöhnliches Verständnis von Mathematik und Geometrie ihm ermöglichte, höchst einfallsreiche Konstruktionen zu entwerfen – etwa Pavillons mit dünnen Dächern, die auf doppelt gekrümmten Tragstrukturen basieren. Seine Leichtbaukonstruktionen waren ihrer Zeit weit voraus und nahmen Entwicklungen der modernen Architektur und des Stahlbaus vorweg.

Im Jahr 1876 schloss Schuchow sein Studium an der Kaiserlichen Moskauer Technischen Schule mit einer Goldmedaille ab. Er lehnte ein Angebot ab, Mathematik zu unterrichten, und entschied sich stattdessen für eine Laufbahn als Ingenieur.

Besonders berühmt wurde Schuchow für seine innovativen Stahlkonstruktionen und hyperbolischen Gittertürme. Seine Türme waren leicht, stabil und benötigten vergleichsweise wenig Material. Innerhalb eines Jahrzehnts erregten das Konstruktionsprinzip und die wirtschaftlichen Vorteile dieses Prototyps die Aufmerksamkeit von Ingenieuren auf der ganzen Welt. Man orientierte sich weltweit an den Konstruktionsprinzipien, die in Hunderten von Schuchow entworfenen Wassertürmen, Leuchttürmen und Stromleitungsmasten zur Anwendung kamen.

Schuchow stellte seine erste solche Konstruktion bereits 1896, nur sieben Jahre nach der Eröffnung des Eiffelturms, auf der Allrussischen Ausstellung in Nischni Nowgorod vor. Ihr grundlegendes Konstruktionsprinzip ist bis heute relevant und wurde beispielsweise auch beim 600 Meter hohen Canton Tower in Guangzhou aufgegriffen.

Johann Wolfgang von GoetheLouis Le PrinceKarl BöhmGodfrey HounsfieldDavid FincherShania TwainKjetil JansrudValtteri Bottas

27. August

Katharine McCormick
Portrait von Lavoisier

McCormick war eine US-amerikanische Frauenrechtlerin, Biologin und Philanthropin. Sie studierte Biologie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu einer Zeit, in der Frauen an amerikanischen Universitäten noch stark benachteiligt waren, und gehörte zu den ersten Frauen, die am MIT einen naturwissenschaftlichen Abschluss erlangten.

Schon früh engagierte sich McCormick für die Frauenbewegung und das Frauenwahlrecht. Sie arbeitete mit der Frauenrechtlerin Margaret Sanger zusammen und unterstützte deren Einsatz für die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln. Nach dem Tod ihres Ehemanns 1947 erhielt McCormick die Kontrolle über ein beträchtliches Vermögen und konnte ihre eigenen philanthropischen Ziele unabhängig verfolgen.

Ihre bedeutendste Leistung war die Finanzierung der Entwicklung der Antibabypille. Gemeinsam mit Margaret Sanger suchte sie nach Wissenschaftlern, die eine einfach anzuwendende orale Verhütungsmethode entwickeln konnten. Ab 1953 finanzierte sie die Forschungen von Gregory Pincus und seinen Mitarbeitern mit Millionenbeträgen und überwachte das Projekt persönlich. Ein großer Teil der für die Entwicklung der Pille benötigten Forschungsgelder stammte von ihr. 1960 wurde schließlich das erste orale hormonelle Verhütungsmittel, Enovid, in den USA zur Empfängnisverhütung zugelassen.

Johann Georg HamannHegelCharles G. DawesCarl BoschLyndon B. JohnsonSven TumbaTom FordSebastian Kurz

26. August

Antoine-Laurent de Lavoisier
Portrait von Lavoisier

Lavoisier war ein französischer Chemiker und gilt als der womöglich wichtigste Begründer der modernen Chemie.

Seine Hauptleistung bestand darin, bei chemischen Reaktionen alle beteiligten Stoffe genau zu wiegen, und zeigte dadurch, dass die Gesamtmasse bei einer chemischen Reaktion erhalten bleibt. Dieses heute als Gesetz der Massenerhaltung bekannte Prinzip wurde zu einer der grundlegenden Säulen der modernen Chemie.

Ebenfalls bedeutend waren seine Untersuchungen zur Zusammensetzung der Luft. Lavoisier erkannte die zentrale Rolle des Sauerstoffs bei der Verbrennung von Luft und gab dem Element den Namen „Sauerstoff“. Außerdem zeigte er, dass Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff besteht. Damit widerlegte er wesentliche Teile der damals verbreiteten Phlogiston-Theorie, die die Verbrennung mit einem hypothetischen Stoff namens Phlogiston erklärte.

1789 veröffentlichte Lavoisier sein berühmtes Werk Traité élémentaire de chimie, eines der ersten modernen Chemielehrbücher. Darin systematisierte er chemische Begriffe, formulierte eine neue Definition des Elements und stellte eine umfangreiche Liste bekannter Elemente zusammen.

Während der Französischen Revolution geriet er aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Steuereinnehmer politisch unter Druck. Diese waren bei der Bevölkerung unbeliebt und ihnen wurde unter anderem Betrug, Unterschlagung und Verschwörung gegen den Staat vorgeworfen. Das Verfahren war stark politisch geprägt und bot Lavoisier kaum eine realistische Möglichkeit, sich zu verteidigen. Er wurde am 8. Mai 1794 durch die Guillotine hingerichtet.

Robert WalpoleJohann Heinrich LambertHellmuth WalterAlbert SabinMutter TeresaKatherine JohnsonDagmar KollerMacaulay Culkin

21. August

Stephen Hillenburg
Photo von Stephen Hillenburg

Hillenburg war Animator, Meeresbiologe und vor allem der Schöpfer der weltweit geliebten Zeichentrickserie SpongeBob Schwammkopf. Schon als Kind wuchs in ihm eine Leidenschaft für das Meer und das Zeichnen. Nach seinem Studium der Meeresbiologie arbeitete er zunächst als Lehrer und brachte Kindern die faszinierende Welt der Meere näher.

Parallel dazu wandte sich Hillenburg der Animation zu und studierte am California Institute of the Arts. Sein profundes Wissen über das Meer verband er später mit seiner kreativen Arbeit

Er entwarf ursprünglich – während seiner Tätigkeit als Meerespädagoge – einen pädagogischen Comic mit dem Titel The Intertidal Zone, in dem anthropomorphe Meeresbewohner auftraten. Dies bildete schließlich die kreative Grundlage für SpongeBob, Patrick, Thaddäus, Plankton usw.

Die Serie startete 1999 bei Nickelodeon und wurde zu einem weltweiten Erfolg, der bis heute andauert (339 Episoden insgesamt). Hillenburg war maßgeblich an der Gestaltung der Figuren, Geschichten und des besonderen Humors der Serie beteiligt.

2017 wurde bei Hillenburg ALS diagnostiziert. Er arbeitete trotz seiner Erkrankung noch an seinen Projekten weiter und starb im Alter von 57 Jahren.

[Photo-Quelle: Carlos Cazurro Burgos, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons]

Rudolf von Österreich-UngarnLili BoulangerCount BasieWilt ChamberlainKenny RogersSergey BrinUsain BoltHayden Panettiere

20. August

Jöns Jakob Berzelius
Photo von Jöns Jakob Berzelius

Berzelius war ein schwedischer Chemiker, der an der Weiterentwicklung der Chemie und insbesondere für das spätere Verständnis des Periodensystems maßgeblichen Anteil hatte. Sein Vermächtnis besteht vor allem darin, dass er die Chemie von einer teilweise spekulativen Naturwissenschaft zu einer quantitativen und systematisch arbeitenden Disziplin mitentwickelte.

Während er Medizin an der Universität Uppsala studierte, entwickelte er ein starkes Interesse an der Chemie und widmete sich anschließend intensiv der naturwissenschaftlichen Forschung. 1807 wurde er Professor für Chemie und Pharmazie am Karolinska-Institut in Stockholm.

Berzelius entdeckte bzw. isolierte mehrere chemische Elemente, darunter Cer, Selen, Silizium, Zirkonium und Thorium, und er konnte die Atomgewichte zahlreicher Elemente mit für seine Zeit außergewöhnlicher Genauigkeit bestimmen. Auch die bis heute verwendeten Buchstabensymbole für chemische Elemente (z.B. O für Sauerstoff, Fe für Eisen und Ag für Silber) gehen auf seine Kappe.

Er unterschied außerdem zwischen organischen und anorganischen Stoffen und leistete wichtige Beiträge zur Elektrochemie. Seine Untersuchungen zur chemischen Zusammensetzung von Verbindungen halfen dabei, die damals noch jungen Vorstellungen über Atome und chemische Reaktionen zu präzisieren.

Jacopo PeriElisabeth von MattBenjamin HarrisonRosa ManusHP LovecraftDavid WalliamsAmy AdamsJudd Trump

ARCHIV



12. August

Erwin Schrödinger
Photo von Erwin Schrödinger

Schrödinger war einer der Begründer der modernen Quantenmechanik. Seine wichtigste Leistung war die Entwicklung der Schrödinger-Gleichung, mit der sich der quantenmechanische Zustand von atomaren Teilchen mathematisch beschreiben lässt. Sie wurde zu einem grundlegenden Werkzeug der Quantenphysik und ermöglicht unter anderem die Erklärung der Struktur von Atomen und Molekülen.

Er förderte auch die Farbenlehre, und bemühte sich um die Fortentwicklung der allgemeinen Relativitätstheorie. In seinem Buch Was ist Leben? (1944) stellte er Überlegungen darüber an, wie physikalische Prinzipien zur Erklärung der Vererbung und biologischer Strukturen beitragen könnten. Seine Ideen beeinflussten später auch die Entwicklung der Molekularbiologie und die Erforschung der Struktur und Funktion der DNA.

Schrödinger entwickelte außerdem das berühmte Gedankenexperiment der „Schrödinger-Katze“, mit dem er die ungewöhnlichen Konsequenzen der Quantenmechanik und insbesondere das Konzept der Überlagerung veranschaulichte. Obwohl es nicht als reales Experiment gedacht war, wurde es zu einem der bekanntesten Beispiele für die grundlegenden Fragen und Interpretationsprobleme der Quantenphysik.

Für seine grundlegenden Beiträge zur Quantenmechanik erhielt Erwin Schrödinger 1933 gemeinsam mit Paul Dirac den Nobelpreis für Physik.

Christoph Wilhelm HufelandFrederick Richard SimmsGeorge SorosPeter WeckIris BerbenPete SamprasTyson Fury

8. August

Emiliano Zapata
Photo von Emiliano Zapata

Zapata war einer der wichtigsten Anführer der Mexikanischen Revolution und wurde vor allem für seinen Kampf für Landreformen und die Rechte der ländlichen Bevölkerung bekannt.

Als Anführer der Zapatisten setzte er sich dafür ein, dass enteignetes Gemeindeland an Bauern zurückgegeben und die Konzentration großer Landbesitze eingeschränkt wurde. Sein berühmter Wahlspruch Tierra y Libertad („Land und Freiheit“) wurde zum Symbol seines politischen Kampfes.

Sein Kampf war nicht nur militärischer, sondern auch gesellschaftspolitischer Natur: Zapata wollte die Selbstbestimmung ländlicher Gemeinden stärken und die traditionelle gemeinschaftliche Landnutzung schützen. Mit dem Plan de Ayala von 1911 formulierte er konkrete Forderungen nach einer umfassenden Landreform und der Rückgabe von Land an bäuerliche Gemeinden.

Obwohl er 1919 durch einen Hinterhalt getötet wurde und viele seiner unmittelbaren politischen Ziele zu Lebzeiten nicht vollständig umgesetzt wurden, beeinflusste seine Bewegung die spätere mexikanische Agrarreform und die Verfassung von 1917.

Paul DiracDustin HoffmanNigel MansellHerbert ProhaskaThe EdgeRoger FedererAlysa Liu

7. August

Elizabeth Gurley Flynn
Photo von Elizabeth Gurley Flynn

Flynn war eine amerikanische Gewerkschafterin, Bürgerrechtsaktivistin und Frauenrechtlerin, die sich zeitlebens für die Rechte von Arbeitnehmern und sozial benachteiligten Menschen einsetzte.

Bereits in jungen Jahren engagierte sie sich in der Arbeiterbewegung und wurde zu einer der bekanntesten Organisatorinnen der Industrial Workers of the World. Sie unterstützte zahlreiche Streiks und setzte sich für bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne und das Recht auf gewerkschaftliche Organisation ein.

Neben ihrem Einsatz für Arbeitnehmerrechte engagierte sich Flynn entschieden für die Meinungsfreiheit und die Verteidigung bürgerlicher Freiheiten. Sie gehörte zu den Mitbegründerinnen der American Civil Liberties Union, die sich bis heute für den Schutz der Grundrechte und der freien Meinungsäußerung einsetzt.

Flynn aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei der USA politisch umstritten und wurde während der antikommunistischen Verfolgungen in den Vereinigten Staaten strafrechtlich verfolgt.

Sie starb während eines Besuchs in Moskau, wo ihr ein Staatsbegräbnis mit Prozessionen auf dem Roten Platz gewährt wurde, an denen mehr als 25.000 Menschen teilnahmen.

Ibn al-ʿArabīCarl RitterMata HariJimmy WalesCharlize TheronSidney CrosbyFlorian Grillitsch

6. August

Sir Alexander Fleming
Portrait von Alexander Fleming

Fleming war ein schottischer Bakteriologe, dessen Entdeckung des Penicillins zu den bedeutendsten medizinischen Durchbrüchen des 20. Jahrhunderts zählt.

Im Jahr 1928 beobachtete er, dass ein Schimmelpilz der Gattung Penicillium das Wachstum von Bakterien hemmte. Diese Entdeckung legte den Grundstein für die Entwicklung der ersten wirksamen Antibiotika, das bereits während des Zweiten Weltkriegs unzähligen verwundeten Soldaten das Leben rettete.

Obwohl Fleming das Penicillin nicht selbst zur einsatzfähigen Medizin weiterentwickelte, erkannte er früh dessen enormes Potenzial zur Behandlung bakterieller Infektionen. Später gelang es anderen Forschern, das Antibiotikum in großen Mengen herzustellen und für die medizinische Anwendung nutzbar zu machen.

Neben seiner Entdeckung warnte er bereits früh vor den Gefahren eines unsachgemäßen Antibiotikaeinsatzes. Er wies darauf hin, dass eine falsche oder unvollständige Anwendung zur Entstehung resistenter Bakterien führen könne – eine Warnung, die bis heute von großer Bedeutung ist und die moderne Medizin weiterhin beschäftigt.

Für seine bahnbrechenden Leistungen erhielt Fleming im Jahr 1945 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Auch in Wien wurde Fleming honoriert, und 1955 die Wohnhausanlage am Josef-Weinheber-Platz in Wien-Ottakring "Fleminghof" benannt, bei der auch ein keramisches Mosaik zu seinen Ehren an der Fassade angebracht wurde.

Daniel O'ConnellHans MoserScott NearingAndy WarholLuc AlphandRenate Götschl

5. August

Mary Ritter Beard
Portrait von Mary Ritter Beard

Beard war eine amerikanische Historikerin, Autorin und Frauenrechtlerin, die sich dafür einsetzte, die Rolle von Frauen in der Geschichte sichtbar zu machen.

Zu einer Zeit, in der historische Darstellungen überwiegend die Leistungen von Männern hervorhoben, argumentierte sie, dass Frauen seit jeher einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung von Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur geleistet haben.

Ihr bekanntestes Werk, Woman as Force in History, stellte die damals verbreitete Vorstellung infrage, Frauen seien in der Geschichte lediglich passive Beobachterinnen gewesen.

Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit engagierte sich Beard aktiv für die Frauenbewegung und unterstützte den Kampf für das Frauenwahlrecht. Sie wirkte außerdem am Aufbau von Archiven und Sammlungen mit, die historische Dokumente über das Leben und die Leistungen von Frauen bewahrten. Dadurch trug sie dazu bei, dass diese Quellen für zukünftige Generationen erhalten blieben.

Joseph ScaligerGuy de MaupassantVitus BeringNeil ArmstrongRosi MittermaierMarine Le PenHelene Fischer

3. August

Étienne Dolet
Portrait von Étienne Dolet

Dolet war ein französischer Humanist, Schriftsteller, Übersetzer und Buchdrucker der Renaissance. Schon in jungen Jahren begeisterte er sich für die klassischen Sprachen und studierte unter anderem in Paris und Padua. Seine außergewöhnlichen Sprachkenntnisse machten ihn zu einem angesehenen Gelehrten.

Dolet setzte sich leidenschaftlich für die Verbreitung von Wissen und den freien Austausch von Ideen ein. Er veröffentlichte zahlreiche Werke antiker und zeitgenössischer Autoren und entwickelte Grundsätze für das Übersetzen, die bis heute als Meilenstein der Übersetzungswissenschaft gelten.

Nach seiner Auffassung sollte eine Übersetzung nicht nur Wort für Wort erfolgen, sondern den Sinn, den Stil und die Absicht des ursprünglichen Textes möglichst genau wiedergeben. Damit prägte er nachhaltig das Verständnis guter Übersetzungsarbeit.

Seine unabhängige Denkweise brachte ihn jedoch immer wieder in Konflikt mit den religiösen und politischen Autoritäten seiner Zeit. In einer Epoche, in der abweichende Meinungen oft als Bedrohung galten, wurden einige seiner Veröffentlichungen als ketzerisch angesehen.

Trotz mehrfacher Verhaftungen blieb Dolet seinen Überzeugungen treu und setzte seine Arbeit fort. Im Jahr 1546 wurde er schließlich in Paris wegen Ketzerei verurteilt und auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.

Hamilton FishDolores del RíoHugo SimonJames HetfieldTom BradyDarya Domracheva

20. Juli

Gregor Mendel
Portrait von Gregor Mendel

Mendel war ein Augustinermönch, Naturforscher und Lehrer, der heute als Begründer der modernen Genetik gilt. Mit 21 Jahren trat er in das Augustinerkloster St. Thomas in Brünn ein, wo er ideale Bedingungen für seine wissenschaftlichen Arbeiten fand. Nebenbei studierte er auch Naturwissenschaften und Mathematik an der Universität Wien, was seine spätere Forschung entscheidend prägte.

Zwischen 1856 und 1863 führte Mendel umfangreiche Kreuzungsversuche mit Erbsenpflanzen durch. Er untersuchte Merkmale wie Blütenfarbe, Samenform und Pflanzenhöhe und wertete die Ergebnisse mit außergewöhnlicher Sorgfalt und mathematischen Methoden aus. Dabei erkannte er, dass bestimmte Merkmale nach festen Regeln von einer Generation zur nächsten vererbt werden. Diese Experimente bildeten die Grundlage für die später als Mendelsche Vererbungsregeln bekannten Gesetzmäßigkeiten.

Im Jahr 1866 veröffentlichte Mendel seine Forschungsergebnisse, doch sie fanden zunächst kaum Beachtung. Erst um 1900, rund 16 Jahre nach seinem Tod, wurden seine Arbeiten von mehreren Wissenschaftlern unabhängig voneinander wiederentdeckt und als bahnbrechend erkannt. Damit begann die Entwicklung der Genetik als eigenständige wissenschaftliche Disziplin.

Obwohl Mendel die Existenz von Genen noch nicht kannte, legte er mit seinen präzisen Experimenten und seiner systematischen Arbeitsweise den Grundstein für die moderne Vererbungslehre.

 Weitere:Francesco PetrarcaSir William BowmanAlberto Santos-DumontCarlos SantanaChris CornellPeter Forsberg

13. Juli

Theophil von Hansen
Portrait von Theophil von Hansen

Zusammen mit Otto Wagner, der ebenfalls am 13. Juli geboren wurde, prägte Hansen das Stadtbild Wiens maßgeblich und machte Wien im 19. Jahrhundert zu einer der führenden Architekturmetropolen Europas.

Nach einer Ausbildung in der Königlichen Bauakademie in Kopenhagen ging er 1838 mit einem dänischen Reisestipendium für acht Jahre nach Athen, wo er den griechischen Baustil und die byzantinischen Kunstformen studierte. Danach ging er nach Wien, wo er zunächst Assistent des Architekten Ludwig Förster war, ehe er 1852 sein eigenes Büro eröffnete. Sein erstes großes Projekt war der Bau des Arsenals.

Zu seinen wichtigsten Errungenschaften zählen der Entwurf des österreichischen Parlamentsgebäudes an der Ringstraße, des Musikvereins mit dem berühmten Goldenen Saal sowie der Wiener Börse.

Das Parlamentsgebäude, das im Stil eines antiken griechischen Tempels gestaltet wurde, ist wohl sein Meisterwerk. Doch auch mit dem Musikverein schuf Hansen einen Konzertsaal, der wegen seiner außergewöhnlich guten Akustik international berühmt ist. Hier musste Hansen sich auf seine Intuition verlassen, da wissenschaftliche Studien über Raumakustik erst viele Jahre später durchgeführt wurden.

Als Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien bildete er zahlreiche Architekten aus und hatte so großen Einfluss auf die Entwicklung der österreichischen Architektur.

10. Juli

Nikola Tesla
Portrait von Nikola Tesla

Geboren wurde der serbischstämmige Tesla im heutigen Kroatien. Er wanderte 1884 in die Vereinigten Staaten aus und entwickelte dort zahlreiche Erfindungen und Patente, die die Nutzung elektrischer Energie grundlegend veränderten.

Seinen größten Beitrag leistete Tesla mit der Entwicklung des Wechselstromsystems (AC), das eine effiziente Übertragung elektrischer Energie über große Entfernungen ermöglicht. Seine Arbeiten an Wechselstrommotoren, Transformatoren und Hochspannungsanlagen bildeten die Grundlage für den weltweiten Ausbau moderner Stromnetze.

Teslas Erfindungen beschleunigten die Elektrifizierung von Städten, Industrie und Haushalten und trugen wesentlich zum wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt des 20. Jahrhunderts bei. Elektrisches Licht, leistungsfähige Maschinen und eine zuverlässige Energieversorgung wurden dadurch ermöglicht.

9. Juli

Elias Howe
Portrait von Elias Howe

Howe war ein US-amerikanischer Erfinder, der mit der Entwicklung einer praxistauglichen Nähmaschine die Textilindustrie nachhaltig veränderte. Seine 1846 patentierte Konstruktion mit einer Nadel, deren Öhr sich an der Spitze befand, und dem sogenannten Doppelsteppstich bildete die Grundlage moderner Nähmaschinen und erleichterte die Versorgung der Bevölkerung mit erschwinglicher Kleidung.

Anfangs hatte Howe große Schwierigkeiten, seine Erfindung wirtschaftlich durchzusetzen. Erst nach erfolgreichen Patentprozessen gegen Nachahmer erhielt er die Anerkennung und die finanziellen Mittel, die ihm zustanden. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs produzierte seine Firma Nähmaschinen und Ausrüstung für die Armee, wodurch sich die neue Technik weiter verbreitete.

Die Nähmaschine verkürzte die Herstellungszeit von Kleidung erheblich, und machte damit Textilien günstiger was maßgeblich zur Industrialisierung der Bekleidungsbranche beitrug. Gleichzeitig veränderte sie die Arbeitswelt, indem sie neue Arbeitsplätze schuf und die Massenproduktion von Kleidung ermöglichte.

8. Juli

May Picqueray
Portrait von May Picqueray

Picqueray war eine französische Anarchistin, Pazifistin und Gewerkschafterin, die zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der libertären Bewegung des 20. Jahrhunderts zählt. Ihr Leben war ein lebenslanger Aufstand gegen Ungerechtigkeit.

Internationale Bekanntheit erlangte sie Anfang der 1920er-Jahre durch ihren entschiedenen Protest gegen das Todesurteil gegen die Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti.

Während des Spanischen Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs unterstützte Picqueray Menschen auf der Flucht, organisierte Hilfsnetzwerke und half Verfolgten mit großem persönlichem Risiko. Gleichzeitig kritisierte sie nicht nur Faschismus und Nationalsozialismus, sondern auch den autoritären Kommunismus in der Sowjetunion.

Nach dem Krieg setzte sie ihr Engagement als Journalistin und Herausgeberin der pazifistischen Zeitschrift Le Réfractaire fort. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1983 engagierte sie sich für Friedenspolitik, Antimilitarismus und soziale Bewegungen.

28. Juni

Jean-Jacques Rousseau
Portrait von Jean-Jacques Rousseau

Rousseau war zeit seines Lebens dafür bekannt, die politischen und gesellschaftlichen Annahmen seiner Zeit in Frage zu stellen. Er argumentierte, dass legitime politische Autorität vom Volk und nicht von Königen oder ererbten Privilegien ausgeht.

Sein berühmtestes politisches Werk, „Der Gesellschaftsvertrag“, führte die Idee ein, dass Regierungen ihre Autorität von der Zustimmung der Regierten ableiten sollten. Rousseau glaubte, dass Bürger an der Gestaltung der Gesetze, unter denen sie leben, beteiligt sein sollten und dass politische Macht dem Gemeinwohl dienen sollte. Diese Ideen prägten das intellektuelle Klima, das zur Französischen Revolution beitrug und spätere demokratische Bewegungen weltweit beeinflusste.

Mit seinem Buch „Emile“ schrieb er auch eine umfassende Erziehungslehre. Darin beschwört er die freie Entfaltung des Kindes, und argumentierte, dass Kinder am besten lernen, wenn die Bildung ihrer natürlichen Entwicklung folgt und nicht auf strenger Disziplin und Auswendiglernen beruht. Viele moderne pädagogische Ansätze, die Neugier, Erfahrung und die Bedürfnisse des Kindes betonen, lassen sich intellektuell auf Rousseaus Ideen zurückführen.

Paradoxerweise wollte er mit den eigenen 5 Kindern nie was zu tun haben und brachte sie gleich nach der Geburt in ein Waisenhaus.

27. Juni

Helen Keller
Portrait von Hellen Keller

Keller war eine amerikanische Autorin, Pädagogin und Aktivistin, die zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Behindertenrechtsbewegung wurde.

Obwohl sie als Baby durch eine Krankheit taub und blind geworden war, schloss sie 1904 ihr Studium am Radcliffe College ab und war damit die erste taubblinde Person, die einen Bachelor of Arts erwarb. Dieser Erfolg widerlegte weit verbreitete Vorurteile über die intellektuellen Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen und inspirierte Bestrebungen, Bildungschancen und Barrierefreiheit weltweit zu verbessern.

Als Autorin verfasste Keller zahlreiche Bücher und Artikel, darunter ihre Autobiografie „The Story of my Life“. Durch ihre Schriften und öffentlichen Vorträge teilte sie ihre Erfahrungen und setzte sich für ein besseres Verständnis von Behinderung ein. Ihre Geschichte erreichte Millionen von Lesern und trug zu einem inklusiveren Bild von Menschen mit Behinderungen bei, indem sie deren Potenzial statt ihrer Einschränkungen betonte.

Keller war zudem eine engagierte Sozialaktivistin. Sie setzte sich für bessere Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen ein, unterstützte Arbeitnehmerrechte, kämpfte für das Frauenwahlrecht und engagierte sich für soziale Gerechtigkeit.

26. Juni

Pearl S. Buck
Portrait von Pearl S. Buck

Buck war Schriftstellerin und Sozialaktivistin, deren Leben und Werk dazu beitrugen, die kulturellen Gräben zwischen Ost und West zu überbrücken.

Aufgewachsen in China als Tochter von Missionaren, entwickelte sie ein tiefes Verständnis der chinesischen Gesellschaft zu einer Zeit, als viele westliche Leser kaum Berührungspunkte damit hatten.

In ihrem Roman „The Good Earth“ schildert Buck das Leben chinesischer Bauernfamilien in einer Zeit des sozialen und wirtschaftlichen Wandels. Es wurde ein Bestseller, gewann 1932 den Pulitzer-Preis für Belletristik und eröffnete Millionen von Lesern ein menschlicheres und differenzierteres Bild der chinesischen Kultur.

1938 wurde Buck als erste Amerikanerin mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Das Nobelkomitee würdigte sie für ihre einfühlsamen und detailreichen Darstellungen des Lebens in China sowie für ihren Beitrag zum interkulturellen Verständnis.

Neben ihrer literarischen Tätigkeit engagierte sich Buck unermüdlich für soziale Gerechtigkeit. Sie sprach sich gegen Rassendiskriminierung aus, unterstützte Frauenrechte und setzte sich für Gleichberechtigung ein. Sie nutzte ihre öffentliche Bekanntheit, um die Akzeptanz von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu fördern.

16. Juni

Mohammad Mossadegh
Portrait von Mohammad Mossadegh

Mossadegh war ein iranischer Politiker und Premierminister, der zum Symbol sowohl der Demokratie als auch der nationalen Unabhängigkeit im Iran wurde. Im Jahr 1951 leitete er die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie und beendete damit die britische Kontrolle über eine Ressource, von der viele Iraner glaubten, sie sei jahrzehntelang ausgebeutet worden.

Mossadegh war wichtig für die iranische Demokratisierung und Unabhängigkeit, weil er die Rolle des iranischen Parlaments stärkte und versuchte, die Macht des Schahs einzuschränken, indem er eine repräsentativere und verfassungsmäßigere Regierungsform förderte. Zudem bestand er darauf, dass der Iran und nicht ausländische Mächte seine eigenen natürlichen Ressourcen und seine politische Zukunft kontrollieren sollten.

Im Jahr 1953 wurde seine Regierung durch einen von den USA und England unterstützten Putsch gestürzt, nachdem es zu Konflikten um die Verstaatlichung von Erdöl und die Politik des Kalten Krieges gekommen war. Viele Historiker sehen in seiner Absetzung einen großen Rückschlag für die iranische Demokratie und einen Wendepunkt, der die spätere Geschichte Irans prägte.

15. Juni

Paul Rusesabagina
Portrait von Paul Rusesabagina

Rusesabagina ist vor allem für seine Rolle während des Völkermords in Ruanda 1994 bekannt. Damals war er Manager des Hôtel des Mille Collines in Kigali.

Berichten zufolge half er, Zivilisten – hauptsächlich Tutsi und einige gemäßigte Hutu – zu schützen, die im Hotel Zuflucht suchten, als sich die Massaker in der Stadt ausbreiteten. Das Hotel wurde für über 1.000 Menschen zum sicheren Hafen.

Seine Geschichte inspirierte den Film „Hotel Ruanda“ aus dem Jahr 2004, in dem er von Don Cheadle verkörpert wurde. Der Film porträtierte ihn als mutigen Mann, der seine Position, seine Kontakte und sein Verhandlungsgeschick nutzte, um Flüchtlinge zu schützen.

Später engagierte er sich in oppositionellen politischen Gruppen die gegen die ruandische Regierung auftraten. 2020 wurde er verhaftet und nach Ruanda überführt, wo er wegen Terrorismusvorwürfen im Zusammenhang mit einer regierungsfeindlichen bewaffneten Gruppe verurteilt wurde. Der Fall rief Kritik von Menschenrechtsorganisationen hervor. 2023 wurde er nach einer Begnadigung durch den Präsidenten aus der Haft entlassen.

20. Mai

John Stuart Mill
Portrait von John Stuart Mill

Mill war einer der einflussreichsten Denker des 19. Jahrhunderts. Er entwickelte den Utilitarismus weiter – die Idee, dass moralisches Handeln das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl fördern soll. Anders als frühere Vertreter dieser Lehre unterschied er jedoch zwischen „höheren“ und „niederen“ Formen des Glücks und betonte die Bedeutung von Bildung, Kultur und individueller Entfaltung.

Besonders bekannt wurde Mill durch sein Werk On Liberty. Darin verteidigte er die individuelle Freiheit gegenüber staatlicher und gesellschaftlicher Bevormundung. Sein berühmtes „Schadensprinzip“ besagt, dass die Freiheit eines Menschen nur dann eingeschränkt werden darf, wenn dadurch Schaden für andere verhindert wird. Diese Ideen hatten großen Einfluss auf moderne liberale Demokratien, Menschenrechte und Vorstellungen von Meinungsfreiheit.

Mill setzte sich außerdem früh für die Gleichberechtigung der Frauen ein. In seinem Werk The Subjection of Women argumentierte er gegen die rechtliche und gesellschaftliche Unterordnung von Frauen und forderte gleiche Bildungs- und politische Rechte. Damit gehörte er zu den wichtigen frühen Stimmen des modernen Feminismus.

Auch in der Volkswirtschaftslehre hinterließ Mill bedeutende Spuren. Er verband klassische ökonomische Ideen mit sozialpolitischen Überlegungen und diskutierte Fragen von sozialer Gerechtigkeit, Eigentum und Arbeitsbedingungen. Sein Einfluss reicht bis heute in Philosophie, Politikwissenschaft, Ökonomie und liberale Gesellschaftstheorien hinein.

19. Mai

Mustafa Kemal Atatürk
Portrait von Mustafa Kemal Atatürk

Atatürk gilt als der Begründer der modernen Türkei. Nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches führte er den Türkischen Befreiungskrieg an und gründete 1923 die Republik Türkei. Damit beendete er die jahrhundertelange Herrschaft des Sultanats und schuf einen modernen Nationalstaat.

Zu seinen wichtigsten Errungenschaften zählen umfassende Reformen zur Modernisierung und Säkularisierung des Landes. Atatürk trennte Religion und Staat, schaffte das Kalifat ab und führte ein weltliches Rechtssystem nach europäischem Vorbild ein. Außerdem reformierte er das Bildungswesen, stärkte staatliche Schulen und förderte Wissenschaft und moderne Bildung.

Ein besonders bedeutender Schritt war die Einführung des lateinischen Alphabets im Jahr 1928 anstelle der osmanisch-arabischen Schrift. Dadurch sollte die Alphabetisierung erleichtert und die Bevölkerung stärker an die moderne Welt angebunden werden. Gleichzeitig reformierte er Sprache und Verwaltung, um eine gemeinsame nationale Identität zu fördern.

Auch die Rechte der Frauen wurden unter Atatürk deutlich erweitert. Frauen erhielten Zugang zu Bildung und Berufen sowie das Wahlrecht auf kommunaler und nationaler Ebene. Darüber hinaus setzte seine Regierung auf wirtschaftliche Modernisierung, Industrialisierung und den Ausbau der Infrastruktur.

11. Mai

Jiddu Krishnamurti
Portrait von Jiddu Krishnamurti

Jiddu Krishnamurti war ein spiritueller Lehrer, Schriftsteller und Redner. Als Kind wurde er von Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft adoptiert, die glaubten, er werde ein „Weltenlehrer“, der die spirituelle Entwicklung der Menschheit leiten sollte.

1929 lehnte Krishnamurti diese Rolle ab, verließ die Theosophische Bewegung und löste den um ihn gegründeten Order of the Star in the East auf. Er verbrachte den Rest seines Lebens damit, weltweit über psychische Freiheit, Selbsterkenntnis und innere Transformation zu reisen und zu sprechen.

Ein zentraler Gedanke seiner Lehren war, dass „die Wahrheit ein pfadloses Land ist“. Er riet den Menschen davon ab, Gurus, Religionen, Doktrinen oder irgendeiner Autorität, einschließlich seiner selbst, zu folgen. Stattdessen betonte er die direkte Beobachtung des Geistes durch „wahlloses Gewahrsein“, eine Form tiefer, passiver Aufmerksamkeit, die er als Wesen wahrer Meditation betrachtete.

Krishnamurti erlangte nach der Veröffentlichung von „The First and Last Freedom“ und späteren Werken weite Bekanntheit. Heute bewahren Stiftungen in Indien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten seine Lehren und sein pädagogisches Werk.

9. Mai

Sophie Scholl
Portrait von Sophie Scholl

Sophie Scholl war eine deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und vier weiteren Personen gehörte sie zur Widerstandsgruppe Weiße Rose in München. Die Gruppe verfasste und verteilte Flugblätter, in denen sie die Verbrechen des NS-Regimes kritisierten und die Menschen zum Nachdenken und Widerstand aufrief. Damit widersetzte sie sich offen dem Regime, obwohl sie wusste, dass ihr dafür Gefängnis oder der Tod drohten.

Obwohl sie erst 21 Jahre alt war, blieb sie auch nach ihrer Verhaftung standhaft und verteidigte ihre Überzeugungen vor Gericht. Das Photo entstand nach ihrer Verhaftung durch die Gestapo. Zwei Tage später wurden Sophie und Hans Scholl vor dem NS-Gericht zu Tode verurteilt und am selben Tag hingerichtet.

8. Mai

Henry Dunant
Portrait von Henry Dunant

Der Schweizer Henry Dunant war besonders, weil er die Idee einer neutralen humanitären Hilfe für Kriegsopfer entwickelte und damit das moderne humanitäre Völkerrecht mitprägte.

Der entscheidende Auslöser seines Lebenswerks war die Schlacht von Solferino, die er 1859 miterlebte. Er war erschüttert von den tausenden verwundeten Soldaten, die ohne Versorgung auf dem Schlachtfeld lagen. Daraufhin organisierte er spontan Hilfe für Verwundete – unabhängig davon, auf welcher Seite sie gekämpft hatten.

Sein Buch Eine Erinnerung an Solferino führte schließlich zur Gründung des Internationales Komitee vom Roten Kreuz und später zu den Genfer Konventionen.

Für sein Engagement erhielt Dunant 1901 gemeinsam mit Frédéric Passy den zum allerersten mal vergebenen Friedensnobelpreis.

7. Mai

Olympe de Gouges
Portrait von Olympe de Gouges

De Gouges stellte die Grenzen der Französischen Revolution – insbesondere deren Versäumnis, Frauen Rechte einzuräumen – infrage. Mit hohem Risiko vertrat sie ihre Ideen, was sie zu einer der ersten modernen Verfechterinnen der Frauenrechte und der Gleichberechtigung machte.

1791 verfasste sie die bahnbrechende „Erklärung der Rechte der Frau und der Bürgerin“ und reagierte damit direkt auf die offizielle Revolutionserklärung, die Frauen ausschloss. Darin argumentierte sie, dass Frauen die gleichen rechtlichen, politischen und sozialen Rechte wie Männer haben sollten, darunter das Wahlrecht, das Recht auf Eigentum und das Recht auf politische Teilhabe – Ideen, die ihrer Zeit weit voraus waren.

Sie engagierte sich auch vehement als einer der Ersten gegen Sklaverei und soziale Ungerechtigkeit im Allgemeinen und nutzte ihre Theaterstücke und Pamphlete, um Reformen voranzutreiben.

Ihr mutiger Aktivismus brachte ihr jedoch Feinde ein: In der radikalen Phase der Revolution wurde sie verhaftet und 1793 mit der Guillotine hingerichtet.

5. Mai

Søren Kierkegaard
Portrait von Søren Kierkegaard

Kierkegaard gilt als der Wegbereiter des Existenzialismus, da ein Großteil seines philosophischen Werks sich damit befasste, wie man als einzelnes Individuum richtig lebt, und er stets die Bedeutung von Authentizität, persönlicher Entscheidungsfreiheit sowie der Pflicht zur Liebe hervorhob. Zu seinen Lebzeiten wurde er kaum gewürdigt, doch später hatten seine 7000-seitigen Tagebuchaufzeichnungen und Werke wie Entweder – Oder (1843) sowie Furcht und Zittern (1843) großen Einfluss auf Philosophie, Theologie und Psychologie.

Für ihn hatte die tatsächliche menschliche Realität den Vorrang vor abstraktem Denken, da er argumentierte, dass Wahrheit nicht nur etwas Objektives „da draußen“ ist, sondern etwas, das man persönlich erleben und dem man sich verpflichten muss. Er erforschte Konzepte wie Angst, Verzweiflung und die Notwendigkeit, sinnvolle Entscheidungen ohne Gewissheit zu treffen. Sein berühmter Begriff des „Glaubenssprungs“ beschreibt, wie religiöser Glaube nicht rein rational ist, sondern eine persönliche, subjektive Hingabe erfordert.

Kierkegaard wurde streng religiös erzogen, zugleich war er ein scharfer Kritiker der etablierten Religion, insbesondere der dänischen Staatskirche. Er argumentierte, dass wahres Christentum eine persönliche, leidenschaftliche Hingabe erfordert und nicht bloß gesellschaftliche Konformität.

Er starb an den Folgen von Tuberkulose durch ein Schlaganfall bei einem Spaziergang in Kopenhagen im Alter von 42 Jahren.

4. Mai

Bartolomeo Cristofori
Portrait of the inventor of the piano, B. Cristofori

Das Leben von Mozart, Bach und Beethoven hätte ohne diesen Mann, der von der einflussreichen Familie Medici als Instrumentenbauer engagiert wurde, wohl etwas anders ausgesehen. Denn Cristofori erfand nichts Geringeres als das Klavier. Wann genau ist nicht bekannt, aber es soll um 1700 gewesen sein. Cristofori nannte das Instrument un cimbalo di cipresso di piano e forte ("eine Tastatur aus Zypresse mit leisen und lauten Tönen"), im Laufe der Zeit abgekürzt zu pianoforte, fortepiano und später nur noch piano.

Frühere Tasteninstrumente wie das Cembalo zupften Saiten, sodass sich die Lautstärke nicht durch den Anschlag veränderte. Cristofori hingegen entwickelte einen Mechanismus, bei dem Hämmer die Saiten anschlagen, und – ganz entscheidend – fügte eine Auslösevorrichtung hinzu. Dadurch konnte der Hammer die Saite treffen und sofort zurückschnellen, sodass die Saite frei schwingen konnte, anstatt gedämpft zu werden. Er integrierte außerdem eine Rückholvorrichtung, die den Hammer nach dem Anschlag auffing und so unerwünschte Rückpralle verhinderte, sowie ein System, das eine effektivere Wiederholung von Tönen als frühere Konstruktionen ermöglichte.

Zusammengenommen bedeuteten diese Innovationen, dass ein Spieler Lautstärke und Ausdruck durch Berührung steuern konnte – das charakteristische Merkmal des Klaviers und der Grund, warum es schließlich frühere Tasteninstrumente verdrängte.

Die Gesamtzahl der von Cristofori gebauten Klaviere ist unbekannt. Nur drei sind heute noch erhalten, alle aus den 1720er Jahren.

1. Mai

Santiago Ramón y Cajal
Selbstportrait von Drawing of man listening to ASMR and going to sleep

Cajal wird oft als „Vater der modernen Neurowissenschaften“ bezeichnet, denn seine Arbeit ermöglichte spätere Entdeckungen über Hirnfunktionen und Krankheiten. Nahezu die gesamte moderne Neurowissenschaft baut auf seinen Erkenntnissen auf.

Während viele Wissenschaftler damals glaubten, das Nervensystem sei ein zusammenhängendes Netzwerk, zeigte Cajal, dass es aus einzelnen Zellen – den Neuronen – besteht. Dies wurde als Neuronentheorie bekannt – eine grundlegende Idee der Neurowissenschaften.

Mithilfe einer verbesserten Färbemethode erstellte Cajal detaillierte Zeichnungen von Neuronen und Hirngewebe, die zeigten, wie Neuronen organisiert sind und miteinander kommunizieren.

Er entdeckte zudem, dass Nervensignale nur in eine Richtung verlaufen – von den Dendriten über den Zellkörper zum Axon. Dieses Gesetz der dynamischen Polarisation ist wesentlich für das Verständnis der Informationsverarbeitung im Gehirn.

1906 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.