20. AUGUST BIS HEUTE
15. Oktober
P.G. Wodehouse
* 15. Oktober 1881, Guildford (England)
† 14. Februar 1975, Southampton (NY/USA)
Wodehouse prägte die englischsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts mit seinem unverwechselbaren Humor, seinen geistreichen Wortspielen und seinen kunstvoll konstruierten Verwechslungskomödien.
Besonders berühmt wurde er durch die Figuren Bertie Wooster und seinen außergewöhnlich klugen Kammerdiener Jeeves, die sich gemeinsam aus den absurdesten gesellschaftlichen Verwicklungen befreien müssen.
Sein Einfluss reicht weit über die klassische Unterhaltungsliteratur hinaus: Zahlreiche Schriftsteller, darunter Bertolt Brecht, und Künstler schätzten seine stilistische Meisterschaft, und seine Werke wurden wiederholt für Theater, Film und Fernsehen adaptiert.
14. Oktober
Hannah Arendt
* 14. Oktober 1906, Linden (Deutsches Kaiserreich)
† 4. Dezember 1975, New York City (USA)
Arendt prägte die politische Philosophie des 20. Jahrhunderts mit ihren Analysen totalitärer Herrschaft. In ihrem bedeutenden Werk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft untersuchte sie, wie Nationalsozialismus und Stalinismus entstehen konnten und welche Gefahren Propaganda, Entrechtung und die Zerstörung politischer Freiheit für Gesellschaften darstellen.
Besonders bekannt wurde Arendt durch den Begriff der Banalität des Bösen
, den sie in ihrer Berichterstattung über den Prozess gegen Adolf Eichmann entwickelte. Sie stellte die unbequeme Frage, wie Menschen an unfassbaren Verbrechen mitwirken können, wenn sie aufhören, selbstständig zu urteilen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
13. Oktober
Rudolf Virchow
* 13. Oktober 1821, Schivelbein (Deutscher Bund)
† 5. September 1902, Berlin (Deutsches Kaiserreich)
Virchow gilt als einer der Begründer der modernen Pathologie. Mit seiner Erkenntnis, dass Krankheiten auf Veränderungen in den Zellen zurückzuführen sind, revolutionierte er das medizinische Verständnis des menschlichen Körpers.
Er engagierte sich außerdem für die öffentliche Gesundheit. Er erkannte, dass Krankheiten nicht allein biologische Ursachen haben, sondern auch durch Armut, schlechte Wohnverhältnisse und mangelnde Hygiene begünstigt werden. Als Arzt und Politiker setzte er sich für bessere sanitäre Einrichtungen und eine verbesserte Gesundheitsversorgung ein.
12. Oktober
Elmer Ambrose Sperry
* 12. Oktober 1860, Cincinnatus (NY/USA)
† 16. Juni 1930, Brooklyn (NY/USA)
Sperry wurde vor allem durch seine Arbeiten an Kreisel- und Navigationssystemen bekannt. Sein Kreiselkompass ermöglichte eine zuverlässigere Orientierung auf See, weil er nicht wie der herkömmliche Magnetkompass durch magnetische Störungen beeinflusst wurde.
Darüber hinaus entwickelte Sperry Kreiselstabilisatoren, die Schiffe, Geschütze und später auch Flugzeuge stabilisieren konnten. Seine Erfindungen trugen damit dazu bei, die Navigation und Steuerung moderner Verkehrsmittel präziser und sicherer zu machen.
9. Oktober
John Lennon
* 9. Oktober 1940, Liverpool (England)
† 8. Dezember 1980, New York City (USA)
Lennon war ein britischer Musiker, Komponist und Mitgründer der britischen Rockband The Beatles. Der Oscar- und mehrfacher Grammy-Preisträger schrieb gemeinsam mit Paul McCartney zahlreiche Lieder, die neue Maßstäbe für Songwriting, musikalische Experimentierfreude und gesellschaftliche Themen setzten.
Nach der Auflösung der Beatles entwickelte Lennon seine Solokarriere weiter und verband seine Musik zunehmend mit persönlichen, politischen und humanitären Botschaften.
Er nutzte seine enorme öffentliche Aufmerksamkeit, um sich gegen den Vietnamkrieg und für Frieden einzusetzen, und machte den Gedanken des gewaltfreien Protests einem weltweiten Publikum zugänglich.
8. Oktober
Harriet Taylor Mill
* 8. Oktober 1807, Walworth (England)
† 3. November 1858, Avignon (Frankreich)
Mill argumentierte für politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung von Frauen und schrieb 1851 den einflussreichen Essay Enfranchisement of Women, in dem sie das Frauenwahlrecht forderte.
Sie argumentierte, dass viele Unterschiede zwischen den Geschlechtern vielmehr durch Erziehung, Gesetze und gesellschaftliche Erwartungen entstehen.
Diese Gedanken wurden später zu wichtigen Bestandteilen der modernen Frauenrechtsbewegung und beeinflussten auch das einflussreiche Werk ihres Ehemannes The Subjection of Women von 1869.
7. Oktober
Desmond Tutu
* 7. Oktober 1931, Kleksdorp (Südafrika)
† 26. Dezember 2021, Kapstadt (Südafrika)
Desmond Tutu wurde als anglikanischer Erzbischof zu einer der international bekanntesten Stimmen gegen die Apartheid. 1984 erhielt er den Friedensnobelpreis für seine Rolle als führende Figur des gewaltfreien Kampfes gegen das Apartheid-System.
Tutu forderte gleiche Bürgerrechte, die Abschaffung der rassistischen Passgesetze und ein Ende der erzwungenen Umsiedlungen.
Besonders prägend wurde sein Wirken als Vorsitzender der Truth and Reconciliation Commission, die ab 1995 die Verbrechen der Apartheid untersuchte. Unter Tutus Leitung wurden die Aussagen von mehr als 21.000 Opfern dokumentiert; auch Täter konnten öffentlich über ihre Verbrechen aussagen und unter bestimmten Voraussetzungen Amnestie beantragen.
6. Oktober
George Westinghouse
* 6. Oktober 1846, Central Bridge (NY/USA)
† 12. März 1914, New York City (USA)
Westinghouse war Erfinder und Ingenieur und entwickelte unter anderem die Druckluftbremse für Eisenbahnen, die den Zugverkehr wesentlich sicherer machte. Später wurde er zu einer der entscheidenden Persönlichkeiten bei der Einführung von Wechselstrom (AC) für die großräumige Stromübertragung.
In Partnerschaft mit Nikola Tesla trug Westinghouse dazu bei, dass elektrischer Strom über große Entfernungen wirtschaftlich übertragen werden konnte. Das war eine wesentliche Voraussetzung für die Elektrifizierung moderner Städte und Industrien. Seine Arbeit an den Niagara-Falls-Kraftwerken demonstrierte eindrucksvoll, dass Stromerzeugung und Verbrauch räumlich voneinander getrennt werden konnten.
5. Oktober
Denis Diderot
* 5. Oktober 1713, Langres (Frankreich)
† 31. Juli 1784, Paris (Frankreich)
Diderot war Philosoph, Schriftsteller und vor allem der führende Herausgeber der Encyclopédie. Gemeinsam mit Jean le Rond d’Alembert und zahlreichen Mitarbeitern versuchte er, das Wissen seiner Zeit systematisch zusammenzutragen und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Die Encyclopédie wurde zu einem der großen geistigen Projekte der europäischen Aufklärung, zu der er selbst als Enzyklopädist etwa 6000 von insgesamt 72.000 Artikeln beitrug. Sie behandelte nicht nur Philosophie und Wissenschaft, sondern auch Handwerk, Technik, Kunst und praktische Kenntnisse – und trug damit zur Idee bei, dass Wissen nicht ausschließlich den Eliten vorbehalten sein sollte.
25. September
Thomas Hunt Morgan
* 25. September 1866, Lexington (USA)
† 4. Dezember 1945, Pasadena (USA)
Morgan war ein US-amerikanischer Biologe und Genetiker, der nachwies, dass Gene auf Chromosomen lokalisiert sind und die materielle Grundlage der Vererbung bilden. Diese Entdeckungen bildeten die Basis der modernen Genetik.
Er beschäftigte sich zunächst vor allem mit Embryologie und der Entwicklung von Tieren. Den entscheidenden Wendepunkt brachte seine Arbeit mit der Fruchtfliege Drosophila melanogaster, die sich wegen ihrer kurzen Generationszeit und ihrer zahlreichen Mutationen hervorragend für genetische Experimente eignete.
Ein Exemplar dieser Fliege hatte weiße statt rote Augen. Aus der Untersuchung dieser Mutation entwickelte sich eine Forschungsarbeit, die grundlegende Vorstellungen über die Vererbung veränderte. Morgan und seine Mitarbeiter zeigten, dass bestimmte Erbanlagen mit den Chromosomen verbunden sind und dass Gene dort in einer bestimmten linearen Anordnung liegen.
Sie untersuchten außerdem die sogenannte genetische Kopplung und Rekombination – Prozesse, durch die sich Erbanlagen bei der Fortpflanzung neu kombinieren können. Damit wurde die Chromosomentheorie der Vererbung durch experimentelle Belege entscheidend gestützt.
In der Sowjetunion wurden die Lehren Morgans und damit die moderne Vererbungslehre kategorisch verworfen und bis in die 1960er-Jahre offiziell abgelehnt. Diese wissenschaftspolitische Entscheidung hatte katastrophale Folgen für die Landwirtschaft in der Sowjetunion und wirkte sich auch auf die Volksrepublik China während der Kulturrevolution aus.
Für seine Entdeckungen über die Rolle der Chromosomen bei der Vererbung erhielt Morgan 1933 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.
Ole RømerWladimir KöppenDmitri SchostakowitschGlenn GouldMichael DouglasPedro AlmodóvarChristopher ReeveKarl-Heinz RummeniggeZuccheroScottie PippenWill SmithCatherine Zeta-Jones
24. September
Frances Harper
* 24. September 1825, Baltimore (USA)
† 22. Februar 1911, Philadelphia (USA)
Harper war eine der bedeutendsten afroamerikanischen Schriftstellerinnen und Bürgerrechtlerinnen des 19. Jahrhunderts. Sie wuchs als freie Schwarze Frau auf und erhielt eine für ihre Zeit ungewöhnlich gute Bildung.
Im Alter von 13 Jahren begann sie als Näherin und Kindermädchen bei einer weißen Familie zu arbeiten, die eine Buchhandlung besaß. Zwar konnte sie dadurch keine Schule mehr besuchen, doch sie nutzte ihre freie Zeit, um in den Büchern der Buchhandlung zu lesen und eigene Texte zu verfassen.
Schon früh verband sie Literatur mit gesellschaftlichem Engagement und veröffentlichte Gedichte, die sich gegen die Sklaverei richteten. Ab 1854 reiste sie als Rednerin durch die USA und Kanada und hielt Vorträge über Abschaffung der Sklaverei, Bildung und die gesellschaftliche Stellung Schwarzer Menschen.
1859 veröffentlichte sie mit The Two Offers eine Kurzgeschichte, die als erste von einer afroamerikanischen Frau veröffentlichte Kurzgeschichte in den USA gilt. Ihr bekanntestes literarisches Werk wurde später der Roman Iola Leroy (1892), der Rassismus, soziale Ungleichheit, Bildung und die Lebensbedingungen Schwarzer Frauen thematisierte.
Nach dem Ende des Bürgerkriegs weitete sie ihren Einsatz auf Bürgerrechte, Frauenrechte, Bildung und den Kampf gegen Lynchjustiz aus. Besonders bedeutend war ihre Rede We Are All Bound Up Together auf der National Woman’s Rights Convention von 1866. Harper machte darin deutlich, dass eine Frauenrechtsbewegung, die die Erfahrungen Schwarzer Frauen ignoriere, unvollständig sei. Sie setzte sich zugleich für das Wahlrecht Schwarzer Männer ein und arbeitete mit unterschiedlichen Reformbewegungen zusammen.
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23. September
Robert Bosch
* 23. September 1861, Albeck (Königreich Württemberg)
† 12. März 1942, Stuttgart (Deutsches Reich)
Bosch war einer der bedeutendsten deutschen Unternehmer und zugleich ein Pionier in fairer Unternehmenskultur.
Er gründete 1886 in Stuttgart eine Werkstatt für Feinmechanik und Elektrotechnik, aus der später der weltweit tätige Bosch-Konzern hervorging.
Einen entscheidenden Beitrag leistete Bosch zur Entwicklung der Automobiltechnik: Seine zuverlässige Zündvorrichtung machte den Verbrennungsmotor wesentlich alltagstauglicher und trug damit zum Aufstieg des Automobils, und auch seines Unternehmens, bei.
Bosch gehörte zu den frühen Unternehmern, die erkannten, dass gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung nicht nur soziale Fragen, sondern auch wirtschaftliche Bedeutung hatten. Bereits 1906 führte er den Achtstundentag ein, zu einer Zeit, als in der Industrie deutlich längere Arbeitszeiten üblich waren. 1913 richtete er außerdem eine eigene Lehrlingsabteilung mit Lehrwerkstatt ein und legte damit großen Wert auf die berufliche Ausbildung seiner Mitarbeiter.
Generell verstand Bosch Unternehmertum als gesellschaftliche Verantwortung. Er unterstützte großzügig Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Wissenschaft und förderte unter anderem Hochschulen und Erwachsenenbildung. 1940 wurde in Stuttgart das Robert-Bosch-Krankenhaus eröffnet.
In seinem Testament legte er schließlich fest, dass der wirtschaftliche Erfolg seines Unternehmens dauerhaft mit gemeinnützigem Engagement verbunden bleiben sollte.
EuripidesKublai KhanVictoria WoodhullJohn Boyd OrrJohn ColtraneRay CharlesRomy SchneiderMohammad Reza ShajarianJulio IglesiasBruce SpringsteenJuan Martín del PotroBernhard Raimann
22. September
Michael Faraday
* 22. September 1791, Newington Butts (England)
† 25. August 1867, Hampton (England)
Michael Faraday ist einer der bedeutendsten Wissenschaftler der Menschheitsgeschichte. Dem britische Physiker und Chemiker gelang die Entdeckung der elektromagnetischen Induktion im Jahr 1831 und legte eine entscheidende Grundlage für Generatoren und die praktische Nutzung elektrischer Energie. Bereits 1821 entwickelte er außerdem das Prinzip des Elektromotors.
Als Chemiker entdeckte Faraday Benzol und Tetrachlorethylen, entwickelte eine frühe Form des Bunsenbrenners sowie das System der Oxidationszahlen und machte Begriffe wie Anode, Kathode, Elektrode und Ion bekannt. Als er jedoch von der Regierung gebeten wurde, zur Herstellung chemischer Waffen für den Einsatz im Krimkrieg zu beraten, lehnte Faraday ab, und führte dabei ethische Bedenken an.
Seine Bedeutung geht noch weiter: Er formulierte wichtige Gesetze der Elektrolyse und entwickelte grundlegende Vorstellungen über elektromagnetische Felder. Selbst Albert Einstein bewahrte an der Wand seines Arbeitszimmers ein Porträt von Faraday auf (neben denen von Isaac Newton und James Clerk Maxwell).
Bemerkenswert ist auch seine Herkunft: Er hatte nur eine begrenzte formale Schulbildung und begann seine berufliche Laufbahn als Buchbinderlehrling.
Hans AlbersCharles Brenton HugginsHans SchollEric BakerRosamunde PilcherWolfgang PetryLilo WandersAndrea BocelliFélix SavónHannes ArchKlaas Heufer-Umlauf
18. September
Greta Garbo
* 18. September 1905, Stockholm (Schweden)
† 15. April 1990, New York City (USA)
Garbo (geb. Gustafsson) war eine der prägendsten Schauspielerinnen der frühen Filmgeschichte und eine der ersten internationalen Filmikonen.
Die Schwedin begann ihre Karriere im schwedischen Stummfilm, bevor sie in den 1920er-Jahren nach Hollywood ging. Bei Metro-Goldwyn-Mayer entwickelte sie sich – vor allem nach dem Film Eine schamlose Frau (1928) – zu einem Weltstar mit etlichen Oscar-Nominierungen, dessen Zeremonien sie immer vermied.
Sie verkörperte Figuren, die häufig zugleich selbstbewusst, verletzlich und gesellschaftlich unangepasst waren, wie z.B. Mata Hari und Anna Karenina.
Besonders bedeutend war Garbos Rolle beim Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm. Viele Stars des Stummfilms verloren mit der Einführung des Tons ihre Karriere, doch Garbo gelang der Übergang erfolgreich. Ihr erster Tonfilm Anna Christie (1930) wurde zu einem wichtigen Wendepunkt ihrer Karriere; ihre ungewöhnlich tiefe, zurückhaltende Stimme wurde zu einem wesentlichen Bestandteil ihres neuen Leinwandbildes.
Garbo prägte dabei ein neues Bild weiblicher Filmstars. Ihre Figuren waren häufig eigenständig, geheimnisvoll und sexuell selbstbestimmt, anstatt lediglich als romantische Nebenfiguren zu funktionieren. Mit Camille (1936) und Ninotchka (1939) bewies sie zudem eine bemerkenswerte Bandbreite zwischen Tragödie und Komödie. Ihre Darstellung der sowjetischen Funktionärin in Ninotchka war zudem ungewöhnlich, weil Garbo hier bewusst mit ihrem eigenen glamourösen Image spielte.
Ein wesentlicher Teil ihres Mythos entstand dadurch, dass Garbo ihre Filmkarriere bereits mit 36 Jahren beendete. Nach Two-Faced Woman (1941) zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück und führte anschließend ein sehr privates (kinder- und ehepartnerloses) Leben. 1954 verlieh ihr die Academy einen Ehrenoscar für ihre „unvergesslichen Leinwandauftritte“.
Samuel JohnsonLéon FoucaultWolfgang SchäublePeter ShiltonJames GandolfiniChris HedgesLance ArmstrongAnna NetrebkoJason Sudeikis (Ted Lasso)Ronaldo Luís Nazário de Lima
17. September
Marquis de Condorcet
* 17. September 1743, Ribemont (Frankreich)
† 29. März 1794, Bourg-la-Reine (Frankreich)
Condorcet war einer der radikalsten Denker der europäischen Aufklärung. Der französische Mathematiker, Philosoph und Politiker glaubte daran, dass die Menschheit durch Wissen und wissenschaftlichen Fortschritt ihre Lebensbedingungen immer weiter verbessern könne. In seinem berühmten Werk Prospectus entwarf er die Vision eines langfristigen gesellschaftlichen Fortschritts, in dem Unwissenheit, Armut und Unterdrückung zunehmend überwunden werden.
Er war einer der frühesten männlichen Denkern Europas, der sich ausdrücklich für die politische Gleichberechtigung von Frauen einsetzten. Bereits 1790 veröffentlichte Condorcet einen Text, in dem er das politische Wahlrecht für Frauen forderte. Für ihn war es widersinnig, Frauen politische Rechte aufgrund ihres Geschlechts zu verweigern, während man gleichzeitig von universellen Menschenrechten sprach. Er argumentierte außerdem für eine bessere Bildung von Frauen und für ihre gleichberechtigte Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben.
Condorcets Vorstellungen von Gleichheit gingen noch weiter. Er wandte sich gegen Sklaverei und rassistische Diskriminierung und unterstützte die Abschaffung der Sklaverei in den französischen Kolonien. Ebenso setzte er sich für religiöse Toleranz, Pressefreiheit und eine möglichst umfassende öffentliche Bildung ein. Bildung betrachtete er nicht als Privileg einer Elite, sondern als entscheidendes Mittel, um Menschen unabhängiger zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Entscheidungen auf Grundlage von Wissen und Vernunft zu treffen.
Während der Französischen Revolution engagierte sich Condorcet politisch und arbeitete unter anderem an Entwürfen für eine neue Verfassung und ein modernes Bildungssystem. Als sich die radikale Herrschaft der Jakobiner durchsetzte, wurde er 1793 zum gesuchten Mann. 1794 wurde er verhaftet und starb kurz darauf im Gefängnis – vermutlich durch Suizid, wobei die genauen Umstände seines Todes nicht vollständig geklärt sind.
Stephen HalesLéon FoucaultBernhard RiemannDavid Dunbar BuickStirling MossMaureen ConnollyReinhold MessnerNarendra ModiDamon HillAnastaciaAlex Owetschkin
16. September
Karen Horney
* 16. September 1885, Blankenese (Deutsches Kaiserreich)
† 4. Dezember 1952, New York City (USA)
Horney war eine deutsch-amerikanische Psychoanalytikerin, die zu den wichtigsten frühen Kritikerinnen der klassischen Psychoanalyse gehörte. Zu einer Zeit, in der psychologische Theorien stark von männlichen Vorstellungen geprägt waren, stellte sie die Frage, wie sehr gesellschaftliche Erwartungen, Erziehung und Geschlechterrollen die psychische Entwicklung eines Menschen beeinflussen. Sie zweifelte an der Vorstellung, dass psychische Probleme hauptsächlich durch biologische oder sexuelle Faktoren bestimmt werden.
Horney kritisierte z.B. stark das Konzept des Penisneids
von Sigmund Freud. Sie argumentierte, dass Gefühle von Minderwertigkeit bei Frauen nicht einfach aus biologischen Unterschieden zwischen den Geschlechtern erklärt werden könnten. Vielmehr könnten gesellschaftliche Benachteiligung, eingeschränkte Möglichkeiten und die Abwertung weiblicher Fähigkeiten solche Gefühle hervorrufen.
Horney unterschied außerdem zwischen dem wahren Selbst und einem unrealistischen Ideal-Selbst. Neurotische Menschen entwickeln ihrer Ansicht nach häufig ein überhöhtes Bild davon, wie sie sein sollten. Sie versuchen dann verzweifelt, diesem Ideal zu entsprechen, und empfinden ihr tatsächliches Selbst als unzulänglich. Daraus können Selbsthass, Perfektionismus und ein permanentes Gefühl des Versagens entstehen. In ihrem Buch Neurosis and Human Growth (1950) beschrieb sie deshalb psychische Gesundheit als einen Prozess, bei dem der Mensch wieder zu seinem realen Selbst findet.
In den USA wurde sie auch zu einer wichtigen Vertreterin der sogenannten kulturellen bzw. interpersonalen Psychoanalyse. Gemeinsam mit Denkern wie Harry Stack Sullivan und Erich Fromm trug sie dazu bei, psychische Gesundheit nicht ausschließlich als etwas Inneres und Individuelles zu betrachten, sondern auch als Ergebnis sozialer Beziehungen und kultureller Bedingungen.
J.C. PenneyW. O. BentleyAlbert Szent-GyörgyiLauren BacallB. B. KingPeter FalkAleksandr MedvedMickey RourkeDavid CopperfieldKirsty Coventry
15. September
Hrant Dink
* 15. September 1954, Malatya (Türkei)
† 19. Januar 2007, Istanbul (Türkei)
Dink war ein türkisch-armenischer Journalist und eine der wichtigsten Stimmen für die Verständigung zwischen Türken und Armeniern. 1996 war er Mitbegründer der armenisch-türkische Wochenzeitung Agos. Die Zeitung wurde zu einer wichtigen Plattform für die armenische Minderheit in der Türkei, richtete sich aber bewusst auch an die türkische Mehrheitsgesellschaft.
Dink wollte nicht die Gräben zwischen den Gemeinschaften vertiefen, sondern einen offenen Dialog über eine gemeinsame, schwierige Geschichte ermöglichen.
Besonders mutig war Dinks Einsatz für eine offene Auseinandersetzung mit der Verfolgung und Tötung von Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs. Er forderte sowohl die armenische als auch die türkische Gesellschaft dazu auf, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, ohne dabei Hass zwischen den Bevölkerungsgruppen zu fördern. Für seine Äußerungen wurde er wiederholt angefeindet und nach Artikel 301 des türkischen Strafgesetzbuches wegen „Beleidigung des Türkentums“ angeklagt.
Sein Engagement machte ihn gleichzeitig zu einer wichtigen Stimme gegen Nationalismus, Rassismus und Ausgrenzung. Er setzte sich dafür ein, dass die armenische Minderheit ihre kulturelle Identität frei leben konnte, und plädierte zugleich für eine demokratische Türkei, in der unterschiedliche ethnische und religiöse Gruppen gleichberechtigt zusammenleben können. Er sah dabei die Anerkennung historischen Unrechts nicht als Hindernis für die türkisch-armenische Verständigung, sondern gerade als Voraussetzung dafür, dass eine solche Verständigung überhaupt möglich wird.
Am 19. Januar 2007 wurde Hrant Dink vor dem Redaktionsgebäude von Agos in Istanbul erschossen. Sein Tod löste eine der größten öffentlichen Trauerbekundungen der jüngeren türkischen Geschichte aus: Zehntausende Menschen gingen mit dem Ruf „Wir sind alle Hrant Dink“ auf die Straße.
William Howard TaftEttore BugattiAgatha ChristieHelmut SchönFausto CoppiTommy Lee JonesRóbert FicoThomas StangassingerDejan SavićevićJimmy CarrTom HardyLeonore GewesslerPrince Harry
14. September
Alexander von Humboldt
* 14. September 1769, Berlin (Preußen)
† 6. Mai 1859, Berlin (Preußen)
Humboldt war ein Wegbereiter der modernen Geografie, Ökologie und Klimaforschung. Anders als viele Wissenschaftler seiner Zeit betrachtete er die Natur nicht als Sammlung einzelner Erscheinungen, sondern als ein miteinander verbundenes System.
Zwischen 1799 und 1804 bereiste Humboldt große Teile Lateinamerikas und sammelten Tausende Pflanzen- und Tierproben. Er bestieg den Chimborazo und führte Messungen zu Temperatur, Luftdruck, Höhe und Vegetation durch. Dabei erkannte er beispielsweise den Zusammenhang zwischen Höhenlage, Klima und Pflanzenverbreitung und entwickelte die Idee, dass ähnliche klimatische Bedingungen auch über weit voneinander entfernte Regionen hinweg ähnliche Vegetationszonen hervorbringen.
In seinem mehrbändigen Werk Kosmos versuchte er schließlich, das gesamte Wissen seiner Zeit über die Natur in einem zusammenhängenden Bild darzustellen. Damit wurde er zu einem wichtigen Wegbereiter der interdisziplinären Wissenschaft.
Sicher erwähnenswert war auch seine Haltung gegenüber den Ureinwohnern die ihm in Lateinamerika begegneten. Humboldt kritisierte die Sklaverei und koloniale Ausbeutung deutlich und beschrieb die Folgen der europäischen Herrschaft in Amerika kritisch. Er interessierte sich für die Kulturen und Lebensweisen der indigenen Bevölkerung und widersprach der damals verbreiteten Vorstellung einer einfachen Hierarchie menschlicher Gesellschaften.
Seine Beobachtungen beeinflussten spätere Forschungen in Klimatologie, Ökologie und Geografie und wirkten unter anderem auf Charles Darwin und zahlreiche Naturforscher nach ihm. Viele seiner Grundgedanken – etwa die Vorstellung von globalen Zusammenhängen zwischen Klima, Vegetation und menschlichem Handeln.
Agrippa von NettesheimRobert CecilMargaret SangerWolfgang SchwartzGünter NetzerMichael HäuplLeo XIV.Amy WinehouseMartin Fourcade
10. September
Elsa Schiaparelli
* 10. September 1890, Rom (Königreich Italien)
† 13. November 1973, Paris (Frankreich)
Elsa Schiaparelli war eine der radikalsten und einflussreichsten Modeschöpferinnen des 20. Jahrhunderts. Die Italienerin machte Paris in den 1920er- und 1930er-Jahren zu ihrem Zentrum und stellte die Vorstellung infrage, dass Mode lediglich elegant und praktisch sein müsse. Für Schiaparelli konnte Kleidung zugleich Kunst, Provokation und Humor sein. Mit ungewöhnlichen Schnitten, Farben, Stoffen und Motiven entwickelte sie einen Stil, der sich bewusst über die Konventionen ihrer Zeit hinwegsetzte.
Besonders revolutionär war ihre enge Verbindung zur Surrealismus-Bewegung. Schiaparelli arbeitete mit Künstlern wie Salvador Dalí, Jean Cocteau und Man Ray zusammen und übertrug deren Fantasie und Sinn für das Absurde direkt auf Kleidung. Daraus entstanden heute legendäre Kreationen wie Dalís Lobster Dress, der berühmte Schuh-Hut oder Kleider mit illusionistischen und surrealistischen Motiven.
Schiaparelli beeinflusste aber auch die alltägliche Entwicklung der Mode. Sie experimentierte mit neuen Materialien, auffälligen Reißverschlüssen, ungewöhnlichen Knöpfen und kräftigen Mustern und machte Elemente wie Schulterpolster und Tiermotive populär. Besonders berühmt wurde ihr leuchtendes Shocking Pink, das sie 1937 mit ihrem gleichnamigen Parfum bekannt machte.
Obwohl ihr Modehaus 1954 schließlich Konkurs anmelden musste und sie sich aus dem aktiven Modegeschäft zurückzog, blieb ihr Einfluss bestehen. Designer wie Yves Saint Laurent, Charles James und Geoffrey Beene wurden von ihr beeinflusst. Auch Hollywood-Stars wie Mae West trugen ihre Entwürfe. Sie machte Mode damit zu einer Form visueller Kommunikation, in der Humor, Erotik, Fantasie und gesellschaftliche Provokation ihren Platz hatten.
Thomas SydenhamFranz WerfelKarl LagerfeldStephen Jay GouldJosé FelicianoGuy RitchieGustavo Kuerten
9. September
Lew Tolstoi
* 9. September 1828, Yasnaya Polyana (Russland)
† 20. November 1910, Astapovo (Russland)
Tolstoi war einer der bedeutendsten Schriftsteller der Geschichte. Mit Romanen wie Krieg und Frieden und Anna Karenina schuf er Werke, die bis heute zu den einflussreichsten der Weltliteratur zählen. Er stammte aus dem russischen Adel und führte lange Zeit ein Leben, das von diesem privilegierten Hintergrund geprägt war.
Im Laufe seines Lebens entwickelte Tolstoi eine immer stärkere Kritik an Gewalt, Krieg, staatlicher Macht und sozialer Ungleichheit. Er wandte sich gegen eine Gesellschaft, in der wenige Menschen über großen Besitz und politische Macht verfügten, während die Mehrheit in Armut lebte. Menschen sollten Gewalt nicht mit Gegengewalt beantworten und sich ungerechten staatlichen oder gesellschaftlichen Strukturen nicht einfach unterordnen. Seine religiös geprägte Philosophie des gewaltlosen Widerstands machte ihn zu einem wichtigen Vorläufer moderner pazifistischer und gewaltfreier Bewegungen.
Tolstois Ideen gingen weit über Russland hinaus. Sein Werk Das Reich Gottes ist in euch beeinflusste zahlreiche Pazifisten und Bürgerrechtler. Besonders bedeutend war sein geistiger Austausch mit Mahatma Gandhi, der Tolstois Gedanken über Gewaltlosigkeit, moralischen Widerstand und ein einfaches Leben aufgriff und weiterentwickelte. Auch Martin Luther King Jr. bezeichnete ihn als eine seiner wichtigsten Inspirationsquellen.
Auch Bewegungen für Kriegsdienstverweigerung, soziale Reformen und gewaltfreien Widerstand wurden von Tolstois Schriften beeinflusst. Damit wirkte ein russischer Schriftsteller indirekt auf einige der wichtigsten politischen und gesellschaftlichen Bewegungen des 20. Jahrhunderts ein
Luigi GalvaniWilliam BlighOtis ReddingDave StewartGeorg HacklHugh GrantMichael BubléLuka Modrić
8. September
Bernie Sanders
* 8. September 1941, New York City (USA)
Sanders gehört zu den einflussreichsten Stimmen der amerikanischen progressiven Politik der vergangenen Jahrzehnte. Er wurde 1981 als unabhängiger Kandidat zum Bürgermeister von Burlington, Vermont, gewählt. Später zog er als Unabhängiger in das US-Repräsentantenhaus und 2006 in den Senat ein. Damit wurde er zum längst dienenden unabhängigen Kongressabgeordneten der amerikanischen Geschichte.
Sanders machte vor allem soziale und wirtschaftliche Ungleichheit zu seinem politischen Kernthema. Er kritisiert die Konzentration von Vermögen und politischem Einfluss bei einer kleinen wohlhabenden Minderheit und setzt sich für höhere Löhne, stärkere Gewerkschaften, einen höheren Mindestlohn und eine stärkere Besteuerung großer Vermögen und Unternehmen ein. Viele seiner Forderungen galten lange als radikal, doch insbesondere seit seinen Präsidentschaftskandidaturen 2016 und 2020 fanden sie bei Millionen Amerikanern großen Anklang und beeinflussten die politische Debatte der Demokratischen Partei nachhaltig.
Besonders prägend war sein Einsatz für allgemeine Gesundheitsversorgung. Sanders machte die Forderung nach „Medicare for All“ – einer staatlich garantierten Krankenversicherung für alle – zu einem zentralen Bestandteil seiner politischen Bewegung. Auch wenn er diese umfassende Reform bisher nicht durchsetzen konnte, trug er entscheidend dazu bei, die Frage, ob Gesundheitsversorgung ein Menschenrecht sein sollte, in den Mittelpunkt der amerikanischen Politik zu rücken.
Sanders bezeichnet sich offen als demokratischen Sozialisten – ein Begriff, der in den USA politisch kontrovers war und ist. Seine Kampagnen mobilisierten insbesondere junge Menschen und machten Themen wie Vermögensungleichheit, Studienkosten, Mindestlohn, Gewerkschaftsrechte und eine allgemeine Gesundheitsversorgung zu zentralen politischen Fragen. Gleichzeitig zeigte er, dass ein Politiker außerhalb des etablierten Parteiensystems eine landesweite Massenbewegung aufbauen kann.
Richard LöwenherzAntonín DvořákIda Henrietta HydeMario AdorfMojtaba KhameneiChrista KummerP!nkAvicii
7. September
Elisabeth I.
* 7. September 1533, Greenwich (England)
† 24. März 1603, Surrey (England)
Elisabeth I. war eine der außergewöhnlichsten Herrscherinnen der europäischen Geschichte. Als sie 1558 den englischen Thron bestieg, war das Land politisch und religiös tief gespalten, und als Frau musste sie sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten. Mit großer politischer Geschicklichkeit gelang es ihr, ihre Macht zu festigen und die Monarchie zu stabilisieren. Sie blieb ihr ganzes Leben unverheiratet und vermittelte das Bild einer Herrscherin, die niemandem außer ihrem Land verpflichtet war.
Eine ihrer wichtigsten Leistungen war die Stabilisierung der religiösen Verhältnisse. Mit dem Elizabethan Religious Settlement schuf sie einen pragmatischen Kompromiss zwischen katholischen und protestantischen Kräften. Gleichzeitig machte Elisabeth England zu einer selbstbewussteren Macht in Europa. Der spektakuläre Sieg über die Spanische Armada 1588 wurde zum Symbol für den Aufstieg Englands und stärkte Elisabeths Ansehen weit über die Landesgrenzen hinaus.
Unter ihrer Herrschaft begann außerdem die Zeit der Englische Seefahrer (wie Francis Drake und Walter Raleigh). Diese erkundeten neue Gebiete und erweiterten Englands Handels- und Einflussmöglichkeiten. Mit der Gründung der East India Company im Jahr 1600 wurde zudem der Grundstein für eine Handelsorganisation gelegt, die in den folgenden Jahrhunderten eine enorme Rolle bei der britischen Expansion in Asien spielen sollte.
Besonders nachhaltig war jedoch Elisabeths kultureller Einfluss. Ihre Regierungszeit wurde zu einer kulturellen Blütezeit, in der Theater, Literatur, Musik und bildende Kunst einen außergewöhnlichen Aufschwung erlebten. Die Epoche brachte unter anderem William Shakespeare hervor und prägte das englische kulturelle Selbstverständnis bis heute.
August KekuléLudwig ArmbrusterJovita IdárElia KazanBuddy HollyGloria GaynorEvan Rachel WoodMartin Hinteregger
5. September
Ludwig XIV
* 5. September 1638, Saint-Germain-en-Laye (Frankreich)
† 1. September 1715, Versailles (Frankreich)
Ludwig XIV., auch „Sonnenkönig“ genannt, war von 1643 bis zu seinem Tod König von Frankreich und mit 72 Jahren auf dem Thron einer der am längsten regierenden Monarchen der Geschichte. Er übernahm die Herrschaft bereits als Kind, zunächst unter der Regentschaft seiner Mutter Anna von Österreich und des Ministers Kardinal Mazarin. Nach Mazarins Tod 1661 entschied sich Ludwig XIV., selbst die Regierung zu führen, und baute die königliche Macht systematisch aus.
Eine seiner wichtigsten politischen Leistungen war die Stärkung der absoluten Monarchie. Er konzentrierte die politische Macht beim König und schränkte den Einfluss des Adels ein. Mit dem Ausbau einer zentralisierten Verwaltung und einem Netz königlicher Beamter stärkte er die Kontrolle über die Provinzen.
Ludwig XIV. machte Frankreich außerdem zu einer der führenden europäischen Mächte. Er führte zahlreiche Kriege, um französische Gebiete und seinen politischen Einfluss auszuweiten. Unter seiner Herrschaft wuchs Frankreichs militärische Stärke erheblich, allerdings waren die Kriege äußerst kostspielig und belasteten die Staatsfinanzen. Sein Finanzminister Jean-Baptiste Colbert förderte gleichzeitig Handel, Manufakturen, Infrastruktur und den französischen Außenhandel.
Auch kulturell hinterließ Ludwig XIV. ein enormes Erbe. Er ließ das Schloss Versailles zu einer gewaltigen königlichen Residenz und zum politischen Zentrum Frankreichs ausbauen. Gleichzeitig förderte er Künstler, Architekten, Schriftsteller und Wissenschaftler und unterstützte Institutionen wie die Académie française und die Académie royale des sciences. Die französische Sprache wurde im 17. und 18. Jahrhundert zum Ausdruck von Bildung, Eleganz und gesellschaftlichem Ansehen. Besonders am russischen Hof übernahm der Adel französische Lebensweisen und sprach häufig Französisch anstelle der eigenen Landessprache.
Didi HallervordenClay RegazzoniGeorge LazenbyWerner HerzogFreddie MercuryBenita Ferrero-WaldnerMichael KeatonPaul Breitner
4. September
John McCarthy
* 4. September 1927, Boston (MA/USA)
† 24. Oktober 2011, Stanford (CA/USA)
McCarthy war ein US-amerikanischer Informatiker und einer der Begründer der künstlichen Intelligenz (KI). Nach seinem Mathematik Studium an der California Institute of Technology und Princetonm beschäftigte er sich schon früh mit der Frage, ob Maschinen in der Lage sein könnten, menschliche Denkprozesse nachzuahmen und eigenständig Probleme zu lösen.
1956 prägte McCarthy gemeinsam mit anderen Forschern den Begriff „Artificial Intelligence“. Bei der berühmten Dartmouth-Konferenz formulierte er die Vision, dass Aspekte menschlicher Intelligenz so genau beschrieben werden könnten, dass Maschinen lernen könnten, sie zu simulieren. Die Konferenz gilt als ein wichtiger Ausgangspunkt der KI als eigenständiges Forschungsgebiet.
Eine seiner wichtigsten technischen Leistungen war die Entwicklung der Programmiersprache LISP im Jahr 1958. Sie wurde speziell für die Verarbeitung symbolischer Informationen entwickelt und spielte über Jahrzehnte eine zentrale Rolle in der KI-Forschung. Viele frühe KI-Systeme wurden mit LISP programmiert, und Konzepte der Sprache beeinflussten später zahlreiche weitere Programmiersprachen und Softwaretechniken.
McCarthy leistete außerdem wichtige Beiträge zur symbolischen KI und zum automatisierten logischen Denken. Er entwickelte unter anderem das Konzept des Advice Taker, eines hypothetischen Computersystems, das Wissen in logischer Form speichern und daraus selbstständig Schlussfolgerungen ziehen sollte. Später arbeitete er an Themen wie Wissensrepräsentation, logischer Planung und der Frage, wie Computer mit allgemeinem Wissen umgehen können.
Al-BiruniAnton BrucknerKarl SeitzMax DelbrückArmin KoglerShinya YamanakaMark RonsonBeyoncé
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3. September
Prudence Crandall
* 3. September 1803, Carpenter's Mills (RI/USA)
† 27. Januar 1890, Elk Falls (KS/USA)
Crandall war eine US-amerikanische Lehrerin und eine frühe und mutige Kämpferin für Bildung und die Rechte schwarzer Menschen. Sie gründete 1831 in Connecticut eine Privatschule für Mädchen aus wohlhabenden weißen Familien. Ihr Leben nahm jedoch eine entscheidende Wendung, als sie sich entschloss, auch ein schwarzes Mädchen aufzunehmen.
Als Reaktion auf heftigen Widerstand der weißen Bevölkerung wandelte Crandall ihre Schule 1833 in eine Schule ausschließlich für schwarze Mädchen um. Sie wollte damit jungen schwarzen Frauen eine hochwertige Bildung ermöglichen – zu einer Zeit, in der ihnen der Zugang zu vielen Bildungseinrichtungen verwehrt wurde. Schülerinnen kamen auch aus einigen anderen Bundesstaaten zu ihr nach Canterbury, Connecticut.
Die Schule wurde daraufhin zum Ziel einer massiven Kampagne aus Drohungen, Einschüchterungen und sozialem Druck. Eltern wurden aufgefordert, ihre Töchter nicht dorthin zu schicken, Geschäfte verweigerten der Schule Dienstleistungen und die Gemeinde versuchte, den Unterricht zu unterbinden.
Crandall blieb jedoch bei ihrer Entscheidung. 1834 wurde sie schließlich aufgrund des sogenannten Black Law von Connecticut verhaftet und vor Gericht gestellt, weil sie schwarze Schülerinnen aus anderen Bundesstaaten unterrichtete. Nach mehreren Verfahren wurde sie zwar letztlich nicht verurteilt, doch die Schule musste 1834 aufgrund der anhaltenden Verfolgung schließen.
In ihren späteren Jahren erhielt sie zunehmend Anerkennung für ihren Mut und ihren Einsatz. Der US-Bundesstaat Connecticut erklärte sie 1995 offiziell zur State Heroine.
Louis SullivanFerdinand PorscheMario DraghiCharlie SheenShaun WhiteDominic ThiemEileen Gu
1. September
Sergei Winogradski
* 1. September 1856, Kiev (Russisches Kaiserreich)
† 24. Februar 1953, Paris (Frankreich)
Winogradski war ein ukrainisch-russischer Mikrobiologe und gilt als einer der Begründer der modernen Mikrobiologie und der mikrobiellen Ökologie. Er untersuchte, wie Mikroorganismen Energie gewinnen und welche Rolle sie in natürlichen Kreisläufen spielen.
Eine seiner wichtigsten Entdeckungen war das Prinzip der Chemolithotrophie. Winogradski zeigte anhand schwefeloxidierender Bakterien, dass Mikroorganismen Energie gewinnen können, indem sie anorganische Stoffe wie Schwefelwasserstoff oxidieren. Damit wurde deutlich, dass Leben nicht zwingend auf organische Nahrung oder Sonnenlicht angewiesen ist – eine Erkenntnis, die unser Verständnis der Vielfalt des Lebens grundlegend erweiterte.
Besonders bedeutend waren seine Untersuchungen zur Nitrifikation und zum Stickstoffkreislauf. Er zeigte, dass verschiedene Bakterien an der Umwandlung von Ammoniak über Nitrit zu Nitrat beteiligt sind, und erkannte, dass diese Mikroorganismen ihre Zellsubstanz aus Kohlendioxid aufbauen können. Außerdem isolierte er mit Clostridium pasteurianum einen frei lebenden Mikroorganismus, der atmosphärischen Stickstoff binden kann. Seine Arbeiten halfen damit, die Bedeutung von Mikroorganismen für die natürlichen Stoffkreisläufe zu verstehen.
Auch erwähnenswert ist die Winogradski-Säule, ein einfaches Modell eines mikrobiellen Ökosystems, in dem sich unterschiedliche Lebensgemeinschaften entsprechend den vorhandenen Sauerstoff-, Schwefel- und Nährstoffgradienten entwickeln. Die Methode wird bis heute in der mikrobiologischen Forschung und Ausbildung verwendet.
Giacomo TorelliCarl Auer von WelsbachFrancis William AstonRocky MarcianoBarry GibbRuud GullitGaël MonfilsZendaya
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31. August
Hermann von Helmholtz
* 31. August 1821, Potsdam (Deutscher Bund)
† 8. September 1894, Charlottenburg (Deutsches Kaiserreich)
Helmholtz war ein deutscher Arzt, Physiker und Physiologe und zählt zu den bedeutendsten Naturwissenschaftlern des 19. Jahrhunderts. Seine außergewöhnliche Bedeutung liegt darin, dass er verschiedene Wissenschaftsbereiche miteinander verband – von Medizin und Physiologie über Physik und Mathematik bis hin zu Akustik und Philosophie.
Eine seiner wichtigsten Leistungen war seine grundlegende Arbeit zum Gesetz der Erhaltung der Energie. In seiner Schrift Über die Erhaltung der Kraft von 1847 formulierte er das Prinzip so: Energie kann ihre Erscheinungsform verändern, aber nicht aus dem Nichts entstehen oder verschwinden. Damit trug Helmholtz entscheidend dazu bei, eines der fundamentalen Gesetze der modernen Physik zu etablieren.
Auch für die Medizin und die Erforschung der menschlichen Sinne leistete Helmholtz Pionierarbeit. 1851 erfand er den Augenspiegel (Ophthalmoskop), mit dem erstmals das Innere eines lebenden Auges direkt untersucht werden konnte.
Darüber hinaus bestimmte Helmholtz die Geschwindigkeit von Nervenimpulsen und erforschte detailliert das Sehen, die Farbwahrnehmung und den Aufbau des Auges. Seine Arbeiten zur Farbwahrnehmung bildeten eine wichtige Grundlage für die moderne physiologische Optik und Augenheilkunde.
Maria MontessoriItzhak PerlmanVan MorrisonLuca di MontezemoloRichard GereTed LigetyMohammed bin Salman
29. August
Arndt Pekurinen
* 29. August 1905, Juva (Finnland)
† 5. November 1941, Karelia
Pekurinen war ein finnischer Pazifist und einer der bekanntesten Kriegsdienstverweigerer Europas. In den 1920er-Jahren zog er nach Helsinki, schloss sich der Friedensbewegung an und engagierte sich in der finnischen antimilitaristischen Bewegung.
Als Pekurinen 1929 zum Militärdienst einberufen wurde, verweigerte er nicht nur das Tragen von Waffen, sondern grundsätzlich den Dienst in der Armee. Dafür wurde er mehrfach zu Gefängnisstrafen verurteilt und verbrachte insgesamt mehrere Jahre in Haft.
Sein Fall erregte bald große öffentliche und internationale Aufmerksamkeit. Persönlichkeiten wie Albert Einstein, H. G. Wells und Henri Barbusse setzten sich für ihn ein und forderten die finnische Regierung auf, seine Gewissensentscheidung zu respektieren.
Sein jahrelanger Widerstand trug wesentlich dazu bei, dass Finnland 1931 erstmals eine gesetzliche Möglichkeit für einen zivilen Ersatzdienst aus Gewissensgründen schuf. Das Gesetz wurde als „Lex Pekurinen“ bekannt und machte ihn zu einem wichtigen Wegbereiter der Kriegsdienstverweigerung in Finnland. Allerdings galt die Regelung zunächst nur in Friedenszeiten.
Mit Beginn des Winterkriegs 1939 verlor Pekurinen den Schutz dieser Regelung und wurde erneut zum Militärdienst gezwungen. Er verweigerte weiterhin konsequent den Waffendienst und wurde dafür erneut inhaftiert. Als Finnland 1941 in den Fortsetzungskrieg gegen die Sowjetunion eintrat, wurde Pekurinen schließlich an die Front geschickt. Dort weigerte er sich erneut, eine Waffe zu tragen, woraufhin er am 5. November 1941 auf Befehl eines Offiziers erschossen wurde.
John LockeIngrid BergmanRichard AttenboroughJohn McCainBob BeamonJames HuntMichael JacksonThomas Tuchel
28. August
Wladimir Schuchow
* 28. August 1853, Graiworon (Russisches Kaiserreich)
† 2. Februar 1939, Moskau (Sowjetunion)
Schuchow war ein russischer Ingenieur, Architekt und Erfinder, dessen außergewöhnliches Verständnis von Mathematik und Geometrie ihm ermöglichte, höchst einfallsreiche Konstruktionen zu entwerfen – etwa Pavillons mit dünnen Dächern, die auf doppelt gekrümmten Tragstrukturen basieren. Seine Leichtbaukonstruktionen waren ihrer Zeit weit voraus und nahmen Entwicklungen der modernen Architektur und des Stahlbaus vorweg.
Im Jahr 1876 schloss Schuchow sein Studium an der Kaiserlichen Moskauer Technischen Schule mit einer Goldmedaille ab. Er lehnte ein Angebot ab, Mathematik zu unterrichten, und entschied sich stattdessen für eine Laufbahn als Ingenieur.
Besonders berühmt wurde Schuchow für seine innovativen Stahlkonstruktionen und hyperbolischen Gittertürme. Seine Türme waren leicht, stabil und benötigten vergleichsweise wenig Material. Innerhalb eines Jahrzehnts erregten das Konstruktionsprinzip und die wirtschaftlichen Vorteile dieses Prototyps die Aufmerksamkeit von Ingenieuren auf der ganzen Welt. Man orientierte sich weltweit an den Konstruktionsprinzipien, die in Hunderten von Schuchow entworfenen Wassertürmen, Leuchttürmen und Stromleitungsmasten zur Anwendung kamen.
Schuchow stellte seine erste solche Konstruktion bereits 1896, nur sieben Jahre nach der Eröffnung des Eiffelturms, auf der Allrussischen Ausstellung in Nischni Nowgorod vor. Ihr grundlegendes Konstruktionsprinzip ist bis heute relevant und wurde beispielsweise auch beim 600 Meter hohen Canton Tower in Guangzhou aufgegriffen.
Johann Wolfgang von GoetheLouis Le PrinceKarl BöhmGodfrey HounsfieldDavid FincherShania TwainKjetil JansrudValtteri Bottas
27. August
Katharine McCormick
* 27. August 1875, Dexter (MI/USA)
† 28. Dezember 1967, Boston (MA/USA)
McCormick war eine US-amerikanische Frauenrechtlerin, Biologin und Philanthropin. Sie studierte Biologie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu einer Zeit, in der Frauen an amerikanischen Universitäten noch stark benachteiligt waren, und gehörte zu den ersten Frauen, die am MIT einen naturwissenschaftlichen Abschluss erlangten.
Schon früh engagierte sich McCormick für die Frauenbewegung und das Frauenwahlrecht. Sie arbeitete mit der Frauenrechtlerin Margaret Sanger zusammen und unterstützte deren Einsatz für die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln. Nach dem Tod ihres Ehemanns 1947 erhielt McCormick die Kontrolle über ein beträchtliches Vermögen und konnte ihre eigenen philanthropischen Ziele unabhängig verfolgen.
Ihre bedeutendste Leistung war die Finanzierung der Entwicklung der Antibabypille. Gemeinsam mit Margaret Sanger suchte sie nach Wissenschaftlern, die eine einfach anzuwendende orale Verhütungsmethode entwickeln konnten. Ab 1953 finanzierte sie die Forschungen von Gregory Pincus und seinen Mitarbeitern mit Millionenbeträgen und überwachte das Projekt persönlich. Ein großer Teil der für die Entwicklung der Pille benötigten Forschungsgelder stammte von ihr. 1960 wurde schließlich das erste orale hormonelle Verhütungsmittel, Enovid, in den USA zur Empfängnisverhütung zugelassen.
Johann Georg HamannHegelCharles G. DawesCarl BoschLyndon B. JohnsonSven TumbaTom FordSebastian Kurz
26. August
Antoine-Laurent de Lavoisier
* 26. August 1743, Paris (Frankreich)
† 8. Mai 1794, ebenda
Lavoisier war ein französischer Chemiker und gilt als der womöglich wichtigste Begründer der modernen Chemie.
Seine Hauptleistung bestand darin, bei chemischen Reaktionen alle beteiligten Stoffe genau zu wiegen, und zeigte dadurch, dass die Gesamtmasse bei einer chemischen Reaktion erhalten bleibt. Dieses heute als Gesetz der Massenerhaltung bekannte Prinzip wurde zu einer der grundlegenden Säulen der modernen Chemie.
Ebenfalls bedeutend waren seine Untersuchungen zur Zusammensetzung der Luft. Lavoisier erkannte die zentrale Rolle des Sauerstoffs bei der Verbrennung von Luft und gab dem Element den Namen „Sauerstoff“. Außerdem zeigte er, dass Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff besteht. Damit widerlegte er wesentliche Teile der damals verbreiteten Phlogiston-Theorie, die die Verbrennung mit einem hypothetischen Stoff namens Phlogiston erklärte.
1789 veröffentlichte Lavoisier sein berühmtes Werk Traité élémentaire de chimie, eines der ersten modernen Chemielehrbücher. Darin systematisierte er chemische Begriffe, formulierte eine neue Definition des Elements und stellte eine umfangreiche Liste bekannter Elemente zusammen.
Während der Französischen Revolution geriet er aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Steuereinnehmer politisch unter Druck. Diese waren bei der Bevölkerung unbeliebt und ihnen wurde unter anderem Betrug, Unterschlagung und Verschwörung gegen den Staat vorgeworfen. Das Verfahren war stark politisch geprägt und bot Lavoisier kaum eine realistische Möglichkeit, sich zu verteidigen. Er wurde am 8. Mai 1794 durch die Guillotine hingerichtet.
Robert WalpoleJohann Heinrich LambertHellmuth WalterAlbert SabinMutter TeresaKatherine JohnsonDagmar KollerMacaulay Culkin
21. August
Stephen Hillenburg
* 21. August 1961, Lawton (OK/USA)
† 26. November 2018, San Marino (CA/USA)
Hillenburg war Animator, Meeresbiologe und vor allem der Schöpfer der weltweit geliebten Zeichentrickserie SpongeBob Schwammkopf. Schon als Kind wuchs in ihm eine Leidenschaft für das Meer und das Zeichnen. Nach seinem Studium der Meeresbiologie arbeitete er zunächst als Lehrer und brachte Kindern die faszinierende Welt der Meere näher.
Parallel dazu wandte sich Hillenburg der Animation zu und studierte am California Institute of the Arts. Sein profundes Wissen über das Meer verband er später mit seiner kreativen Arbeit
Er entwarf ursprünglich – während seiner Tätigkeit als Meerespädagoge – einen pädagogischen Comic mit dem Titel The Intertidal Zone, in dem anthropomorphe Meeresbewohner auftraten. Dies bildete schließlich die kreative Grundlage für SpongeBob, Patrick, Thaddäus, Plankton usw.
Die Serie startete 1999 bei Nickelodeon und wurde zu einem weltweiten Erfolg, der bis heute andauert (339 Episoden insgesamt). Hillenburg war maßgeblich an der Gestaltung der Figuren, Geschichten und des besonderen Humors der Serie beteiligt.
2017 wurde bei Hillenburg ALS diagnostiziert. Er arbeitete trotz seiner Erkrankung noch an seinen Projekten weiter und starb im Alter von 57 Jahren.
[Photo-Quelle: Carlos Cazurro Burgos, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons]
Rudolf von Österreich-UngarnLili BoulangerCount BasieWilt ChamberlainKenny RogersSergey BrinUsain BoltHayden Panettiere
20. August
Jöns Jakob Berzelius
* 20. August 1779, Väversunda (Schweden)
† 7. August 1848, Stockholm (Schweden)
Berzelius war ein schwedischer Chemiker, der an der Weiterentwicklung der Chemie und insbesondere für das spätere Verständnis des Periodensystems maßgeblichen Anteil hatte. Sein Vermächtnis besteht vor allem darin, dass er die Chemie von einer teilweise spekulativen Naturwissenschaft zu einer quantitativen und systematisch arbeitenden Disziplin mitentwickelte.
Während er Medizin an der Universität Uppsala studierte, entwickelte er ein starkes Interesse an der Chemie und widmete sich anschließend intensiv der naturwissenschaftlichen Forschung. 1807 wurde er Professor für Chemie und Pharmazie am Karolinska-Institut in Stockholm.
Berzelius entdeckte bzw. isolierte mehrere chemische Elemente, darunter Cer, Selen, Silizium, Zirkonium und Thorium, und er konnte die Atomgewichte zahlreicher Elemente mit für seine Zeit außergewöhnlicher Genauigkeit bestimmen. Auch die bis heute verwendeten Buchstabensymbole für chemische Elemente (z.B. O für Sauerstoff, Fe für Eisen und Ag für Silber) gehen auf seine Kappe.
Er unterschied außerdem zwischen organischen und anorganischen Stoffen und leistete wichtige Beiträge zur Elektrochemie. Seine Untersuchungen zur chemischen Zusammensetzung von Verbindungen halfen dabei, die damals noch jungen Vorstellungen über Atome und chemische Reaktionen zu präzisieren.
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